{"id":928,"date":"2025-08-30T11:54:37","date_gmt":"2025-08-30T09:54:37","guid":{"rendered":"https:\/\/worshipnetzwerk.de\/?p=928"},"modified":"2025-11-06T19:08:57","modified_gmt":"2025-11-06T18:08:57","slug":"das-richtige-pick-ist-der-trick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/worshipnetzwerk.de\/?p=928","title":{"rendered":"Das richtige Pick ist der Trick!"},"content":{"rendered":"\n<p>Wieder eingef\u00fcgter Artikel vom <a href=\"..\/das-richtige-pick-ist-der-trick.html\"><time datetime=\"2025-01-25T17:32:49+01:00\">25. Januar 2025<\/time><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wie Material, Form und St\u00e4rke eines Plektrums (Picks) den Gitarrensound beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Nachdem ich selbst angefangen habe, Picks herzustellen, musste ich an einigen Stellen nachbessern und konnte den Artikel mit sehr viel konkreteren Informationen zu Materialien \u00fcberarbeiten. Ich hoffe es steckt dir jetzt nicht zu viel Fachwissen drin;-)<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher dachte ich, die Wahl eines Plektrums beschr\u00e4nke sich haupts\u00e4chlich auf \u00e4sthetische Aspekte. Die richtige Farbe, das perfekte Motiv und schon bin ich perfekt gewappnet. Nat\u00fcrlich tr\u00e4gt das Design auch zu unserer Motivation bei. Schnell wurde mir aber klar, dass besonders die St\u00e4rke eines \u201ePicks\u201c enormen Einfluss auf die Tongestaltung und den Klang hat. Irgendwie missfiel mir dieses \u201eRitsch-Ratsch\u201c eines hauchd\u00fcnnen Plektrums, wie sie hier und da zur Liedbegleitung benutzt wurden. Je mehr ich von Gitarrenlehrern lernte, desto klarer wurde mir, dass die Beweglichkeit aus dem Handgelenk kommen sollte und ich dadurch dickere Plektren f\u00fcr vollere Kl\u00e4nge benutzen kann. Als ich klassische Gitarre studierte, unterrichtete ich parallel als junger Gitarrenlehrer an der Musikschule insbesondere erwachsene Gitarrensch\u00fcler. Einer von ihnen war nicht nur doppelt so alt wie ich, er hatte als Ingenieur auch eine gro\u00dfe Affinit\u00e4t zur Werkstoffpr\u00fcfung. Gemeinsam haben wir dann nebenbei nat\u00fcrlich auch die Picks verschiedener Materialien und St\u00e4rken ausprobiert. Wir erkannten, dass Nylon sehr warm klingt und \u00e4u\u00dferst elastisch ist, w\u00e4hrend uns die Picks aus z.B. Delrin deutlich unflexibler und brillanter vorkamen. Durch die Elastizit\u00e4t (E-Modul) von Nylon konnte man f\u00fcr die gleiche Anschlagsweise dickere Picks benutzen, was in der Summe deutliche klangliche Unterschiede hervorrief. Auf diese Weise kam ein Prozess bei mir in Gang. Heute, Jahrzehnte sp\u00e4ter, verf\u00fcge ich \u00fcber eine riesige Sammlung an Picks, g\u00fcnstige wie teure, im Alltag habe ich aber h\u00e4ufig die drei gleichen Plektren in der Hosentasche. Welche das sind, wieso sie meine pers\u00f6nlichen Preis\/Leistungs-Sieger sind und warum ich auch von bestimmten Edel-Picks \u00fcberaus begeistert bin, will ich hier erkl\u00e4ren. Vielleicht bringt dir das ja auch etwas mehr Klarheit in den Dschungel der un\u00fcberschaubaren Angebote.<\/p>\n\n\n\n<p>Solltest du nicht so gerne lesen, geht es hier erst mal zum Video:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Das richtige Pick ist der Trick! \u00dcber Material, St\u00e4rke, Form und Schliff von Plektren.\" width=\"768\" height=\"432\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/_jyy4jkZGrc?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Von der Konzertgitarre her kommend schl\u00e4gt man die Saiten traditionell mit den Fingern der rechten Hand an, was nach wie vor eine meiner bevorzugten Spielweisen ist \u2013 sogar auf der E-Gitarre. Dabei kann man feststellen: Streift die Saite nur die Fingerkuppe, klingt es warm oder negativ gesagt \u201edumpf\u201c. Streift sie stattdessen zudem das in Form gebrachte Ende des Fingernagels, klingt es deutlich brillanter. Auch im Fingerstyle gibt es also diesen Einfluss des Materials auf den Klang. Es stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln man au\u00dferdem noch den Klang durch den Anschlag beeinflussen kann? Zun\u00e4chst einmal sollten wir an dieser Stelle verschiedene m\u00f6gliche Parameter der Klangformung einer angeschlagenen Gitarrensaite in den Blick nehmen. Schon beim Anschlag mit den Fingern gibt es viele Variationsm\u00f6glichkeiten: Mit Nagel oder ohne, senkrecht oder schr\u00e4g angeschlagen, angelegt (apoyando) oder frei (tirando), am Hals (dolce) oder am Steg (metallico), eine oder mehrere Saiten zugleich (z.B. Arpeggio oder Resgueado), Tap oder Slap, \u2026 Die M\u00f6glichkeiten scheinen schier unersch\u00f6pflich zu sein. Da wir uns hier auf Plektren als Anschlaghilfe oder Anschlagserweiterung beziehen, sollten wir diese Parameter zumindest im Hinterkopf behalten. Hier variieren zun\u00e4chst einmal: Material, St\u00e4rke, Form und Schliff. Auch zur Spieltechnik w\u00e4re bei Plektren einiges zu sagen, das ist aber nochmal ein ganz eigenes Thema.