Wenn etwas den Fluss behindert

Wenn etwas den Fluss behindert

In letzter Zeit habe ich mich intensiv mit Gitarrenkabeln beschäftigt. Das klingt zunächst nicht besonders geistlich. Aber manchmal spricht Gott genau durch solche alltäglichen Dinge.

Wer Gitarre spielt, weiß: Nicht jedes Kabel klingt gleich. Von außen sehen sie oft nahezu identisch aus. Zwei Stecker, etwas Kabel dazwischen – fertig. Trotzdem gibt es Unterschiede. Manche übertragen das Signal klar und offen, andere lassen etwas von der Brillanz und Lebendigkeit verloren gehen. Das kann man besonders bei sehr dynamischen Signalen und großen Frequenzspannen bemerken.

Während ich darüber nachdachte, kam mir eine Frage:

Gibt es nicht auch in unserem geistlichen Leben Dinge, die den Fluss Gottes behindern?

Gott legt etwas in unser Herz. Einen Gedanken. Eine Ermutigung. Eine Berufung. Einen Auftrag. Sein Wunsch ist es, durch uns hindurch zu wirken und andere Menschen zu berühren.

Und doch erleben wir manchmal, dass nicht alles von dem ankommt, was Gott eigentlich zu geben hatte.

Drei unsichtbare Einflussfaktoren

Bei einem Gitarrenkabel gibt es verschiedene Eigenschaften, die das Signal beeinflussen. Die meisten Musiker haben schon einmal erlebt, dass ein Kabel „offener“ oder „dumpfer“ klingt, auch wenn man äußerlich kaum einen Unterschied erkennen kann.

Vereinfacht gesagt gibt es drei Hauptfaktoren, die dabei eine Rolle spielen: Kapazität, Induktivität und Widerstand.

Diese Begriffe klingen zunächst sehr technisch. Mich hat jedoch fasziniert, wie viel sie mit unserem geistlichen Leben gemeinsam haben.

Kapazität – wenn Energie gebunden wird

Die Kapazität eines Kabels wirkt kurz gesagt wie ein kleiner Zwischenspeicher für elektrische Energie. Liegt eine Spannung an, wird immer ein elektrisches Feld um einen Leiter herum erzeugt. Ein kleiner Teil des Signals wird in diesem Feld gebunden, bevor er weiterfließen kann. Dadurch kommt nicht die gesamte Fülle des Audiosignals am anderen Ende des Kabels an. Gerade die feinen Höhen und die Lebendigkeit des Tons können darunter leiden.

Geistlich erinnert mich das an die vielen Dinge, die unsere Aufmerksamkeit binden.

Sorgen.

Ablenkungen.

Innere Konflikte.

Gedanken, die uns in ihrem Griff halten.

Sie müssen nicht einmal negativ sein. Aber sie beanspruchen Raum in unserem Herzen. Energie, die eigentlich zum Segen werden könnte, wird an anderer Stelle festgehalten.

Paulus beschreibt diesen inneren Konflikt als einen Kampf zwischen Geist und Fleisch. Wir möchten Gottes Willen folgen und gleichzeitig ziehen andere Stimmen an unserer Aufmerksamkeit.

Der Feind muss uns oft nicht stoppen. Es reicht, wenn er uns beschäftigt und ablenkt.

Induktivität – wenn der Fokus nach außen wandert

Sobald Strom durch ein Kabel fließt, entsteht zusätzlich ein Magnetfeld um den Leiter herum. Auch dafür wird Energie benötigt. Techniker sprechen hier von Induktivität.

Mich erinnert das an unsere Ausstrahlung.

Wie wir wirken.

Wie wir wahrgenommen werden.

Was andere von uns denken.

Natürlich ist auch unsere Ausstrahlung nicht grundsätzlich etwas Negatives. Aber wenn wir uns ständig mit unserem Image beschäftigen, nehmen wir um uns herum weniger wahr. Gott will durch uns hindurch wirken, dabei ist es nicht so wichtig, wie ich persönlich rüberkomme!

Jesu Blick war immer nach außen gerichtet – zum Vater und zu den Menschen.

Wer dagegen ständig um sich selbst kreist, verliert den Fokus auf das Wesentliche.

Widerstand – was den Fluss bremst

Der dritte Faktor ist der Widerstand.

Je reiner das Leitermaterial, je dicker der Kupferdraht und je besser die Bedingungen im Kabel sind, desto leichter kann Strom hindurch fließen.

