Lichtbringer sein

Lichtbringer sein

Was der „Herrn der Ringe“ und die Regenbogenfarben mit unserem Auftrag zu tun haben

„Die Welt ist im Wandel. Ich spüre es im Wasser. Ich spüre es in der Erde. Ich rieche es in der Luft. Vieles, was einst war, ist verloren, weil niemand mehr lebt, der sich erinnert.“, mit diesen Worten der Elbenkönigin Galadriel beginnt die Verfilmung eines meiner Lieblingsromane „Der Herr der Ringe“. Mit der deutlichen Zunahme an Finsternis, Zerstörung und Hoffnungslosigkeit wird bei den Bewohnern Mittelerdes der Ruf nach Errettung lauter. In weit über 1000 Seiten wird nun die Geschichte einer ungewöhnlichen Gemeinschaft von 9 Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und zur Befreiung der Welt ausgesandt werden, erzählt. Angeleitet werden sie von dem guten Zauberer Gandalf, einem engelhaften Wesen, der sein Leben für die Gemeinschaft opfert, diese dadurch rettet und später als der auferstandene Gandalf der Weiße wieder erscheint und eingreift. Die besondere Herausforderung für die sogenannte „Gemeinschaft des Rings“ ist ihre extreme Heterogenität. Dabei fehlt den einzelnen Mitgliedern häufig das Verständnis für die Mitstreiter, deren Stärken so verschieden und Kultur so andersartig erscheint. Am Ende können nur noch diejenigen mit der richtigen Herzenshaltung und Leidenschaft weitergehen und völlig ohne egoistische Motive die Mission zum Wohl aller zu einem guten Ende bringen.

Wieso beschreibe ich jetzt also diese alte Geschichte, deren Autor, John Ronald R. Tolkien, bereits in meinem Geburtsjahr verstorben ist und damit nicht gerade unserer Lebenswelt entspringt? Auch in diesen Tagen werden wir von den Medien mit echten Problemen, Sorgen, Katastrophen voller Hoffnungslosigkeit und Finsternis bombardiert. Manchmal möchte man die Nachrichten einfach nur noch ausschalten. Die Sehnsucht nach Licht und Hoffnung schlummert heute doch in uns allen, oder? Gerade jetzt sollten wir Christen eigentlich einen Unterschied für diese Welt machen können. Für Tolkien als überzeugtem Christ war sein literarisches Werk zwar keine Analogie zur Bibel, die Leser sollten aber doch die gute Botschaft herauslesen können, wie er in einigen überlieferten Briefen betont. Am Modell dieser meisterhaft erfundenen Völker und Persönlichkeiten, sollten wir lernen können, was Menschen zusammenführt, wie sie gemeinsam große Probleme meistern und Licht bringen können. Niemals lässt im „Herrn der Ringe“ Gott, dessen Name dort Illuvatar ist, die Gemeinschaft im Stich.

Licht ist unglaublich intensiv erforscht und doch in gewisser Weise ein Mysterium. Ohne Licht gibt es kein Leben, keine Farben und keine Orientierung. Finsternis ist nichts anderes als die Abwesenheit von Licht. Im Regenbogen sehen wir 7 Farben. 7 steht in der Bibel für Vollständigkeit und doch wissen wir heute, dass es da auch noch Ultraviolett und Infrarot im nicht sichtbaren Bereich gibt (ganz abgesehen von Strahlungen, die nicht mit Farben in Verbindung gebracht werden). Ich möchte mich hier der eigenmächtigen Konstruktion bedienen, die den Regenbogen somit in 9 Farben erscheinen lässt, um einerseits die Brücke zum Roman zu schlagen und andererseits die Möglichkeiten geistlichen Lichts für heute genauer unter die Lupe zu nehmen.

