{"id":767,"date":"2021-04-03T10:42:13","date_gmt":"2021-04-03T08:42:13","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=767"},"modified":"2021-04-03T13:59:53","modified_gmt":"2021-04-03T11:59:53","slug":"brueckenlaeufer-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/worshipnetzwerk.de\/?p=767","title":{"rendered":"Br\u00fcckenl\u00e4ufer sein"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie eine Einheit von Christen unser Land verwandeln k\u00f6nnte<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJede Krise birgt auch eine Chance\u201c sagte einmal unser deutscher Bundespr\u00e4sident Richard von Weitzs\u00e4cker, indem er sich auf das chinesische Schriftzeichen \u201eWei Ji\u201c bezog, was gleichzeitig \u201eGefahr\u201c und \u201eChance\u201c bedeutet. Letzte Woche schrieb ich gerade eine Email an die Mitarbeiter unseres Worshipnetzwerks, die nachdenklich, selbstkritisch aber auch sehns\u00fcchtig und hoffnungsvoll war. Das nun schon einj\u00e4hrige Verbot und damit der Stillstand gemeinschaftlich gesungener Anbetungslieder in Kirchen rei\u00dft ein riesiges Loch in ein Herzst\u00fcck der christlichen Glaubenspraxis. Zwar kann uns keiner verbieten, mit unserem Gott in Kommunikation zu treten, wir beten und meditieren, lesen Bibeltexte und h\u00f6ren Predigten an; doch bleibt der Lobgesang immer noch eine der emotionalsten Ausdrucksformen unserer Liebe gegen\u00fcber dem dreieinigen Gott. Wir vermissen dieses \u201eEins-werden\u201c im gesungenen Gebet, wenn man sp\u00fcren kann, wie sich die Herrlichkeit Gottes auf eine Versammlung legt, Menschen innerlich und \u00e4u\u00dferlich frei werden und neue Ausrichtung erfahren. In Worshipzeiten d\u00fcrfen wir den Frieden Gottes am eigenen Leib erfahren und neue Hoffnung sch\u00f6pfen. Von Hoffnung k\u00f6nnen wir immer dann sprechen, wenn wir unsere Zukunft mit dem Wirken Gottes im Einklang sehen. Dem gegen\u00fcber steht die Angst, die immer Ausdruck eines Blicks in eine m\u00f6gliche Zukunft ohne das Wirken Gottes ist. Wie sieht denn jetzt eigentlich die Gemeinde aus, die eine hoffnungsvolle Zukunft hat?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin mir sicher, wir werden wieder singen und Gott gemeinsam loben! Vielleicht viel intensiver als je zuvor! Als ich mir mit meiner Frau Tine im Januar einen Tag Zeit nahm, um gemeinsam Gott zu fragen, welche Vision er uns f\u00fcr das Jahr 2021 gibt, machten wir eine Tageswanderung durch unsere sch\u00f6ne Umgebung. In einem Wald sah ich eine gro\u00dfe H\u00e4ngebr\u00fccke, die Teil eines Hochseilgartens war. Ich hielt kurz inne und h\u00f6rte Gott sagen: \u201eihr habt einige solcher Br\u00fccken und Wege rund um euer Basecamp angelegt, das ist gut. Jetzt sollt ihr sie freigeben, damit alle dar\u00fcber laufen k\u00f6nnen. Ihr sollt auch ab jetzt auf den Br\u00fccken der anderen laufen\u201c. Im weiteren Verlauf des Weges zeigte Gott uns, dass unser Basecamp, wir nennen unser Zuhause gerne die \u201eFeuerwache\u201c, dieser verspielte Ort der Freude, Gemeinschaft, der Anbetung und der F\u00fcrbitte ist. Es sah ganz so aus wie ein Waldkindergarten, ein Ort der Sicherheit mitten im Wald. Die kleinste geistliche Einheit ist eben die Familie. Danach kommt die Kleingruppe und die Gemeinde usw. Viele Menschen haben sich, genau wie wir, solche Basecamps angelegt. Es gibt Orte, an denen sich unser geistliches Leben zu gro\u00dfen Teilen abspielt. Gemeinden haben ihre eigene Kultur des christlichen Glaubens etabliert und vertreten ihre eigenen \u00dcberzeugungen. Das hat zur Folge, dass Gott sich auch in den verschiedenen Basecamps unterschiedlich zeigt, die Menschen also auch verschiedene Offenbarungen von ihm bekommen. H\u00e4ufig endet das darin, dass eine Gruppe auf die Fehler der anderen deutet.