Stell dir einfach das Bild einer breiten Autobahn im Vergleich zu einer engen Landstraße vor. Der Verkehr fließt auf beiden Wegen, aber die Durchlässigkeit ist unterschiedlich.

So ähnlich geht es auch dem Audiosignal im Kabel. Je höher der Widerstand, desto mehr Obertöne werden vom Leiter verschluckt.

Auch wir tragen innere Widerstände in uns.

Verletzungen.

Enttäuschungen.

Ängste.

Scham.

Misstrauen.

Manchmal sogar alte Erfahrungen mit Gemeinde oder Leiterschaft.

Diese Dinge müssen nicht sofort sichtbar sein. Aber sie können den Fluss dessen bremsen, was Gott eigentlich durch uns tun möchte. Vielleicht sind wir uns manchmal nicht einmal mehr unserer wahren Identität bewusst. Dass wir Kinder des allmächtigen Gottes, königliche Priester, die Jesus für gerecht erklärt hat, sind.

Perfekt wird es nicht

Interessanterweise gibt es bei Kabeln keine perfekte Lösung.

Optimiert man einen Bereich, entsteht oft an anderer Stelle ein neuer Kompromiss. Die Ingenieure versuchen ständig, das Gleichgewicht zu verbessern.

Und genauso gibt es keine perfekten Menschen.

Niemand von uns wird irgendwann sagen können: „Jetzt behindere ich Gottes Wirken überhaupt nicht mehr.“ Dafür sind wir ja in Gemeinschaft unterwegs und bleiben immer abhängig von Seiner Gnade.

Das ist vielleicht sogar die wichtigste Erkenntnis.

Gott sucht keine perfekten Leiter.

Er sucht verfügbare Herzen.

Der nächste Schritt genügt

Bei meinen Experimenten habe ich noch etwas gelernt: Nicht immer ist das technisch beste Kabel automatisch die beste Lösung. Manchmal ist ein kürzeres, einfacheres Kabel sinnvoller als eine High-End-Lösung für eine weite Strecke, die man gar nicht zurücklegen müsste.

Das hat mich an unser geistliches Leben erinnert. Wir denken oft in großen Visionen und langen Wegen. Gott denkt häufig im nächsten Schritt. Nicht die nächsten zehn Jahre. Nicht die gesamte Berufung, sondern die nächste Begegnung und das nächste Gespräch. Den nächsten Schritt des Gehorsams.

Als Israel vor dem Roten Meer stand, gab Gott keinen vollständigen Masterplan.

Er öffnete einen Weg für den nächsten Schritt.

„Der HERR wird für euch kämpfen, ihr aber sollt still sein.“ (2. Mose 14,14)

Manche Musiker bevorzugen sogar Kabel, die rein technisch gesehen wirklich nicht perfekt sind, weil ihnen der warme und runde Klang für ihre Musik besonders zusagt.

Gott hat uns einzigartig geschaffen, weil er weiß, wie er durch und wirken möchte. Genau wie jedes Kabel, hat auch jeder Mensch seinen eigenen Sound.

Gottes Wunsch für unser Herz

Wir durften schon manchmal erleben, wie uns der Heilige Geist genau an die Stellen führt, an denen innere Widerstände entstanden sind. Oft liegen dort Verletzungen, Lügen oder ungeklärte Situationen, die uns schon lange begleiten. Manchmal genügt ein ehrlicher Moment mit Gott. Manchmal eine ausgesprochene Vergebung. Manchmal die Entscheidung, einer Wahrheit Gottes mehr zu glauben als der eigenen Geschichte.

Gott kennt unser Herz besser als wir selbst.

Er weiß, wo etwas den Fluss behindert.

Und er lädt uns ein, ihm genau dort Zugang zu geben.

Vielleicht ist deshalb die wichtigste Frage nicht:

„Wie kann ich mehr leisten?“

Sondern:

„Wie kann ich näher an Gottes Herz rücken, damit mehr von seinem in meines fließen kann?“

Je mehr Raum wir ihm geben, desto mehr kann seine Liebe, seine Kraft und sein Frieden durch uns hindurchfließen – zu den Menschen um uns herum.