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Material<\/p>\n\n\n\n<p>Neben exotischeren Materialien wie Holz, Metall, Perlmutt, Leder oder Stein hat sich in der Vergangenheit vor allem Schildblatt (gewonnen aus dem Panzer einer Meeresschildkr\u00f6te) zum beliebtesten nat\u00fcrlich vorkommenden Material f\u00fcr Picks herauskristallisiert. Es war gut formbar und erzeugte einen warmen Klang ohne viele Nebenger\u00e4usche bei der Ber\u00fchrung der Saite zu erzeugen. Schliff man es bis auf 1-2mm herunter, war es noch ein wenig elastisch \u2013 die perfekte Kombination f\u00fcr ein Plektrum f\u00fcr Akustikgitarristen. Da Meeresschildkr\u00f6ten viele Jahrzehnte lang leben und ohne ihren Panzer nat\u00fcrlich nicht \u00fcberleben k\u00f6nnen, gelten sie zum Gl\u00fcck seit den 70er Jahren als gesch\u00fctzte Art. Die Anfertigung und der Handel mit diesem Material und damit auch echten Schildblatt-Picks wurden seitdem verboten. Infolge dessen versuchten Gitarristen und Hersteller, den mit diesen Plektren erzeugten und allseits beliebten Klang, durch andere Materialien zu imitieren. Die Kombination aus einer gewissen tonalen F\u00fclle und W\u00e4rme mit gen\u00fcgend Obertonspektrum, geringen Anschlagger\u00e4uschen und leichter Elastizit\u00e4t stand f\u00fcr volle, offene T\u00f6ne. Das tut sie immer noch!<\/p>\n\n\n\n<p>Von den nat\u00fcrlichen Materialien kommt Rinderhorn der Zusammensetzung und dem H\u00e4rtegrad von Schildblatt sehr nahe, wobei Horn jedoch (sofern ich mich noch an den zuf\u00e4lligen, kurzen und einmaligen Test eines Schildblatt-Picks vor sehr vielen Jahren recht erinnere) in meinen Ohren deutlich w\u00e4rmer und sanfter klingt. Nat\u00fcrlich klingt nicht jedes St\u00fcck Horn oder Schildblatt gleich. Ich besitze Horn-Picks der Firma \u201e<strong>Thohr<\/strong>\u201c und \u201e<strong>Dugain<\/strong>\u201c. Es gibt au\u00dferdem eine F\u00fclle von M\u00f6glichkeiten des Einsatzes nat\u00fcrlicher Materialien. Das geht von, in der Regel eher warm klingenden, Holzarten \u00fcber harten Rinderknochen, Mammut-Elfenbein (gibt es wirklich noch), Bronze, Stahl, Titan und sogar Halbedelstein, woraus so manches Pick bereits geformt wurde. Grunds\u00e4tzlich neigen dabei glatte und harte Materialien dazu, dieses \u201ePling\u201c beim Ber\u00fchren der Saiten zu erzeugen, sie klingen h\u00e4ufig deutlich brillanter und sind unflexibler, haben aber daf\u00fcr wesentlich weniger Abrieb. F\u00fcr die Akustikgitarre, um die es mir hier insbesondere geht, sind meiner Meinung nach all diese Materialien nicht wirklich f\u00fcr die breite Masse der Gitarristen gemacht. Es ist vielmehr eine sehr komplexe Mischung aus geringf\u00fcgiger Elastizit\u00e4t, gen\u00fcgend Brillanz und m\u00f6glichst wenig Anschlagger\u00e4uschen vonn\u00f6ten, um spieltechnische und klangliche Bed\u00fcrfnisse abzudecken. Nat\u00fcrlich ist das auch Geschmacksache und es kommt auf das verwendete Instrument wie auch die Spielweise an. Meiner Beobachtung zufolge sind nat\u00fcrliche Materialien aber eher hochpreisige Nischenprodukte, die hier und da ein Spezialist f\u00fcr bestimmte Passagen oder seine ganz eigene Spielweise benutzt. Das mag bei E-Gitarristen noch einmal etwas anders aussehen. Manche E-Gitarristen benutzen sogar den \u201eQuarter Dollar\u201c als Pick, was angeblich sehr kultig sein soll und durchaus bestimmte Effekte erzielt. Ich w\u00fcrde hier sehr gerne etwas rationaler an die Sache herangehen. W\u00e4re es nicht sinnvoll, dass die Wahl des richtigen Plektrums aus der Erkenntnis \u00fcber Funktion und Klang bestimmter Materialien und Formen kommt? Ich versuche hier sowohl den Mythos vom \u201eeinzig wahren Pick\u201c, als auch die Deklassierung bestimmter Plektren argumentativ zu hinterfragen, wobei ich zugeben muss, auch meine Vorlieben zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben den nat\u00fcrlichen Materialien stehen heute viele Kunststoffe zur Verf\u00fcgung, die eine gro\u00dfe Vielfalt mit Auswirkung auf&nbsp;Anschlaggef\u00fchl und Klang bieten. Ging es zuerst darum, Schildblatt zu imitieren, konnten im Laufe der Zeit Kunststoffe hergestellt werden, die dem guten alten Schildblatt-Pick, meiner Meinung nach, sogar deutlich \u00fcberlegen sind. Darauf m\u00f6chte ich hier meinen Fokus legen. Lass uns gemeinsam ein Blick auf die wichtigsten Kunststoffe werfen:<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich werden Polymere, also Kunststoffe, in drei Kategorien unterschieden: 1. Thermoplaste: Diese Kunststoffe erweichen bei Erw\u00e4rmung und k\u00f6nnen durch abk\u00fchlen wieder in eine feste Form gebracht werden. Dieser Prozess ist reversibel, weshalb Thermoplaste oft recycelbar sind. 2. Duroplaste: Diese Kunststoffe h\u00e4rten durch chemische Vernetzung irreversibel aus und k\u00f6nnen nicht mehr durch W\u00e4rme umgeformt werden. 