Da stehen wir also mitten in der Finsternis dieser „Welt im Wandel“ und folgen einer Person nach, die in Johannes 1 das „Licht der Welt“ genannt wird und gleichzeitig diese göttliche Eigenschaft mit dem „ihr seid das Licht der Welt“ auch uns zuschreibt. Christ zu sein bedeutet ja nicht nur, dass wir einmal eine Entscheidung für Jesus getroffen und bestimmte Erkenntnisse gewonnen haben, um uns jetzt zurücklehnen zu können. Im Gegenteil, sollen wir unser Licht nicht unter den Scheffel stellen. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, wird von allen Seiten gesehen werden, wenn ihre Lichter leuchten. In der Stiftshütte des Mose, die ja ein Abbild der himmlischen Stiftshütte war, können wir ein Modell für die Begegnung von uns Menschen mit Gott, für wahrhaftige Anbetung und echtes Leben sehen (Wenn dich dieses Thema interessiert, kannst du in meinem Buch „Ich worshippe jetzt!“ noch einige weitere Infos zur Bedeutung der Stiftshütte und deren Bestandteile nachlesen). Dort leuchtet die 1,5m hohe, aus massivem Gold gefertigte Menora, der 7-armige Leuchter Tag und Nacht und erhellt das ganze Heiligtum, weil das Öl immer wieder nachgefüllt wird. Der Prophet Sacharia beschreibt gar einen Leuchter mit 9 Armen, während in die beiden äußeren Arme die Zweige eines Oliven-(Öl)-Baumes hineinragen. Im Buch der Offenbarung des Johannes werden dann die 7 Arme der Menora als die 7 Gemeinden beschrieben, in deren Mitte sich Jesus befindet. Deshalb fand ich den Gedanken sehr charmant, dass Jesus quasi der Schaft dieses Leuchters ist. Er hält uns Christen zusammen, durch ihn bekommen wir unseren Brennstoff Öl. Das Öl der Salbung steht ja schon immer für den Heiligen Geist, der in uns ist, über uns kommen will und uns brennen lässt.

Alle in der Offenbarung beschriebenen Gemeinden (7 steht, wie gesagt, in der Bibel oft für eine Vielzahl oder Vollständigkeit), die sich ja gefühlt auch in unseren Tagen befinden könnten, durchleben individuelle Situationen, haben je eigene Stärken und Probleme. Es scheint zunächst entscheidend zu sein, dass wir, als Teil dieser Gemeinden, nicht lau sind, sondern brennen, weil wir sonst kein Licht in der Welt sein können. Diese Flamme wird in unserem Herzen gezündet. Liebe wird damit zum Dreh- und Angelpunkt für jegliches Handeln. Als hätten alle Aktionen und Handlungen ohne sie keine Wirkungskraft. Sie ist wie die Zündkerze oder das Streichholz, das unser Licht entfacht.

Bringen wir jetzt also diese Leuchter-Arme der Christenheit mit dem Modell der Ringgemeinschaft und unseren 9 Farben des Regenbogens zusammen. Es kommt mir vor, als hätten unsere geistlichen Flammen bei genauerem Hinschauen kein weißes Licht. Vielmehr scheinen sie in farbigen Schattierungen zu leuchten. Wie bei den Farben des Regenbogens könnten auch unsere geistlichen Farben im Zusammenschein durchaus weißes Licht erzeugen, das Licht Jesu, der die Vollkommenheit und Herrlichkeit Gottes ausstrahlt. Aber vielleicht kennst du das, wenn man eine farbig getönte Sonnenbrille trägt, erscheint alles, was man sieht, andersartig eingefärbt. Stell dir also vor, eine Person mit einer blauen Brille steht neben einer Person mit einer roten Brille und beide diskutieren über die Farben der Blumen einer Blumenwiese. Ohne sich der Situation des Gegenübers bewusst zu werden und sich in die andere Person hineinzuversetzen, könnte es eine wirklich komplizierte Diskussion werden. Das ist der Grund, wieso eine Gruppe von Christen, eine Gemeinde, sowie die gesamte Christenheit auch alle 9 Gaben des Heiligen Geistes abbilden können sollte, um die Früchte des Geistes hervorzubringen. Auf diese Weise entsteht weißes Licht. Dabei ist nicht etwa eine Farbe besonders hervorzuheben, auch wenn jedem von uns die je eigene am bedeutendsten erscheint. Es geht um den Zusammenschein der Farben, wenn wir weißes Licht erzeugen wollen und der Welt die frohe Botschaft von der Gnade durch Jesus bringen wollen.

