{"id":856,"date":"2022-09-02T12:11:43","date_gmt":"2022-09-02T10:11:43","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wordpress\/?p=856"},"modified":"2022-09-02T12:31:14","modified_gmt":"2022-09-02T10:31:14","slug":"was-mir-worship-bedeutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/worshipnetzwerk.de\/?p=856","title":{"rendered":"Was mir Worship bedeutet?"},"content":{"rendered":"\n<p>Worship, Anbetung, Lobpreis \u2013 wir verwenden diese Begriffe immerzu, als w\u00e4re uns allen klar, welche Praktiken und inneren \u00dcberzeugungen ihnen zugrunde liegen. Gerade nach den nun vergangenen und f\u00fcr Kirchen sehr herausfordernden Jahren l\u00e4sst sich aber beobachten, dass nat\u00fcrlich \u00fcberall Gebete gesprochen und Lieder gesungen werden, dem aber durchaus unterschiedliche Herangehensweisen und Erwartungen zugrunde liegen. Und doch besteht ein unglaublicher Schatz darin, wie Gott sich den verschiedenen Menschen und Kirchen gezeigt hat, und wie sie mit ihm kommunizieren und ihn verehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb habe ich mir die Frage gestellt, was f\u00fcr mich eigentlich Worship bedeutet? Es soll ein Anfang sein f\u00fcr einen Austausch, ein Ansto\u00df. Ich behaupte zun\u00e4chst einmal, ich kann \u00fcberall Gott anbeten! Worship ist etwas, das ich zuerst alleine praktiziere und doch hat es enorme Power, wenn wir zusammen in Einheit anbeten. Dabei gibt es Zeiten, in denen mich ein Worshipleiter mit Leichtigkeit mit vor den Thron Gottes nimmt und andere, in denen ich, \u00fcberspitzt gesagt, versuchen muss, das Programm zu ignorieren, damit ich Gott anbeten kann. Ich habe \u00fcberw\u00e4ltigende Lobpreiszeiten erlebt, kenne aber auch die Situation, dass etwas mich derart abgelenkt hat, dass ich gro\u00dfe M\u00fche hatte, wirklich anzubeten, sogar auf der B\u00fchne. Woran liegt das, welche Zug\u00e4nge erleichtern mir den Eintritt in die Gegenwart Gottes?<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich an einem Tag im Wald spazieren war und mit Gott \u00fcber diese Frage redete, h\u00f6rte ich: \u201ekomm mit, ich will dir einen Ort zeigen, an dem ich dir heute begegnen will!\u201c. Das lie\u00df ich mir nicht zweimal sagen. Versteckt hinter B\u00fcschen gelangte ich \u00fcber einen kleinen Trampelpfad zu einem wundersch\u00f6nen Pavillon. Ich kannte diesen Ort, doch war jetzt alles so zugewachsen, dass auf eine besondere Art Ruhe und Abgeschiedenheit entstand. F\u00fcr mich hatte Jesus den perfekten Ort ausgew\u00e4hlt. Dort traf ich mich dann im Geist mit Jesus. Ich stellte fest, dass Anbetung f\u00fcr mich zu allererst einfach Gemeinschaft mit dem Dreieinigen Gott ist. Ich trete ein in diese wundersch\u00f6ne Gemeinschaft und rufe mir ins Ged\u00e4chtnis, wie gro\u00df er ist, wie sch\u00f6n, und wie sehr er mich liebt. Und dann versuche ich diese Liebe mit all meinen Emotionen zu erwidern. Dabei k\u00f6nnte durchaus auch Musik eine Rolle spielen oder, wie bei Elisa (siehe 2K\u00f6n 3,15), eine Hilfe sein, sie ist aber nicht zwingend notwendig. In diesen Zeiten kann es sein, dass mir Beispiele aus der Bibel und meinem eigenen Leben in den Sinn kommen, durch deren Erinnerung mir Gott im Moment etwas mitteilt, h\u00e4ufig kommen mir f\u00fcr die Situation passende Liedtexte in Erinnerung, es kann aber auch sein, dass es einfach nur eine Begegnung mit Gott im hier und jetzt ist. Seine Weisheit kennt genau das, was im Moment dran ist. Jedenfalls versuche ich dann mich selbst, mein Wesen, damit in Einklang zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Der Ort\" width=\"768\" height=\"432\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/-vEaKRgECIs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Wenn ich mir also diese Zeit nehme, Papa Gott, Jesus und den Heiligen Geist exklusiv und mit vollem Bewusstsein in den Fokus zu nehmen, will ich immer mehr dem Heiligen Geist die Kontrolle \u00fcbergeben. Ich frage mich, \u201eHerr, wie kann ich dich heute anbeten?