3. Elastomere: Diese Kunststoffe sind dauerhaft elastisch und kehren nach einer Verformung in ihre urspr\u00fcngliche Form zur\u00fcck. Sie bestehen aus weitmaschig vernetzten Polymerketten.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Gitarrenpicks werden vorwiegend thermoplastische Kunststoffe verwendet.\u00a0<strong>Nylon<\/strong>\u00a0<strong>(Polyamid, PA)<\/strong>\u00a0ist ein synthetisches Polymer, das zur Gruppe der Polyamide geh\u00f6rt. Es ist rei\u00dffest und elastisch, leicht, widerstandsf\u00e4hig und dabei sehr best\u00e4ndig gegen Abrieb. F\u00fcr die Gruppe\u00a0 der thermoplastischen Kunststoffe hat Nylon eine sehr hohe Elastizit\u00e4t. Dadurch ist es sehr haltbar und erzeugt beim Anschlag der Gitarrensaite einen warmen Ton. Ein 1mm starkes Pick aus diesem Material biegt sich beim Anschlag der Saite immer noch deutlich durch, ohne dabei viele Nebenger\u00e4usche durch den Anschlag zu erzeugen (E-Modul: 1-3 GPa, z.B. Dunlop Nylon).\u00a0F\u00fcr das Singlenotespiel ben\u00f6tigt man allerdings St\u00e4rken deutlich oberhalb der 1mm. <strong>Delrin (Polyoxymethylen, POM)\u00a0<\/strong>ist ein hochfester technischer Kunststoff der hohe Steifigkeit besitzt. Delrin hat sehr gute Gleit- und Verschlei\u00dfeigenschaften. Durch eine recht glatte Oberfl\u00e4che erzeugt es beim Anschlag der Saite geringe Reibung. Klanglich ist Delrin etwas heller als Nylon. Ein 1mm starkes Pick ist noch biegsam, aber deutlich weniger als Nylon. Auch Tortex-Picks sind aus Delrin gefertigt. Grunds\u00e4tzlich sind diese Picks von der Oberfl\u00e4che her etwas schl\u00fcpfrig, weshalb auch Serien mit aufgerauter Oberfl\u00e4che angeboten werden (E-Modul: 2.8-3,6 GPa, z.B. Dunlop Delrin).\u00a0<strong>Ultem<\/strong>\u00a0<strong>(Polyetherimid, PEI)<\/strong>\u00a0ist ein hochleistungsf\u00e4higer technischer Kunststoff. Es hat besonders hohe Temperaturbest\u00e4ndigkeit, besonders hohe mechanischer Festigkeit bzw. Steifigkeit und chemische Widerstandsf\u00e4higkeit. Ultem besticht durch seine brillante Klarheit im Klang. Ein 1mm starkes Pick ist nur mit deutlichem Kraftaufwand noch minimal biegsam. F\u00fcr den gro\u00dfen H\u00e4rtegrad erzeugt es ein durchaus noch ertr\u00e4gliches Ma\u00df an Anschlagger\u00e4uschen (E-Modul: 3-4,5 GPa, z.B. Dunlop Ultex).\u00a0<strong>Polycarbonat (PC<\/strong>) ist ein ebenfalls hochfester Kunststoff, der besonders widerstandsf\u00e4hig und schlagfest ist. Es ist leicht aber kaum brechbar und klingt w\u00e4rmer als Ultem, was auch durch die etwas geringere Steifigkeit zu erkl\u00e4ren ist (E-Modul: 2-3,5 GPa, z.B. Dunlop Jazztone).\u00a0<strong>Acryl<\/strong>\u00a0(<strong>Polymethylmethacrylat, PMMA)\u00a0<\/strong>ist Kunststoff auf der Basis von Acryls\u00e4ure oder Methacryls\u00e4ure. Acryl ist Transparent, leicht, bricht aber recht leicht und wird oft als schlagh\u00e4rtere Alternative zu Glas verwendet. Ein 1mm starkes Pick ist \u00e4hnlich biegsam wie Delrin. Es erzeugt einen recht lauten und sehr direkten Ton, der entgegen mancher Herstellerangaben in meinen Ohren deutlich w\u00e4rmer als Ultem klingt (E-Modul: 2-3,3 GPa, z.B. V-Picks Phil Keaggy).\u00a0<strong>Torlon (Polyamid-IMID, PAI)<\/strong>\u00a0ist ein Hochleistungskunststoff und zeichnet sich durch sehr hohe W\u00e4rmebest\u00e4ndigkeit und extreme Verschlei\u00dffestigkeit, sowie ausgezeichnete mechanische Festigkeit aus. Es ist ein extrem steifes Material, was sich in 1mm St\u00e4rke fast gar nicht mehr biegen l\u00e4sst. Es klingt sehr klar und brillant, ohne zu starke Anschlagger\u00e4usche zu erzeugen (E-Modul: 5-15 GPA- je nach Verst\u00e4rkung durch Materialzus\u00e4tze, z.B. Martin Luxe).<strong>\u00a0Polyetheretherketon (PEEK)\u00a0<\/strong>ist ein hochleistungsthermoplastischer Kunststoff, der f\u00fcr seine hohe mechanische Festigkeit und Temperaturbest\u00e4ndigkeit sowie chemische Resistenz bekannt ist. Seine besonders gute intrinsische Gleitf\u00e4higkeit macht diesen Werkstoff geradezu ideal f\u00fcr Plektren. PEEK ist ziemlich hart, mindestens vergleichbar mit Ultem (E-Modul ca. 3,6 GPa). Es erzeugt einen sehr klaren und brillanten Ton, der dennoch unglaublich voll und ausgewogen ist. Dieses Material stellt meines Erachtens alle zuvor genannten Werkstoffe in den Schatten! <strong>Polyimid (PI) <\/strong>ist der Werkstoff, der zwar noch deutlich teurer als das ohnehin exklusive PEEK ist, aber als Gitarrenpick einfach keine W\u00fcnsche mehr offen l\u00e4sst. Noch steifer