Werden wir also noch etwas praktischer und konkreter. Innerhalb z.B. einer funktionierenden Gemeinde sollten Evangelisten neben Lehrern, Propheten neben Seelsorgern, Mitarbeiter der Kinderarbeit neben den Mitarbeitern der Finanzverwaltung, usw. glücklich arbeiten können. Es gibt nun einmal Personen, die Visionen entwickeln und Praktiker, die Arbeiten einfach anpacken. Manche tragen Gemeinden durch ihr Gebet im stillen Kämmerlein, andere brauchen immer eine große Bühne. Während es den einen sehr leicht fällt, auf Personen zuzugehen und sie freundlich zu begrüßen, haben andere vielleicht ihre Stärke viel mehr im Bereich der Logik und Organisation. Wie oft treffen doch Mitarbeiter, deren Stärke es ist, kreativ die Freiheit auszuschöpfen, auf andere, die einen gesegneten Blick darauf haben, gute Gewohnheiten zu bewahren. Da jede Stärke unseres farbigen Lichtes auch eine Schattenseite besitzt, fällt uns diese leider so oft als erstes auf. Es fängt dabei häufig schon mit der Sprache an, dass wir einander nicht gut verstehen oder uns zu schnell abschrecken lassen. Gerade wir Worshipmusiker sind doch ein sehr empfindsames Völkchen, das sich nur zu leicht die gute Laune rauben lässt und dann nicht mehr aus tiefstem Herzen anbeten kann. Und genau da kann man die Strategie des Feindes erkennen. Es ist die älteste Methode der Welt, Personen gegeneinander auszuspielen, indem man ein Missverständnis benutzt, eine kleine Unwahrheit einstreut, die beide Seiten immer weiter auf Distanz bringen, bis sie nicht mehr fruchtbar zusammenarbeiten können. Aber eigentlich sollte man uns Christen doch an der Liebe untereinander erkennen.

Die Künstler wissen, dass sich Farben, die sich im Farbkreis genau gegenüberliegen, also auf gegensätzlichen Seiten zu finden sind, sehr gut ergänzen. Grün und Rot passen einfach perfekt zusammen, genau wie Orange und Blau oder Violett und Gelb. So haben sich in der „Gemeinschaft des Rings“ zum Beispiel der Elb Legolas und der Zwerg Gimli angefreundet, obwohl sie zuerst eine große Abneigung voneinander hegten. Zu tief lagen die Wunden der Streitereien ihrer Vorfahren. Erst als sie erkannten, dass sie nur gemeinsam erfolgreich sein werden und die Entscheidung trafen, sich gegenseitig zu schützen, als sie sich Zeit nahmen, ihr Gegenüber wahrzunehmen, freundeten sie sich an. Letztendlich wurden sie beste Freunde fürs Leben und ein geniales Team. Zuweilen ruft Gott auch uns in sehr besondere heterogene Teams, um genau dieses weiße Licht seiner Gegenwart zu verkörpern. Stell dir vor, innerhalb einer Gemeinde gäbe es Gruppen, die nur aus roten Personen, und welche, die nur aus grünen usw. beständen. Sie hätten wahrscheinlich einige Gemeinsamkeiten, würden aber niemals einen klaren Blick auf die Umstände und Möglichkeiten erhalten. Wenn wir die Gnade Gottes für unser Leben entgegengenommen haben, beschenkt er uns mit dem Maß Christi seiner Gnade. Wir sprechen hier von der Fülle seiner Segnungen! Wir werden befähigt, gnädig zu sein. Wir haben die Gnade, großartiges im Namen Jesu zu erleben.

