Ein Gott, der mich sieht

Ein Gott, der mich sieht

Späte, nachdenkliche Impulse für das Jahr 2026

Ja, ich habe lange nichts von mir hören lassen! Das hatte seine Gründe! Ich suchte nach der feurigen Vision für mich und das Netzwerk, doch das war umkämpft!

Kennst du Zeiten, in denen du dich fragst, ob Gott dich überhaupt wahrnimmt?

Zeiten, in denen vieles unsicher erscheint. Zeiten, in denen sich die Dinge schneller verändern, als man sie verarbeiten kann. Man fragt sich, was morgen sein wird, wem man überhaupt noch glauben kann und wie es weitergeht.

Vielleicht geht es dir gerade so.

Beruf, Familie, Beziehungen, Gemeinde, Finanzen, Gesundheit – manchmal scheint es, als würden die Herausforderungen aus allen Richtungen gleichzeitig kommen.

Mir ging es in den vergangenen Monaten ähnlich.

Als Musiker, Musiklehrer und Worship-Leiter habe ich erlebt, wie plötzlich Dinge ins Wanken geraten können, die man eigentlich für selbstverständlich hält. Zwei Hörstürze innerhalb kurzer Zeit haben mich an einen Punkt gebracht, an dem vieles infrage stand.

Was passiert, wenn genau das ins Wanken gerät, was einen großen Teil der eigenen Berufung ausmacht?

Was passiert, wenn man plötzlich nicht mehr so funktioniert wie zuvor?

Wenn Erwartungen zerbrechen

Vielleicht kennst du solche Gedanken:

Menschen sagen dir, dass sie Potenzial in dir sehen. Sie sagen, dass Gott etwas Besonderes mit deinem Leben vorhat. Sie sprechen von Berufung und Förderung. Und gleichzeitig fühlst du dich manchmal völlig übersehen, nutzlos und austauschbar. Als würde niemand wirklich wahrnehmen, was in dir steckt. Besonders schmerzhaft wird es, wenn große Hoffnungen enttäuscht werden, wenn Türen sich nicht öffnen, wenn man sicher war, Gottes Reden gehört zu haben – und trotzdem kein Durchbruch kommt.

Dann tauchen Fragen auf:

Mache ich mir etwas vor? Habe ich mich getäuscht? Funktioniert alles doch nur, wenn ich leistungsfähig bin?

Gott sieht mehr als die äußeren Umstände

Mitten in einer solchen Phase erhielt ich eine Sprachnachricht von einem alten Freund. Er erzählte mir von einem Eindruck, den Gott ihm gezeigt hatte. Er sah mich auf einer Bühne Worship leiten. Dann sagte er etwas, das mich tief berührte:

„Gott möchte dich vollständig wiederherstellen.“

Und weiter:

„Auf deinem Leben liegt noch viel mehr, als du bisher gesehen hast.“

Obwohl sich meine Umstände nicht sofort veränderten, veränderte diese Botschaft etwas in meinem Herzen. Denn plötzlich wurde mir wieder bewusst:

Gott beurteilt mein Leben nicht nach meinem momentanen Zustand.

Er sieht weiter.

Er sieht tiefer.

Er sieht das Herz.

Vor einigen Wochen hörte ich während einer Gebetszeit einen ähnlichen Gedanken:

„Von außen betrachtet erscheinen wir manchmal etwas erbärmlich. Aber ich sehe das Herz an.“

Diese Worte haben mich nicht mehr losgelassen.

Der Kampf um unser Herz

Der christliche Autor und Seelsorger John Eldredge schreibt:

„Die Reise deines Lebens ist die Geschichte des brutalen Angriffs auf dein Herz – durch den, der weiß, was aus dir werden könnte, und der dies fürchtet.“

Vielleicht erklärt das einiges.

Vielleicht ist es kein Zufall, dass gerade die Bereiche angegriffen werden, in denen Gott etwas Wertvolles in uns hineingelegt hat.