Christian

Worship – friedliche Kunst für geistliche Gefechte

Worship – friedliche Kunst für geistliche Gefechte

In den vergangenen 9 Monaten, in denen meine Frau und ich nun schon Teil der wunderbaren Gründungsarbeit des Campus Gießen von der Move-Church sein durften, konnten wir nicht nur super freundliche Menschen kennenlernen, geistliche Reife, Professionalität und Leidenschaft erleben, ich hatte auch einen besonderen Déjà-vu-Moment. Während wir dem Wiesbadener Worship-Team auf der großen Leinwand lauschten, sagte der Worship-Leiter: „kommt, lasst uns Gott groß machen!“.  Dieser Satz hatte vor vielen Jahren in meiner Anfangszeit als Worshipleiter durchaus für Aufregung gesorgt. Stellte mich doch ein ehemaliger Ältester meiner Heimatgemeinde im Anschluss zur Rede und machte mir deutlich, dass Gott bereits groß sei. Ich könne nichts dazu beitragen, dass er größer werde. Natürlich, er wusste, dass ich diesen Satz nicht auf diese Weise hatte benutzen wollen, vielmehr störte ihn wohl, dass wir Gott auf eine moderne Art angebetet hatte, was eine kleine Debatte lostreten sollte.

Als ich also diesen Satz erneut gehört hatte, wurden Erinnerungen in mir geweckt. Ja, Gott ist groß, das war er schon immer! Komisch nur, dass wir in dieser Welt oftmals so wenig davon wahrnehmen können, oder? Sollte seine Größe nicht eigentlich alle Sorgen und Nöte, alle Katastrophen und Ängste überragen? Menschen des Gebets und der Anbetung sollten doch von einem tiefen Frieden durchdrungen sein, oder? Neulich las ich zu genau diesem Ausdruck: „Gott groß machen“ einen interessanten Vergleich. Die Autorin schrieb, man könne sich das vorstellen, wie ein Fernglas, mit dem man den Menschen Gott, der ihnen sonst so weit entfernt erscheint, viel näher zeigen kann, sodass man seine Liebe, Güte und Herrlichkeit aus scheinbar unmittelbarer Nähe wahrnimmt. Wahrscheinlich ist die Ebene, auf der wir Gott begegnen, ein viel größeres Arbeitsfeld, als uns oft bewusst ist. Zu schnell verlieren wir bei allen alltäglichen Aktivitäten und Herausforderungen den Blick auf das Wesentliche. Sollten wir nicht in der Anbetung den Charakter und die Persönlichkeit des dreieinigen Gottes derart besingen, dass echte Begegnungen mit ihm stattfinden können, und Menschen Gott ganz persönlich erleben können? Aus diesen Beziehungs-Momenten mit Gott gehen wir dann nämlich oftmals mit einem großem Frieden und Elan heraus. Gottes Gnade und seine Segnungen sind im Übermaß für uns bereitgestellt, schon seit der Auferstehung, wie greifen wir denn bloß danach?

Oft habe ich in diesem thematischen Zusammenhang martialische Ausdrücke wie „Krieger des Lichts“ oder „den Feind in die Flucht schlagen“ gehört und beobachtet, wie Menschen sich damit nicht wohl fühlten und haderten. Krieg ist so ein krasses Wort und gerade für uns Deutsche eigentlich ein lieber gemiedenes Thema! Schauen wir zu Paulus, wird aber schnell klar, dass wir tatsächlich gegen Mächte und Gewalten der unsichtbaren Welt zu kämpfen haben werden (Eph 6,12). Es scheint sich dabei jedoch um eine gänzlich andere, friedvolle Art der Kriegsführung zu handeln, wenn Paulus unseren Fokus eben nicht auf Menschen lenkt. Wie können wir uns demnach also vor diesen Angriffen aus der unsichtbaren Welt schützen und uns wehren?

Lesen wir den Text aus Epheser 6 etwas umfassender, so können wir entdecken, worum es Paulus dabei eigentlich geht. Er gibt uns eine Anleitung zur geistlichen Selbstverteidigung für Zeiten wie diese. Anstatt uns auf unser eigenes Vermögen und unsere Fähigkeiten zu verlassen, müssen wir uns in die Arme Gottes werfen. Deshalb steht dort: „denn ihr wisst: Was ein jeder Gutes tut, das wird er vom Herrn empfangen“ (V8),  seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke (V10). Es geht hier um Demut! Ich musste natürlich sofort an das Zitat denken, mit dem ich mein Buch (Ich worshippe jetzt!) beendet habe: „Demütig sein heißt, mich mit meinem ganzen Sein und Haben von Gott abhängig zu machen. Ich nehme Sein vollkommenes Versöhnungswerk am Kreuz an und lebe in der Kraft des Heiligen Geistes. Jesus ist in allem mein Vorbild, darum geht es nicht mehr um mich, sondern um Ihn, um unsere Liebesbeziehung, die Liebe zum Nächsten und Sein Reich auf Erden. Demütig sein heißt, den Mut zu haben, ein übernatürlich-natürliches Leben zu führen, ohne Menschenfurcht. Demütig sein heißt, ein Anbeter und Liebhaber Gottes zu sein.“ (Lilo Keller: Stecken und Stab, S. 29-30). Worship ist der umfassendste Ausdruck dieser Demut, wenn die Anbetung aus tiefstem Herzen mit ehrlichen Emotionen und bewusstem Willen stattfindet.