und dadurch etwas brillanter als PEEK, bildet dieses Hochleistungspolymer alle Frequenzen noch runder und voller ab und erzeugt dabei noch geringere Anschlagger\u00e4usche als PEEK. Bei keinem anderen Werkstoff habe ich so sehr das Gef\u00fchl, einfach nur meine Gitarre zu h\u00f6ren! Kein Wunder, dass f\u00fcr die hochpreisigen Picks der Marke &#8220;Bluechips&#8221; dieses Material (oft auch Vespel genannt, obwohl dies eigentlich leicht transparent sein sollte) benutzt wird. Es gibt au\u00dferdem <strong>selbstschmierende Verbundwerkstoffe<\/strong>, die aus aus mehreren Komponenten mit einer Polymermatirx und eingebetteten Festschmierstoffen wie Graphit, Molybd\u00e4ndisulfid,, \u00d6l oder PTFE (Teflon) hergestellt werden. Diese Werkstoffe sind extrem leistungsf\u00e4hig, da kaum ein Abrieb entsteht und eine permanente Schmierung vorhanden ist. So kann ein einfaches Polymer wie z.B. Nylon durch die Beimischung von z.B. Molybd\u00e4ndisulfid oder \u00d6l zu einem Hochleistungskunststoff werden. Normalerweise werden alle Hochleistungskunststoffe aufgrund ihrer extremen Resistenz gegen Hitze und Chemikalien, sowie ihrer h\u00e4ufig besonders guten H\u00e4rte oder Biegesteifigkeit je nach Spezifizierung in der Luftfahrt, Medizin oder anderen High-Tech-Bereichen eingesetzt. F\u00fcr die Herstellung von Gitarrenpicks sind sie deshalb so interessant, da die Kombination aus hoher Biegesteifigkeit und gro\u00dfer Gleitf\u00e4higkeit alle Vorz\u00fcge des Plektrumanschlags in sich vereint. Au\u00dferdem entsteht praktisch kaum Abnutzung. W\u00e4hrend bei anderen Picks \u00a0f\u00fcr mich immer noch das Kunststoff zu h\u00f6ren ist, verschwindet z.B. bei PI, PEEK oder PA66 MoS2 der Eindruck des Picks fast v\u00f6llig und man h\u00f6rt, subjektiv gesagt, einfach nur noch die Gitarre. Hochleistungsf\u00e4hige Kunststoffe wirken sich nat\u00fcrlich auch sehr deutlich auf die Preise aus. Solche Picks willst du weder verlieren, noch einfach ins Publikum werfen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Gruppe der Duroplastiken finden wir insbesondere fr\u00fche Kunststoffe, die immer noch f\u00fcr die Herstellung von Picks verwendet werden.<strong>&nbsp;Galalith<\/strong>&nbsp;(<strong>biobasierter Kunststoff aus Casein\/Milchstein<\/strong>) ist ein hartes, recht unflexibles, in geringer St\u00e4rke aber recht leicht brechbares Material, das einen eher warmen Ton erzeugt. Es wird h\u00e4ufig in Schildblattoptik angeboten, weil es schon fr\u00fch einen guten Versuch darstellte, dieses Material zu imitieren. Beim Anschlagen erzeugt es ein deutlich h\u00f6rbares Nebenger\u00e4usch. Ein 1mm starkes Pick aus diesem Material ist \u00e4hnlich elastisch wie Acryl (E-Modul: 2-3,5 GPa, z.B. John Pearse Fast Turtle). Ebenso traditionell ist&nbsp;<strong>Zelluloid<\/strong>, woraus immer noch eine ganze Flut von Picks hergestellt wird. Es ist ein Kunststoff aus Nitrozellulose (Schie\u00dfbaumwolle) und Kampfer (oder alternativ Buchenholz), das leicht und elastisch ist. Mit der Zeit wird der Werkstoff spr\u00f6de. Zelluloid, das auch als Viscoloid (Markenname) verkauft wird, klingt etwas heller als Nylon und ist in 1mm St\u00e4rke auch geringf\u00fcgig unelastischer. Manche behaupten, sein Klang gehe in n\u00f6tiger St\u00e4rke ebenfalls in Richtung Schildblatt, andere sprechen von \u201eVintage-Sound\u201c. Da dieses Material g\u00fcnstig herzustellen ist, gibt es eine F\u00fclle von Billigprodukten mit unsauberen Kanten und Aufdruck. Es werden aber auch hochwertigere Picks aus Zelluloseacetat hergestellt (z.B. Kasho Picks). Auch die Firma Chickenpicks verwendet einen duroplastischen Verbundwerkstoff, der allerdings bisher noch nicht bekannt wurde. Diese Plektren sind die h\u00e4rtesten, die ich je in die Finger bekommen habe und deshalb f\u00fcr die Akustikgitarre nicht wirklich geeignet. Sie klingen sehr brillant, erzeugen aber auch sehr deutliche Anschlagger\u00e4usche und sind erst ab einer St\u00e4rke von 2,2mm zu bekommen.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich habe ich nur bei Ibanez Picks aus hartem&nbsp;<strong>Elastomer<\/strong>&nbsp;gefunden, die durch ihre Beschaffenheit sehr warm klingen und f\u00fcr mich damit f\u00fcr die Akustikgitarre nicht in Frage kommen. Gerne nehme ich das gro\u00dfe Ibanez hard Elastomer Triangel-Pick in 2,2mm wenn ich einmal ein Pick f\u00fcr den E-Bass brauche.