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwie hat mich dieses Bild an eine Verfilmung von Robin Hood erinnert. Der starke ritterliche Arm des Gesetzes hatte das Gefolge Robins in den Wald getrieben. Dort suchten sie Zuflucht in Baumh\u00e4usern. Das Besondere an diesen Wohnungen im Wald war aber, dass sie durch unz\u00e4hlige Br\u00fccken und Baumkronenpfade verbunden waren und so die Gemeinschaft als echte Einheit stark machte. Wenn diese Leute sich jetzt hingestellt h\u00e4tten, um sich gegenseitig zu beweisen, wieviel besser, sch\u00f6ner, gem\u00fctlicher, freundlicher, intelligenter und stabiler ihre eigene Behausung doch war, w\u00e4re ihre Situation aussichtslos gewesen. Viel genialer w\u00e4re doch, wenn man sich die guten Ideen gegenseitig zeigt und so voneinander profitiert und das gesamte Lager zu einer echten Festung ausbaut. Genau dieses Prinzip k\u00f6nnte auch den Kirchen in Deutschland und weltweit sehr hilfreich sein. Schlie\u00dflich geht es nicht um die Baumh\u00e4user, Kirchen, Kulturen oder \u00dcberzeugungen. Es geht um Jesus und unsere pers\u00f6nliche Beziehung zum dreieinigen Gott.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/localhost\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_20210402_145035-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-765\" srcset=\"https:\/\/worshipnetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_20210402_145035-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/worshipnetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_20210402_145035-300x225.jpg 300w, https:\/\/worshipnetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_20210402_145035-768x576.jpg 768w, https:\/\/worshipnetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_20210402_145035-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/worshipnetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/IMG_20210402_145035-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir als Worshipmusiker k\u00f6nnen uns dieses Prinzip vielleicht besonders gut anhand einer Band erkl\u00e4ren. Nehmen wir z.B. mich, ich bin ein Gitarrist, der durch die klassische Ausbildung an der Uni gegangen ist, eine gro\u00dfe Vorliebe f\u00fcr Fingerstyle-Gitarre hat und in jeder Form den vollen, orchestralen Klang von Akustikgitarren liebt. Sicher spiele ich in der Band auch Strumming-Passagen, es frustriert mich aber schon etwas, wenn ich das Gef\u00fchl habe, dass von meinem Sound in der Band lediglich ein Zischen \u00fcbrigbleibt, aus dem man nicht einmal genau heraush\u00f6ren kann, welchen Akkord ich gegriffen habe. \u00c4hnlich w\u00fcrde es Dede gehen, der ein begnadeter Bassist ist, jedes nur denkbare Solo spielen kann, wenn er dazu verdonnert w\u00fcrde, ausschlie\u00dflich auf den Schl\u00e4gen der Bassdrum zu spielen. Im besten Fall w\u00fcrde niemand bemerken, dass er mitspielt. Oder nehmen wir Thomas, der diese wunderbaren highspeed Soli auf der E-Gitarre spielen kann. Wenn er nur Ambient-Sounds spielen sollte, wie zufrieden w\u00e4re er am Ende des Abends. Auch Andi oder Markus, die einen ganzen Abend alleine mit ihren Keys abdecken k\u00f6nnten, wie gerne w\u00fcrden sie sich auf Pad-Sounds reduzieren lassen. Und sowieso, Drummer sind immer zu laut, und generell geht es eh nur um die S\u00e4nger. Reicht es nicht, wenn wir einfach ein Youtube-Video anmachen? Nein, nein und nochmals nein! Das sind nat\u00fcrlich alles nur Beispiele. Weder ist es hilfreich, wenn jeder immer nur sein eigenes Ding macht und die anderen ignoriert, noch hilft es, wenn sich jeder auf ein Minimum reduziert um den anderen in falscher Bescheidenheit zu dienen. Wir