Mein persönlicher Maßstab für solche Fälle ist das Wort Gottes. Ich lese jeden Morgen meine Bibel und höre dabei auf den Heiligen Geist (das versuche ich so unverkrampft wie möglich, ohne Druck und voller Leidenschaft zu machen). Das, was er mir für diesen Tag zeigt, schreibe ich als Gebet in mein „365“ Buch mit dem Bibelleseplan (von der Bibelliga). Ich höre den Heiligen Geist auch häufig in Gebetszeiten direkt zu mir sprechen (hierzu gibt es einen anderen Artikel „Mit Gott reden“ auf unserer Seite). Oftmals bestätigt Gott das durch die Aussagen von anderen Personen, mit denen ich im Dialog bin. Besonders meine Frau Tine ist mir dabei das perfekte Gegenüber. Man bekommt ein Gespür dafür, wie Gott spricht und lernt, dass er unterschiedlich zu verschiedenen Menschen redet, damit wir ihn verstehen können. Manchmal sind es aber auch einfach Liedtexte, Predigten oder sonst etwas, aus denen wir seine Stimme plötzlich flüstern hören. Ich versuche die über mir eingesetzte Leiterschaft in Gemeinde und anderen Ministries zu respektieren, zu segnen und ihre Aussagen ernst zu nehmen. Wenn meine Erfahrung einmal damit nicht zusammenpasst, ringe ich mit Gott und Menschen um Klarheit im betreffenden Themenbereich. Ich weiß ja genau, dass mein Blick nicht immer von weißem Licht umgeben ist. Je mehr ich aber einfach im Vertrauen auf unseren Herrn Jesus loslaufe, desto klarer wird oft mein Sichtfeld. Er schickt seine Helden los, um mir zur Seite zu stehen, wie er es auch bei David gemacht hat.

Im Worshipnetzwerk treffen ja etliche Musiker aus verschiedenen Gemeinden und Denominationen aufeinander. Allein aufgrund unserer Prägungen und Erfahrungen müssten wir eigentlich hier und dort voreinander fliehen. Und doch hat es sich als besonders segensreich erwiesen, wenn wir zusammen kommen und Gott in Einheit anbeten. Deshalb finde ich es auch äußerst inspirierend, wenn wir gerade mit den verschiedenen Gemeinden vor Ort an einem Strang ziehen. Sicher, es gibt Unterschiede! Wenn wir uns aber gegenseitig limitieren, indem wir uns den Filter der je eigenen Farbe vorhalten, wird die Welt nur schwer Jesus als das Licht der Welt erkennen können. Lasst uns keinen künstlichen Konkurrenzkampf erzeugen, der nur auf unsere egoistischen Motive aus Stolz und Unsicherheiten zurückzuführen ist. Die Farbenvielfalt der Gemeindelandschaft ist dann eine geniale Errungenschaft, wenn wir zusammen als weißes Licht leuchten können. Immer wieder ist dafür ein gerüttelt Maß an Demut von Nöten. Daran will ich auch immer wieder arbeiten.

Was will ich also mit diesen recht ausführlichen Aussagen zur Ringgemeinschaft, zum Licht, den Gnadengaben und der Gemeinschaft unter Christen und mit Gott genau sagen? Ich bin der festen Überzeugung, dass, wenn du mit Jesus lebst, DU als wahres Licht in dieser Welt leuchten kannst und sollst. ER will DURCH DICH in dieser Welt sichtbar werden und einen Unterschied machen. Alle Werke hat er für dich bereits vorbereitet, alle Segnungen mit seinem Werk am Kreuz bereitgestellt. Du kannst zum Hoffnungsträger seiner Gegenwart werden. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir Christen mit unseren Gemeinden Orte, Regionen und Nationen segnen können. Finsternis wird ganz einfach durch die Anwesenheit von Licht vertrieben. Sie verdient nicht unsere Aufmerksamkeit. Menschen sollen frei von Gebundenheit und Süchten werden, sie sollen sich angenommen fühlen und gemeinsam mit Jesus in ihre echte Bestimmung hineinwachsen können. Anbetung ist ein unglaubliches Mittel, um in diese Gegenwart Gottes einzutreten und Gemeinschaft mit anderen Christen zu erleben, indem man EINS wird im Gebet. Gerade jetzt, wo die Pandemie so weit zurück gedrängt wurde, dass wir uns wieder treffen dürfen, sollten wir die Chancen nicht verstreichen lassen, zusammen zu kommen, um Gemeinschaft in der Anbetung zu praktizieren, aufeinander zuzugehen und uns gegenseitig zu segnen, damit viele Menschen freigesetzt werden können.

Vergangene Woche hatte ein befreundetes Ehepaar uns mit einer Gruppe von ca. 20 Personen in ihren Hof eingeladen. Wir spielten völlig ungezwungen Anbetungslieder, beteten Gott an, sprachen uns gegenseitig prophetische Worte und Ermutigungen zu und ließen unser Herz von Gott füllen. Da war es, dieses weiße Licht! Wir konnten für die gesamte Woche diese Freude und Frieden in uns spüren. Das sollte in unseren Zusammenkünften passieren, damit wir dann raus gehen können in diese düstere Welt, um zu leuchten. Immer mehr wird mir wieder bewusst, dass ich ja kein Licht erzeugen muss, sondern es nur nehmen und hinaus in diese Welt tragen darf.