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies war eine Auswahl der aus meiner Sicht bedeutendsten Materialien. Ich habe sie getestet und pers\u00f6nlich eingesch\u00e4tzt. Diesen Eindruck habe ich anschlie\u00dfend mit Herstellerangeben und wissenschaftlichen Daten zu Materialien abgeglichen. Bei einigen \u201eBoutique\u201c- Herstellern, wird die Zusammensetzung des Materials nicht bekannt gegeben. Hier habe ich verglichen, in Foren gelesen und Vermutungen mit einbezogen. Die Firma \u201eHense\u201c nennt z.B. \u201c<strong>Midnight Blue<\/strong>\u201c oder\u00a0<strong>\u201eCream\u201c<\/strong>\u00a0als Material, was selbstkreierte Markennamen sind. Ein Pick aus \u201eMidnight Blue\u201c z.B. klingt meiner Meinung nach \u00e4hnlich klar aber etwas w\u00e4rmer als Ultem. Jeder Ton hat dabei eine gute Substanz. Obwohl es \u00e4hnlich steif ist wie ein Pick aus Ultem, erzeugt es deutlich weniger Anschlagger\u00e4usche, was aber auch am extrem guten Anschliff liegen kann. Wenn ich keine Materialangaben gefunden habe oder mir noch keine Messergebnisse vorlagen, wie bei Hense Midnight Blue oder Cream, bin ich nicht n\u00e4her auf das Material eingegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>2. St\u00e4rke<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kunst bei der Wahl des Gitarrenpicks besteht nun aber darin, die richtige St\u00e4rke f\u00fcr ein bestimmtes Material und einen bestimmten Anwendungszweck zu ermitteln. Allgemein kann man sagen, dass es f\u00fcr das Anschlagen von Akkorden recht angenehm ist, wenn sich ein Plektrum noch geringf\u00fcgig biegen l\u00e4sst, da man damit leichter durch die Saiten gleiten kann. Zu viel Elastizit\u00e4t hingegen erzeugt f\u00fcr meine Ohren sehr st\u00f6rende Anschlagger\u00e4usche. F\u00fcr Singlenotes braucht man mehr Kontrolle, was h\u00e4rtere Plektren bieten. An der Akustikgitarre ben\u00f6tigen wir eben h\u00e4ufig eine Mischung aus beidem, was die Wahl des Picks zu einem wichtigen Faktor werden l\u00e4sst. Ich spielte \u00fcber Jahrzehte pers\u00f6nlich sehr gerne mit\u00a0<strong>Nylon-Picks<\/strong>, wenn ich ausschlie\u00dflich rhythmisch Akkorde anschlagen wollte und es einfach rund klingen sollte. Dieses Material (z.B. 1mm stark) biegt sich beim Anschlagen immer noch deutlich durch. Bei einem gleich dicken Ultem-Pick geschieht das nur noch in sehr geringem Ma\u00dfe. Das habe ich ja oben bereits erkl\u00e4rt. W\u00e4hrend also mein 1mm Nylon-Pick beim Strumming diesen warmen, nebenger\u00e4uscharmen und sch\u00f6n von Saite zu Saite \u00fcberblendenden Ton erzeugt, h\u00e4tten deutlich steifere Materialien einen klareren und brillanteren Klang, der oftmals aber gepaart mit st\u00e4rkeren Anschlagger\u00e4uschen (Risch-Ratsch) daherkommt. Hier machen die selbstschmierenden Verbundwerkstoffe sicher nochmal einen gro\u00dfen Unterschied! F\u00fcr Flatpicking oder das Singlenote-Spiel fehlt mir z.B. bei Nylonpicks durch die vorhandene Elastizit\u00e4t die Kontrolle und damit auch die Substanz und Lautst\u00e4rke im Ton. Daf\u00fcr sind z.B. Picks aus Ultem schon deutlich besser geeignet. Hier kann ich mit meinem 1mm starken Pick einen klaren, zwar brillanteren aber gut akzentuierten Ton spielen. Ich pers\u00f6nlich habe daf\u00fcr normalerweise das\u00a0<strong>1,14mm<\/strong>\u00a0starke\u00a0<strong>Dunlop Ultex<\/strong> gew\u00e4hlt, das noch ein wenig mehr Substanz, Lautst\u00e4rke und W\u00e4rme im einzelnen Ton erkennen l\u00e4sst, daf\u00fcr aber etwas weniger biegsam ist. Du merkst, dass sehr geringf\u00fcgige St\u00e4rkenunterschiede \u00a0(hier 0,14mm) schon einen deutlichen Unterschied machen k\u00f6nnen. Auf der Akustikgitarre verwende ich au\u00dferdem liebend gerne die Picks von\u00a0<strong>Blue Chip<\/strong>\u00a0in 0,89mm (Strumming), 1mm (Allround) und 1,25 mm (Flatpicking und Singlenotes) aus Polyimid, auch das das\u00a0<strong>Hense\u00a0<\/strong>1,2mm (Allround) aus \u201eMidnight Blue\u201c, das\u00a0<strong>Martin Luxe\u00a0<\/strong>1mm (Flatpicking) aus Torlon, das\u00a0<strong>V-Picks Phil Keaggy<\/strong>\u00a01,5mm (Singlenotes) aus Acryl, das\u00a0<strong>Hense Oliver Waitze<\/strong>\u00a01,6mm (warme Singlenotes) aus Galalith,\u00a0<strong>Dunlop Primetone Picks\u00a0<\/strong>1mm (Allround) aus Ultem, das\u00a0<strong>D\u2019Addario Acrylux Reso<\/strong>\u00a01,5mm (Flatpicking) aus Acryl und mein neustes Pick, das\u00a0<strong>Tone Slabs Darth Tone<\/strong>\u00a0(ich glaube aus einer besonderen Acryl-Mischung) 1,25mm \u00a0(Flatpicking und Singlenotes). Ab einem gewissen Tempo ist ein zu elastisches Pick f\u00fcr Singlenotes nur noch sehr schwer zu handhaben. Deswegen ist also die Kombination aus Material und St\u00e4rke f\u00fcr ein Pick so komplex. Nimmt man ein Ultem 0,73mm Pick f\u00fcr Strumming, ist es fast ebenso elastisch wie in 1mm Nylon, erzeugt aber einen deutlich helleren Klang. Je d\u00fcnner ein Plektrum wird, desto mehr \u201eRitsch-Ratsch\u201c-Nebenger\u00e4usche werden dabei durch das Aufschlagen auf den einzelnen Saiten erzeugt. Bei Ultem (Dunlop nennt diese Picks Ultex \u2013 falls dich die Begriffe irritieren) klingt das f\u00fcr mich