Paulus verwendet in Epheser 6 das uns so gut bekannte Bild der Waffenrüstung Gottes. Dabei fiel mir auf, dass wir sie nicht einfach automatisch tragen, weil wir jetzt zu Jesus gehören. Er schreibt den Christen in Ephesus und damit auch uns, dass wir sie anziehen und ergreifen sollen, „damit wir die listigen Angriffe des Teufels abwehren und am Bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten können“ (V 11.13). Beides beschreibt eine Aktion. Stehenbleiben und abwarten, wenn von irgendwo Gefahr droht, ist dagegen sehr gefährlich. Wir müssen uns aktiv in die schützenden Arme Gottes werfen. Lasst und das Bild der Waffenrüstung etwas genauer anschauen, damit wir erkenne können, wie die Arme Gottes für uns sind:

Mit dem Helm des Heils will Paulus zeigen, dass Gott unsere Gedanken schützt. Während der Feind in die unsichtbare Welt unserer Gedanken hinein Zweifel an Gott, Jesus und unserer Rettung säen will, hilft uns der Heilige Geist, dass wir uns an die wesentlichen Wahrheiten erinnern. Gerade in Anbetungszeiten, im stillen Gebet oder während des Bibellesens können wir dieses liebevolle Flüstern leichter hören. Er könnte z.B. sagen: Jesus Christus starb für deine Sünden und ist auferstanden von den Toten. Er sitzt jetzt zur Rechten Gottes und verfügt über alle Macht im Himmel und auf Erden. Von nun an lebst nicht mehr du, sondern Christus lebt durch den Heiligen Geist in dir und du in Christus. Du bist eine komplette Neuschöpfung, dein altes Ich existiert nicht mehr. Gott ist gut und der Feind hat keine Macht über dich! Ist dir eigentlich bewusst, dass Gott diese Wahrheiten zu dir sagt?

Der Brustpanzer der Gerechtigkeit untermauert und konkretisiert diese neue Identität ganz praktisch. Er schützt unser Herz vor den hinterlistigen Angriffen, sodass wir uns im Spiegel des Wortes Gottes als Kinder Gottes erkennen können, auch wenn wir das einmal nicht fühlen. Der Heilige Geist zeigt uns, dass wir gerecht gemacht wurden, weil Jesu Gerechtigkeit auf uns übertragen wurde. Ich darf sagen, „ich bin die Gerechtigkeit Gottes in Christus“ (2Kor 5,21), weil er meine Schuld beglichen hat, und ich nun seine Gerechtigkeit in mir trage. Diese Wahrheiten, sollten wir uns täglich zusprechen, damit sie unser Bewusstsein nicht verlassen können.

Als Gürtel der Wahrheit beschreibt Paulus, wie Gott unseren Willen beschützt. Die Weisheit der Welt ist trügerisch, weil der Feind ein Künstler der Lüge ist. Er vermischt ein wenig Lüge mit einiger Wahrheit und verdreht so den Sinn. Auf diese Weise will er uns aus dem Tritt bringen, damit wir die demütige Haltung der hingegebenen Anbetung aufgeben. Einzig das Wort Gottes birgt die echte Wahrheit in sich. Der Heilige Geist will uns diese Wahrheit lehren und uns immer wieder daran erinnern. Es ist so wichtig, dass wir immer wieder beten: Herr, öffne mir die Sinne, damit ich sehen und hören kann, was du mir jetzt sagen willst.

Mit dem Schild des Glaubens beschützt Gott uns vor feurigen Pfeilen des Zweifels und der Versuchung. Wir können alle Hoffnung auf Jesus setzen. Gott hält seine Versprechen. Er wägt nicht jedes Mal neu ab, ob er uns lieben und segnen soll. Dieser Entschluss steht schon immer fest. Glaube ist eine Gabe Gottes. „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“  (Mk 9,24) lehrt uns, dass wir selbst das nicht aus eigener Kraft können. Der Heilige Geist will uns sogar trösten und für uns vor Gott einstehen, wenn wir selbst nicht mehr beten können. Uns ist das Maß Christi der Gnade gegeben (Eph 4,7), die wir im Glauben ergreifen. Der Heilige Geist will uns helfen, diese Gabe des Glaubens auch freizusetzen, damit wir fest stehen können und eine feste Zuversicht auf das Handeln Gottes haben.