\u201c. So mache ich das ja auch, wenn ich Worshipzeiten plane. Ich frage, Herr, wie m\u00f6chtest du, dass wir dich anbeten? Er zeigt mir dann Lieder, bei denen mein Herz f\u00fcr ihn h\u00f6her schl\u00e4gt und Bibeltexte, die mich nicht mehr loslassen. Ich bekomme Eindr\u00fccke f\u00fcr Proklamationen, Gesten oder Gebete. Dabei kann es durchaus sein, dass der Heilige Geist in der Situation dann trotzdem meine gute Planung \u00fcber den Haufen wirft. Worship hat f\u00fcr mich etwas damit zu tun, Gott so zu begegnen, wie er es sich von mir w\u00fcnscht. Dazu ist es unbedingt n\u00f6tig, dass ich f\u00fcr den Heiligen Geist auf empfang bin. Ich glaube, das gilt nicht nur f\u00fcr die Worshipleiter, jeder, Worshipmusiker oder Teilnehmer an einer Worshipveranstaltung oder auch Anbeter im stillen K\u00e4mmerlein ben\u00f6tigt diese Offenheit. Ich bilde mir nicht ein, dass mein beschr\u00e4nktes Repertoire oder meine eigenen Gedanken ihm dabei nur ansatzweise gen\u00fcgen k\u00f6nnten, obwohl er es nat\u00fcrlich liebt, wenn wir authentisch zu ihm kommen. Liebe dr\u00fcckt sich zuallererst aber durch Vertrauen und Hingabe aus, deshalb will ich die Kontrolle abgeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Indem ich w\u00e4hrend meiner Anbetung Gott Zugriff auf mein Innerstes gestatte, wird er immer mehr zu meiner DNA. Solche Zeiten sind h\u00e4ufig von einem besonderen Frieden und einer \u00fcberschw\u00e4nglichen Freude begleitet. Wenn ich zulasse, dass der herrliche und heilige Gott mir auf seine Weise begegnet, l\u00e4sst er mich immer mehr an seiner Wahrheit teilhaben. Das ehrt ihn und er liebt es. Ja, ich bin \u00fcberzeugt davon, er liebt es auch, wenn wir sch\u00f6n f\u00fcr ihn spielen, manchmal ist die Musik aber auch nur die Kr\u00fccke, die uns hilft, uns emotional auf ihn einzustellen. Dass eine perfekte Performance das ist, was Gott am meisten ehrt, glaube ich hingegen weniger. Im Vergleich zu Gott ist das, was wir anbieten k\u00f6nnen niemals perfekt. Wir m\u00fcssen sogar aufpassen, dass wir nicht zu sehr Nachahmer einer bestimmten christlichen Musikkultur werden, die vielleicht zu stark von der Musikindustrie gesteuert wird. Bitte nicht falsch verstehen, mir gef\u00e4llt manches davon auch gut, ich glaube aber, dass einem auf diesem Weg schnell die Tiefe der Beziehung verloren gehen kann. Es kann passieren, dass wir so sehr damit besch\u00e4ftigt sind, jedes Detail perfekt zu imitieren, sodass Er pl\u00f6tzlich nicht mehr im Mittelpunkt steht. Gott sucht Anbeter, die ihn Wahrheit und im Geist anbeten (siehe Joh 4,24). Besonders kraftvolle Momente entstehen im Worship immer dann, wenn wir mit dem Willen Gottes im Einklang sind. Papa Gott ist eine Person mit Emotionen, nat\u00fcrlich gibt es grunds\u00e4tzliche Wahrheiten, er m\u00f6chte uns aber nicht nach einem bestimmten Schema begegnen. Begegnungen mit ihm sollten einzigartig und unvergesslich sein. Der echte Ort der Anbetung ist unser Herz! Deshalb will ich immer versuchen mit ganzem Herzen anzubeten. Und doch ist es gut, wenn wir uns auch bem\u00fchen, ihm zu Ehren die Gaben, die er uns gegeben hat, so gut wir gerade k\u00f6nnen einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir kennen das ja sicher alle, wenn beim Bibellesen oder w\u00e4hrend wir ein Lied singen pl\u00f6tzlich unser Herz anf\u00e4ngt, f\u00fcr Gott zu brennen und zu lodern. In solchen Momenten kann ich die Entscheidung treffen, mit Seele, K\u00f6rper und Geist, diesem Gott zu folgen \u2013 an den Ort, zu dem er mich f\u00fchrt. Ich \u00f6ffne mich dann f\u00fcr seine Worte und reagiere positiv darauf und bin gespannt, wass passiert. Manche sagen, \u201ewir k\u00f6nnen so die Gegenwart Gottes manifestieren&#8221;, wir k\u00f6nnen auch einfach sagen, dass wir so, wie Gott es uns gerade erm\u00f6glicht, auf seine Gegenwart reagieren. Wichtig ist, dass wir Gott nicht vorschreiben k\u00f6nnen, wie er uns zu begegnen hat. Alles, was er tut, geschieht aus purer Liebe. Deshalb kann es auch keinen besseren Worshipleiter geben, als den Heiligen Geist. Er kann die atemberaubende Wahrheit der unsichtbaren Welt Gottes \u00fcber meine oftmals tr\u00fcgerische sichtbare Welt hereinbrechen lassen und sie erleuchten. Wenn wir in die Atmosph\u00e4re seiner Gegenwart eintreten, werden wir mit echtem Leben und echter Liebe konfrontiert. Wenn wir ehrlich sind, stellen wir dann oft fest, dass wir eigentlich Gott dienen und ihn ehren wollten, er uns auf diesem Weg aber so sehr mit seiner Liebe konfrontiert hat, dass wir am Ende als die Gesegneten dastehen.