pers\u00f6nlich z.B. ab 0,6 mm nicht mehr so sch\u00f6n. Je dicker ein Pick ist, desto schwerer gleitet man durch die Saiten. Man kann dann die Saiten nur noch hauchzart ber\u00fchren (muss also sehr stark aus dem Handgelenk anschlagen), sonst bleibt man wegen der Steifigkeit des Materials h\u00e4ngen und der rhythmische Fluss geht verloren. Lautst\u00e4rke und Klangfarbe ver\u00e4ndern sich dadurch drastisch. Je dicker ein Pick ist, desto voller und lauter klingt der Ton. Gerade im Jazz werden sehr gerne Picks verwendet, die mehrere Millimeter dick sind. Damit kann ein einzelner Ton extrem voll und je nach Schliff auch warm klingen. Mein\u00a0<strong>Dunlop Jazztone 207<\/strong>\u00a0Pick ist 2mm dick und aus Polycarbonat. Mit seiner abgeflachten Spitze kann ich die w\u00e4rmsten und rundesten Melodien erklingen lassen, was ich bisher nicht nur f\u00fcr Jazzmusik angewendet habe. Ich w\u00fcrde grunds\u00e4tzlich f\u00fcr Strumming Plektren zwischen 0,6 und 1,25mm (Abh\u00e4ngig vom Material) empfehlen. F\u00fcr Flatpicking finde ich Plektren zwischen 1,0 und 2,0mm ideal (Sehr harte Hochleistungskunststoffe wie PAI oder PI und PEEK k\u00f6nnen auch schon man knapp darunter funktionieren). Hier sind meine\u00a0<strong>Blue Chip TAD 40 (1,0mm) und TAD 1R-50 (1,25mm) <\/strong>bisher <strong>meine absolute Referenz<\/strong> der gekauften Picks, w\u00e4hrend ich in  er Vergangenheit immer eines der viel g\u00fcnstigeren\u00a0<strong>Dunlop Ultex 1,14<\/strong>\u00a0in der Hosentasche hatte. Seit ich Picks aus all diesen und diversen anderen Materialien selber in meinem  <strong>&#8220;Glorytone Picks-Experiment&#8221;<\/strong> herstelle benutze ich keine gekauften Picks mehr. F\u00fcr Akustikgitarre w\u00e4hle ich meistens St\u00e4rken von 0,8-1,2mm je nach Material und Spielweise. \u00dcber das Projekt &#8220;Glorytone Picks&#8221; werde ich an anderer Stelle sicher noch berichten (schau mal bei Insta: glorytone_picks). Es ist nochmal eine enormer Schritt, wenn du Material, St\u00e4rke und Schliff ganz gezielt auf deine eigene Spielweise anpassen kannst! E-Gitarristen w\u00e4hlen ebenfalls h\u00e4ufig eine mittlere St\u00e4rke (1-2 mm oder dicker), wobei in diesem Fall die Form m\u00f6glicherweise abweicht, dazu kommen wir gleich noch genauer. F\u00fcr die Jazzgitarre werden Picks zwischen 1,0 und 4,0mm gew\u00e4hlt. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist normalerweise bei 2mm auf der Jazzgitarre ein wunderbares Handling m\u00f6glich, bei 3-3,5mm ist allerdings noch einmal deutlich mehr Klangf\u00fclle vorhanden. Im Gypsy Jazz werden h\u00e4ufig die 3,5mm starken Picks der Firma Wegen benutzt, die einen sehr speziellen Schliff haben und f\u00fcr die, wie ich zu meiner \u00dcberraschung herausfinden konnte, PET verwendet wird. Dieses Material klingt sehr mittig und eignet sich in n\u00f6tiger St\u00e4rke gerade f\u00fcr Jazz oder Melodiespiel recht gut.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Form<\/p>\n\n\n\n<p>Als weiteren Aspekt muss man bei der Wahl eines Picks \u00fcber die Form nachdenken. Besonders die Spitze des Picks hat enormen Einfluss auf den Anschlag. Ist ein Pick, wie z.B. mein\u00a0<strong>Dunlop Jazztone 207<\/strong>, mit einer sehr abgeflachten und runden Spitze ausgestattet, gleitet man bei Singlenotes sanft in die Saite hinein und erzeugt damit einen warmen, runden Ton. Das kann man mit dem schr\u00e4g angesetzten Fingeranschlag vergleichen. Mit einem sehr zugespitzten Pick klingt das sehr viel d\u00fcnner und h\u00e4rter, man hat dadurch aber mehr Kontrolle \u00fcber den einzelnen Anschlag, was besonders das schnelle Melodiespiel erleichtert. Spitze Picks, wie z.B. die Jazz III Picks von Dunlop sind daher sehr beliebt bei E-Gitarristen. Ich pers\u00f6nlich w\u00e4hle f\u00fcr die Akustikgitarre oftmals am liebsten die als \u201eStandard\u201c bezeichnete Tropfenform, da sie f\u00fcr mich das Beste beider Welten darstellt. \u201eTriangle\u201c Picks haben zudem bei \u00e4hnlicher Zuspitzung noch den Vorteil, dass man mit allen 3 Ecken anschlagen kann, die entweder identisch oder sogar wie bei meinem\u00a0<strong>Blue Chip TAD 1R-50<\/strong>\u00a0unterschiedlich geschliffen werden k\u00f6nnen. Auch in der Gruppe der Triangle- oder Tropfen-Form-Picks laufen die Spitzen unterschiedlich steil zu. Ich mag allgemein gerne etwas rundere Spitzen, benutze aber auch gerne etwas spitzer zulaufende Picks wie das\u00a0<strong>V-Picks Phil Keaggy<\/strong>\u00a0oder das\u00a0<strong>Tone Slabs Darth Tone<\/strong>\u00a0f\u00fcr komplexere und schnellere Pickings. Die Gr\u00f6\u00dfe eines Picks ist wahrscheinlich vor allem eine Sache der Gewohnheit. Ich habe im Glorytone Picks-Experiment eine eigene Form entwickelt, mit zwei Ecken und einer runden Seite, die man durch den Bevel auch sehr effektvoll einsetzen kann. Gerade der handgeschliffene Bevel an den beiden Spitzen tr\u00e4gt nochmals enorm zu einem sicheren und besser zu handelnden Anschlag bei. Dazu komme ich gleich noch genauer.