Das Schwert des Geistes ist das Wort Gottes, das die Lügen des Feindes attackiert und besiegt. Das Wort Gottes, das den Himmel auf diese Welt bringt und in der unsichtbaren und sichtbaren Welt Dinge verändert, ist das Rhema-Wort. Es handelt sich um eine Offenbarung Gottes durch den Heiligen Geist z.B. während des Bibellesens, des Betens, Lobens, im Worship oder im Gespräch mit Christen. Im Idealfall sollten wir ja ständig im Dialog mit Gott sein, sodass wir ihn auch immer und überall hören können. Dieses Rhema-Wort ist eine offensive geistliche Waffe. Deshalb war Jesus immer so effektiv und erfolgreich. Er hat immer zuerst auf den Heiligen Geist gehört, die Worte in sich bewegt und erst im richtigen Moment gesprochen.

Zum Schluss listet Paulus noch die Schuhe der Bereitschaft, die gute Botschaft des Friedens Gottes weiter zu tragen auf, mit der er uns zeigt, dass wir ständig bereit, trainiert und hoffnungsvoll sein können. Wenn wir auf den Heiligen Geist hören, wird er uns die richtigen Worte in den Mund legen. Er wird uns den richtigen Weg zeigen. Wir stiften Frieden, indem wir das Evangelium der Gnade Gottes annehmen, leben und weitersagen.

Ist es nicht erstaunlich, dass alle Teile der Rüstung gleichzeitig auch Gaben Gottes sind, die wir uns nicht verdienen können. Jesus hat sie am Kreuz für uns erstritten, und der Heilige Geist hält sie für uns bereit. Gott hat bereits alle guten Taten vorbereitet. Wir können uns vertrauensvoll an ihn wenden und werden erfolgreich sein. Aus dieser Perspektive spiegelt die Waffenrüstung Gottes für mich absolut die richtige Haltung im Worship wider. Worship ist zuerst der Ausdruck einer tiefen persönlichen Beziehung zwischen mir und Gott. Es ist zugleich Schutzpanzer und Waffe gegen den Feind. So, wie Gott mir begegnet, mit allem, was er mir von sich gezeigt hat, kann ich ihn auch der Gemeinde im Worship präsentieren und ihn für sie groß werden zu lassen. Dabei erfassen wir natürlich niemals seine vollständige Größe. Das ist aber auch nicht nötig, da er uns ja liebt.  

Vergangene Woche hatten wir ein Vorspiel in Wiesbaden vor den Leitern der Worship-Arbeit, damit wir bald die Live-Worship-Arbeit in Gießen aufnehmen können. Eine Gruppe, die aus etlichen gestandenen Musikern bestand, zeigte sich dabei größtenteils eher nervös und angespannt, aufgrund  der unangenehmen Prüfungssituation. Obwohl niemand Druck gemacht hatte und alle sehr freundlich und ermutigend vorgingen, konnte auch ich dieses Gefühl nicht abstreifen. Es geht so schnell, dass der Feind Zweifel einstreuen kann, wenn wir auf unsere eigenen Fähigkeiten schauen. Plötzlich gehen dir lauter Gedanken durch den Kopf und du verlierst den Fokus auf Jesus. Auch wenn es an dieser Stelle kein Problem war und die Aufgeregtheit keine Konsequenzen hatte, konnte ich doch aus der Situation lernen. Ich will auf Jesus schauen, mich in Gottes Arme werfen, für ihn spielen und den Menschen zeigen wie er ist und was er für uns getan hat. Der Heilige Geist soll dabei mein wichtigster Partner sein. Dann wird der Feind in unserem Umfeld schweigen müssen. Ich vermute, er wird davon in die Flucht geschlagen. Erscheint dir das auch wie ein Konzept für die Gemeinde trotz nach Corona? Geistliche Gefecht werden immer in Liebe geführt. Die Liebe Gottes wird niemals vergehen, sie ist die höchste Stufe der Autorität Gottes. Gefecht zu gewinnen kann so einfach sein.

Ich wünsche dir und deiner Gemeinde einen kraftvollen Start in eine neue Saison der Anbetung.

Christian Weiß