sollten unsere St\u00e4rken gegenseitig kennen und aufeinander abstimmen. Dabei kann man noch einiges voneinander lernen. Schlie\u00dflich geht es darum, gemeinsam Jesus zu begegnen. Jeder kommt dabei v\u00f6llig zum Zug. Keiner muss unbedingt so wie Hillsong, Bethel oder Elevation klingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gilt auch auf der geistlichen Ebene. Schaffen wir es mit unseren verschiedenen Graden\/Auspr\u00e4gungen\/Schattierungen der Offenbarung Gottes, nebeneinander zu stehen, ohne uns gegenseitig zu verurteilen? K\u00f6nnen wir vielleicht sogar voneinander profitieren und lernen? Immerhin haben wir die Bibel als Ma\u00dfstab. Der Heilige Geist will uns anleiten und in jede Situation hineinreden. Au\u00dferdem kennen wir die Perspektive des Neuen Bundes. Das k\u00f6nnte an sich ausreichen, um nicht Gefahr zu laufen, vom richtigen Weg abzukommen. Wenn wir in diesem Sinne anfangen, Br\u00fcckenl\u00e4ufer zu werden, wird unser Land eine krasse Wende machen! In einem Fantasy-H\u00f6rbuch, auf das Gott mich aufmerksam machte, kommen sogenannte \u201eWandler\u201c vor. Sie haben die \u00fcbernat\u00fcrliche F\u00e4higkeit Licht in Materie umzuwandeln. Dabei kann jeder nur jenes Licht wandeln, was er auch an Farben differenziert wahrnehmen kann. So gibt es f\u00fcr die Spektralfarben jeweils verschiedene Wandler. Als Bichromat werden jene bezeichnet, die zwei Farben wandeln k\u00f6nnen, als Polychromat, die mit mehreren Farben. Das bringt es f\u00fcr mich auf den Punkt. Gottes Licht ist wei\u00df! Es tr\u00e4gt alle Farben in sich, obwohl wir Christen oftmals nur einen Blick f\u00fcr eine oder zwei bestimmte Farben haben. Ich habe es selbst erlebt, wenn man gerade eine neue Ebene der Offenbarung Gottes f\u00fcr sich entdeckt, welche Abwehrhaltung das im eigenen Umfeld erzeugen kann. Keiner meint es b\u00f6se, und doch erzeugt es Angst, Gott auf eine Art gezeigt zu bekommen, die einem fremd ist. Doch Gott ist noch viel mehr als wir uns vorstellen k\u00f6nnen. Er sprengt alle unsere Vorstellungskraft.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann ein Land sehen, in dem Christen aller Couleur nebeneinander stehen und Gott anbeten. Ich sehe ein Worshipnetzwerk, das unterschiedlichste Veranstaltungen durchf\u00fchrt mit verschiedenen Leitern, Musikern, Betern, T\u00e4nzern, K\u00fcnstlern und an den unterschiedlichsten Orten. Ich sehe, wie Menschen ihr Leben in die H\u00e4nde Jesu legen, weil sie sp\u00fcren, dass diejenigen, die mit ihm leben, von Liebe angetrieben sind. Jede Begegnung mit ihm sollte eine heilvolle Begegnung sein. Wenn Menschen uns begegnen, sollten sie Jesus durch uns begegnen. Oh ja, ich habe wirklich Hoffnung f\u00fcr unsere Region, unser Land und unsere Welt. Hoffnung ist eine Zukunft, in der Sein Reich in unserer Mitte sichtbar wird und Sein Wille geschieht. Kommst du mit auf die Br\u00fccken der christlichen Baumkronenpfade? Hilfst du mit, St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck, die eigenen Wege f\u00fcr andere zu \u00f6ffnen, ohne dass wir uns gegenseitig Druck machen m\u00fcssen? Das w\u00e4re wunderbar. Es klingt doch gar nicht so schlecht, Br\u00fcckenl\u00e4ufer zu sein, oder? Christus ist Auferstanden! Gesegnete Ostern 2021!<\/p>\n\n\n\n<p>Christian<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie eine Einheit von Christen unser Land verwandeln k\u00f6nnte \u201eJede Krise birgt auch eine Chance\u201c sagte einmal unser deutscher Bundespr\u00e4sident Richard von Weitzs\u00e4cker, indem er sich auf das chinesische Schriftzeichen \u201eWei Ji\u201c bezog, was gleichzeitig \u201eGefahr\u201c und \u201eChance\u201c bedeutet. 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