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Schliff<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn du vermutest, dass ich jetzt den Absatz \u00fcber die Form wiederhole, kann ich dich beruhigen. Mit Schliff meine ich die M\u00f6glichkeit ein Pick durch (im Idealfall) einen Handschliff zu perfektionieren. Der Hersteller \u201e<strong>Jean Luc Dugain<\/strong>\u201c war wohl der Erfinder von Picks mit Griffmulden f\u00fcr Daumen und Zeigefinger. Dazu benutzt er sehr dickes Material, in das er Mulden schleift und das er zur Spitze hin abflacht. Dies erleichtert das ideale Halten eines Plektrums. Da f\u00fcr diese Griffmulden aber sehr dickes Material benutzt werden muss sind sie f\u00fcr den typischen Akustik-Gitarristen eher nicht in der engeren Wahl. Was viel entscheidender ist, man kann Picks f\u00fcr Rechts- bzw. Linksh\u00e4nder anschleifen, was bewirkt, dass ein neues Pick sich spielt wie ein lange eingespieltes. F\u00fcr Rechtsh\u00e4nder w\u00e4re das auf Daumenseite links abgeflacht und umgekehrt auf der Gegenseite. Das bewirkt ab einer St\u00e4rke von ca. 1mm regelrechte Wunder f\u00fcr das Gleiten durch die Saiten. So etwas gibt es in besonders ausgepr\u00e4gter Form z.B. bei&nbsp;<strong>Hense<\/strong>&nbsp;(hier kann man Pick mit Links-, Rechts- oder ohne \u2013Schliff bekommen), sehr gut gef\u00e4llt mir der Anschliff auch bei&nbsp;<strong>Blue Chip,<\/strong>&nbsp;da er dort weniger stark ausgepr\u00e4gt ist und das f\u00fcr mich etwas mehr Flexibilit\u00e4t bietet oder bei&nbsp;<strong>Tone Slabs<\/strong>. Auch die&nbsp;<strong>Primetone Picks<\/strong>&nbsp;von Dunlop oder das&nbsp;<strong>Martin Luxe<\/strong>&nbsp;haben einen sch\u00f6nen Anschliff. Ich habe mein \u201e<strong>V-Pick Phil Keaggy<\/strong>\u201c auf diese Art nachgeschliffen, weil dieses gute Plektrum mit unsauberen Kanten geliefert wurde. Der Effekt war enorm! Sowohl Spielgef\u00fchl als auch Anschlagger\u00e4usche wurden deutlich verbessert. Gerade bei gr\u00f6\u00dferen St\u00e4rken, ist es schon erheblich, wie ein Pick zur Spitze hin zul\u00e4uft. Mit etwas Schleifpapier kann man da aber auch deutlich nachhelfen. Achtung \u2013 immer sch\u00f6n auspolieren!<\/p>\n\n\n\n<p>Um nochmals auf die drei Picks in meiner Hosentasche einzugehen: F\u00fcr den Alltag habe ich normalerweise ein&nbsp;<strong>Dunlop Nylon 1mm<\/strong>&nbsp;(die schwarzen), ein&nbsp;<strong>Dunlop Ultex 1,14 mm<\/strong>&nbsp;und ein&nbsp;<strong>Dunlop Jazztone 207<\/strong>&nbsp;in der Hosentasche. Mit dem Nylon spiele ich Strumming, mit dem Ultex Flatpicking oder E-Gitarre, mit dem Jazztone die runden Singlenotes. Alle Picks sind sehr preiswert, wenn ich mal eins aus der Hosentasche verliere, habe ich noch ein Set im Portemonnaie. Zuerst war diese Wahl einfach nur zuf\u00e4llig, irgenwann ist es dann eine Wahl der Erfahrung geworden. Du greifst immer wieder dieselben Picks. Je mehr ich \u00fcber Materialien herausfand, desto bewusster w\u00e4hlte ich allerdings meine Picks aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Als WorshipNetzwerk geht es bei uns nat\u00fcrlich nicht in erster Linie um Spieltechnik und Equipment! Es hilft uns einfach nur dabei, in unsere Salbung hinein zu finden. Vielmehr dr\u00e4ngt sich mir in diesem Zusammenhang noch eine Analogie auf: Das ideale Pick w\u00e4re so hart, dass es eine kontrollierte Ber\u00fchrung der Saite mit optimaler klanglichen Auswirkung erzielen w\u00fcrde. Es w\u00e4re so, dass man keine Anschlagger\u00e4usche h\u00f6ren kann, weil es \u201eEins\u201c mit der Saite w\u00fcrde. Das ideale Pick w\u00e4re zudem \u201eEins\u201c mit der Hand und w\u00fcrde insgesamt das gesamte Potential dieses Spielers und eines Instrumentes zum Vorschein bringen. Genau auf diese Weise ist es, wenn wir von Gott ber\u00fchrt werden. Er will uns dahin bringen, dass wir im Flow sind! Was wir in seinem Segen tun, ist leicht und dennoch erfolgreich. Alles f\u00fchlt sich warm und gut an, obwohl wir zu H\u00f6chstleistungen bef\u00e4higt werden. Wenn es klappert und schrillt, wenn wir keinen Frieden haben, sollten wir nachfragen, ob das wirklich von Gott ist! \u201eDas Gute behaltet\u201c, bedeutet f\u00fcr mich: Wenn es von Gott kommt, kann ich seinen Frieden selbst in Herausforderungen sp\u00fcren, gerade weil seine Wahrheit gro\u00dfe Autorit\u00e4t hat. Vielleicht ist es so, als w\u00fcrde der Ton, der dir in den Sinn kommt, genauso durch dein Plektrum aus deinem Instrument gelockt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier noch ein kleiner \u00dcberblick \u00fcber ein Paar besondere Picks:<\/p>\n\n\n\n<p>Dunlop Primetone Std 100 oder 200 (Ultem) \u2013 heller ausgewogener Ton, als etwas brillantere Alternative f\u00fcr die Ultex, zudem mit Schliffkante, was bei 2mm schon wichtig ist \u2013 f\u00fcr Flatpicking oder Melodie auf der Akustikgitarre.