<\/p>\n\n\n\n<p>So ist Worship, Anbetung und Lobpreis f\u00fcr mich durchaus, wenn ich zu Gott bete und ihm Lieder singe, indem ich meine geballten Emotionen ihm gegen\u00fcber ausdr\u00fccke. Das unterscheidet sich aber deutlich von einer simplen Stimmung! Ich kann meine Emotionen f\u00fcr Gott ausdr\u00fccken, wenn ich singe, tanze, springe, ruhe, sinniere, h\u00f6re, atme, sehe, juble, bekenne, f\u00fchle, denke, lese oder proklamiere. Er soll dabei immer im Mittelpunkt stehen. Viel wichtiger als wie wir anbeten ist n\u00e4mlich, wieso wir anbeten: Um die Liebesbeziehung mit Gott zu pflegen. Anbetung ist \u00fcbrigens f\u00fcr mich nicht nur diese halbe Stunde im Sonntagsgottesdienst. Alles, was ich tue, sollte m\u00f6glichst aus dieser Haltung heraus entstehen. Ja, das fordert mich auch heraus! Ich kann dann aber wie die verliebte Braut jeden Tag alle guten Gedanken, Liebesbekenntnisse usw. an Ihn richten. Anbetung k\u00f6nnte der perfekte Lebensstil sein, wenn wir unsere Sinne nicht mehr von diesem wunderbaren Gott lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>So w\u00fcrde ich Worship f\u00fcr mich spontan beschreiben. Eine andere Frage ist nat\u00fcrlich, wie es uns gelingen kann, als Worshipleiter und Musiker, andere Menschen in die Gegenwart Gottes zu f\u00fchren. Ohne dieser Frage jetzt hier bis ins Detail nachzugehen, will ich mir doch wenigstens einen kurzen Hinweis gestatten: Wenngleich monumentale Soundkulissen gro\u00dfe Gef\u00fchle und Begeisterung erzeugen k\u00f6nnen, werden sie alleine doch niemals Menschen in Gottes Gegenwart f\u00fchren k\u00f6nnen. Die Mitglieder einer Worshipband sollten ge\u00fcbt darin sein, ohne gro\u00dfe Barrieren mit Seele, K\u00f6rper und Geist in die Gegenwart Gottes einzutreten. Das kann man nur im stillen K\u00e4mmerlein ein\u00fcben. Man kann dann an ihnen beobachten, wie sie mit Gott kommunizieren, ihn lieben. Durch die Anweisungen des Heiligen Geistes f\u00fchren sie die Gemeinde an das Herz Gottes. Sie k\u00f6nnen an diesem Punkt keineswegs mit christlichen Floskeln oder nach einem pauschalen Schema agieren. Worshipleiter bieten, wie der Begriff schon zeigt, f\u00fcr diesen Moment Anleitung und Hilfestellung f\u00fcr die Begegnung mit Gott, sie zeigen die M\u00f6glichkeiten auf und gehen der Gemeinde an dieser Stelle voran. Das gelingt einmal besser und einmal weniger perfekt. Eine Gemeinde sollte ja im Idealfall nicht haupts\u00e4chlich aus unm\u00fcndigen oder unerfahrenen Gl\u00e4ubigen bestehen, sodass auch jeder Teilnehmer zur Ermutigung, zum Beispiel und Segen f\u00fcr andere werden kann. Ich habe schon mehrmals erlebt, dass es sich bei kleineren Veranstaltungen anf\u00fchlte, als w\u00fcrden wir von der B\u00fchne aus gegen eine unsichtbare Wand anspielen. Im Moment, wo bestimmte geisterf\u00fcllte Personen den Raum betraten, konnte ich f\u00fchlen, wie das, was Gott gerade in mir bewegte, auch auf die Gemeinde \u00fcberging. Es ist ein Mysterium! Gerade deshalb vertraue ich mich dem Heiligen Geist an und \u00fcbertrage ihm die Kontrolle. Vielleicht hilft dir dieser Artikel ja, meinen Ansatz vom Kern der Anbetung etwas besser zu verstehen. Was das betrifft, will ich aber immer ein Lernender bleiben und bin gespannt, welche anderen Zug\u00e4nge Gott bei euch au\u00dferdem etabliert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Christian &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Worship, Anbetung, Lobpreis \u2013 wir verwenden diese Begriffe immerzu, als w\u00e4re uns allen klar, welche Praktiken und inneren \u00dcberzeugungen ihnen zugrunde liegen. Gerade nach den nun vergangenen und f\u00fcr Kirchen sehr herausfordernden Jahren l\u00e4sst sich aber beobachten, dass nat\u00fcrlich \u00fcberall Gebete gesprochen und Lieder gesungen werden, dem aber durchaus unterschiedliche Herangehensweisen und Erwartungen zugrunde liegen. 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