Vielleicht sind manche Kämpfe sogar ein Hinweis darauf, dass unser Leben Bedeutung hat.

Der Feind möchte, dass wir unsere Identität vergessen, dass wir uns über unsere Fehler definieren – über unsere Schwächen und unsere Enttäuschungen. Über das, was gerade nicht funktioniert.

Gott hingegen erinnert uns daran, wer wir in Christus sind.

Die Wahrheit über unserem Leben aussprechen

David tat genau das.

Immer wieder lesen wir in den Psalmen, wie er zunächst seine Not beschreibt, um anschließend die Wahrheit Gottes auszusprechen.

Vielleicht brauchen wir das heute mehr denn je.

Denn die Wahrheit ist:

Jesus lebt durch seinen Heiligen Geist in uns!

Wir sind nicht allein!

Wir tragen Gottes Gegenwart nicht nur gelegentlich in besonderen Gottesdiensten. Sein Geist wohnt in uns!

Die Wahrheit ist:

Unser Wert hängt nicht von unserer Leistung ab!

Wenn der Vater uns ansieht, sieht er uns durch das vollkommene Werk Jesu!

Die Wahrheit ist:

Wir sind angenommen!

Wir sind gerecht gesprochen!

Wir gehören zu Gottes Familie!

Wir sind nicht vergessen!

Wir sind nicht aufgegeben!

Wir sind nicht übersehen!

Und selbst dort, wo wir unsere Schwächen besonders deutlich sehen, arbeitet Gott längst an unserer Wiederherstellung.

Vom Blick auf uns selbst zum Blick auf Jesus

Einer meiner Lieblingsverse in solchen Zeiten steht in 2. Korinther 3.

Dort schreibt Paulus, dass wir verwandelt werden, indem wir die Herrlichkeit Jesu anschauen. Das ist bemerkenswert!

Er sagt nicht:

Streng dich mehr an, arbeite härter an dir, werde geistlicher!

Sondern:

Schau auf Jesus!

Je mehr wir ihn betrachten, desto mehr verändert er uns! Nicht aus eigener Anstrengung, sondern durch seine Gegenwart.

Was trägt, wenn alles andere wankt?

Wenn Herausforderungen kommen, suchen wir oft nach schnellen Lösungen.

Doch manchmal möchte Gott uns zuerst an etwas anderes erinnern:

Wir sind bereits seine Kinder.

Wir sind bereits geliebt.

Wir sind bereits angenommen.

Nichts kann uns von seiner Liebe trennen.

Keine Krankheit.

Keine Enttäuschung.

Kein Versagen.

Keine Zukunftsangst.

Keine Krise.

Keine Macht dieser Welt.

Darauf gründet unsere Hoffnung.

Ein Gott, der mich sieht

Vielleicht befindest du dich gerade an einem Punkt, an dem vieles unklar ist. Vielleicht wartest du auf Antworten. Vielleicht auf Heilung. Auf Wiederherstellung. Auf einen Durchbruch.

Dann möchte ich dich an etwas erinnern, das Gott mir in den letzten Monaten immer wieder gezeigt hat:

Du bist nicht übersehen worden. Du bist nicht vergessen. Dein Wert hängt nicht davon ab, wie stark du gerade bist. Nicht davon, wie erfolgreich du bist. Nicht davon, wie viele Menschen an dich glauben.

Der Gott der Bibel ist ein Gott, der sieht.

Er sah Hagar in der Wüste. Er sah David auf dem Feld. Er sah Petrus nach seinem Versagen.

Und er sieht auch dich.

Vielleicht beginnt neue Hoffnung genau dort, wo wir aufhören, nur auf unsere Umstände zu schauen, und wieder anfangen, auf Jesus zu blicken.

Denn dort finden wir die Wahrheit über unser Leben. Und dort finden wir die Kraft für den nächsten Schritt.

Christian