<\/p>\n\n\n\n<p>Hawk Tonebird 1 \u2013 1,4mm (Casein) \u2013 runder Ton. Spitze ist toll f\u00fcr E-Gitarre.<\/p>\n\n\n\n<p>Blue Chips TD 35 0,89mm, &nbsp;TAD 40 1,0mm, TAD 1R-50 1,25mm (Blue Chips Kunststoff) \u2013 sehr voll und trotzdem hell und klar im Ton, nur minimale Anschlagger\u00e4usche, hart, fast unzerst\u00f6rbar, gleitet wunderbar durch die Saiten \u2013 f\u00fcr Flatpicking (TAD40 und TAD 1R-50) und Strumming (TD35).<\/p>\n\n\n\n<p>Hense Midnight Blue 1,2mm (Midnight Blue Kunststoff) \u2013 sehr klar, wunderbarer Anschliff und kaum Anschlagger\u00e4usche \u2013 Upgrade zu den Ultem Picks \u2013 spiele ich gerne f\u00fcr alles au\u00dfer Strumming.<\/p>\n\n\n\n<p>Hense Cream Speedy 1,2mm (Cream Speedy Kunststoff) \u2013 klar aber w\u00e4rmer als die blauen, wunderbarer Anschliff und wenig Anschlagger\u00e4usche \u2013 ich ziehe trotzdem die Midnight Blue vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Thohr Classic 1mm (Rinderhorn) \u2013 sehr warmer Ton, jazzige Melodien auf Akustik oder Konzertgitarre.<\/p>\n\n\n\n<p>John Pearse Fast Turtle Thin 1,25mm (Casein) \u2013 warmer Ton, klarer als Horn, tolle Konsistenz, gutes Material f\u00fcr Flatpicking und alles au\u00dfer Strumming.<\/p>\n\n\n\n<p>Dugain Ivoir Mammuth (Mammut Elfenbein) \u2013 hartes und glattes Material, daf\u00fcr recht runder Ton \u2013 benutze ich fast nie, f\u00fchlt sich aber toll in der Hand an.<\/p>\n\n\n\n<p>Hense Happy Turtle Oliver Waitze 1,6mm (Casein) \u2013 sehr angenehme Form, warmer, kr\u00e4ftiger und runder Ton, gute Kontrolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Dunlop Nylon 1,25 \u2013 sehr warm \u2013 f\u00fcr kr\u00e4ftig warmes Strumming.<\/p>\n\n\n\n<p>Dunlop Ultex 0,73mm (Ultem) \u2013 heller Ton mit h\u00f6rbarem Anschlagger\u00e4usch \u2013 gut f\u00fcr brillantes Strumming mit rhythmischen Akzenten.<\/p>\n\n\n\n<p>Clayton Spectra 1,10mm (Polycarbonat) \u2013 hartes Pick mit brillantem Ton \u2013 biegsamer als Ultem, toll bei Akkordzerlegungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kasho \u2013 No.55 diverse St\u00e4rken (Zelluloid) \u2013 warmer und runder Ton, lustiger Verl\u00e4ngerungsstreifen f\u00fcr den Daumen.<\/p>\n\n\n\n<p>Chicken Pick Std 2,2 und 2,6 (Duroplast) \u2013 sehr hartes Material und harter Ton, scheinbar ewig haltbar, hohe Anschlagger\u00e4usche \u2013 gute Kontrolle f\u00fcr E-Gitarre.<\/p>\n\n\n\n<p>D\u2019Addario Acrylux Reso 1,5 (Acryl) \u2013 hartes Material aber daf\u00fcr relativ warmer Ton \u2013 gut f\u00fcr Singlenotes und Flatpicking.<\/p>\n\n\n\n<p>Gravity Gold 1,0mm (Duroplast) \u2013 sehr hartes Material, sehr brillanter Ton, Anschlagger\u00e4usche \u2013 gut f\u00fcr sehr brillantes Flatpicking.<\/p>\n\n\n\n<p>V-Pick Phil Keaggy&nbsp; (Acryl) \u2013 hartes Material, warmer Ton, tolle Form f\u00fcr viel Kontrolle. Nach meinem Handschliff sehr gut f\u00fcr Singlenotes und Flatpicking geeignet.<\/p>\n\n\n\n<p>V-Pick Tradition UL 0,8mm (Acryl) \u2013 hartes Material aber in dieser St\u00e4rke biegsam, brillanter Ton mit Anschlagger\u00e4uschen, recht spitz f\u00fcr gute Kontrolle \u2013 geeignet f\u00fcr Strumming mit perkussiven Nabenger\u00e4uschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Martin Luxe 1,4mm \u2013 (Polymer) \u2013 sehr hartes Material, liegt super in der Hand, mit Rechtsschliff gleitet es gut durch die Saiten. Klarer, heller Ton mit viel Substanz \u2013 toll f\u00fcr Flatpicking und Singlenotes.<\/p>\n\n\n\n<p>Tone Slabs 1,25mm \u2013 hartes Material \u2013 auf Augenh\u00f6he mit Blue Chip, aber etwas klarer im Ton, sensationell verarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Nie h\u00e4tte ich gedacht, dass ein Plektrum derart unterschiedlich klingen kann. Das richtige Pick tr\u00e4gt klanglich und vom Spielgef\u00fchl sehr stark zum Gl\u00fccksgef\u00fchl beim Spielen bei. Probiere ruhig mal aus! Ich berichte sicher bald noch einmal von meinen ersten eigenen Kreationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Christian Wei\u00df<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder eingef\u00fcgter Artikel vom 25. Januar 2025 Wie Material, Form und St\u00e4rke eines Plektrums (Picks) den Gitarrensound beeinflussen. (Nachdem ich selbst angefangen habe, Picks herzustellen, musste ich an einigen Stellen nachbessern und konnte den Artikel mit sehr viel konkreteren Informationen zu Materialien \u00fcberarbeiten. 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