Du bist auch ein Lichtträger – werde zum Lichtbringer!

Christian Weiß

Brückenläufer sein

Brückenläufer sein

Wie eine Einheit von Christen unser Land verwandeln könnte

„Jede Krise birgt auch eine Chance“ sagte einmal unser deutscher Bundespräsident Richard von Weitzsäcker, indem er sich auf das chinesische Schriftzeichen „Wei Ji“ bezog, was gleichzeitig „Gefahr“ und „Chance“ bedeutet. Letzte Woche schrieb ich gerade eine Email an die Mitarbeiter unseres Worshipnetzwerks, die nachdenklich, selbstkritisch aber auch sehnsüchtig und hoffnungsvoll war. Das nun schon einjährige Verbot und damit der Stillstand gemeinschaftlich gesungener Anbetungslieder in Kirchen reißt ein riesiges Loch in ein Herzstück der christlichen Glaubenspraxis. Zwar kann uns keiner verbieten, mit unserem Gott in Kommunikation zu treten, wir beten und meditieren, lesen Bibeltexte und hören Predigten an; doch bleibt der Lobgesang immer noch eine der emotionalsten Ausdrucksformen unserer Liebe gegenüber dem dreieinigen Gott. Wir vermissen dieses „Eins-werden“ im gesungenen Gebet, wenn man spüren kann, wie sich die Herrlichkeit Gottes auf eine Versammlung legt, Menschen innerlich und äußerlich frei werden und neue Ausrichtung erfahren. In Worshipzeiten dürfen wir den Frieden Gottes am eigenen Leib erfahren und neue Hoffnung schöpfen. Von Hoffnung können wir immer dann sprechen, wenn wir unsere Zukunft mit dem Wirken Gottes im Einklang sehen. Dem gegenüber steht die Angst, die immer Ausdruck eines Blicks in eine mögliche Zukunft ohne das Wirken Gottes ist. Wie sieht denn jetzt eigentlich die Gemeinde aus, die eine hoffnungsvolle Zukunft hat?

Ich bin mir sicher, wir werden wieder singen und Gott gemeinsam loben! Vielleicht viel intensiver als je zuvor! Als ich mir mit meiner Frau Tine im Januar einen Tag Zeit nahm, um gemeinsam Gott zu fragen, welche Vision er uns für das Jahr 2021 gibt, machten wir eine Tageswanderung durch unsere schöne Umgebung. In einem Wald sah ich eine große Hängebrücke, die Teil eines Hochseilgartens war. Ich hielt kurz inne und hörte Gott sagen: „ihr habt einige solcher Brücken und Wege rund um euer Basecamp angelegt, das ist gut. Jetzt sollt ihr sie freigeben, damit alle darüber laufen können. Ihr sollt auch ab jetzt auf den Brücken der anderen laufen“. Im weiteren Verlauf des Weges zeigte Gott uns, dass unser Basecamp, wir nennen unser Zuhause gerne die „Feuerwache“, dieser verspielte Ort der Freude, Gemeinschaft, der Anbetung und der Fürbitte ist. Es sah ganz so aus wie ein Waldkindergarten, ein Ort der Sicherheit mitten im Wald. Die kleinste geistliche Einheit ist eben die Familie. Danach kommt die Kleingruppe und die Gemeinde usw. Viele Menschen haben sich, genau wie wir, solche Basecamps angelegt. Es gibt Orte, an denen sich unser geistliches Leben zu großen Teilen abspielt. Gemeinden haben ihre eigene Kultur des christlichen Glaubens etabliert und vertreten ihre eigenen Überzeugungen. Das hat zur Folge, dass Gott sich auch in den verschiedenen Basecamps unterschiedlich zeigt, die Menschen also auch verschiedene Offenbarungen von ihm bekommen. Häufig endet das darin, dass eine Gruppe auf die Fehler der anderen deutet.

Irgendwie hat mich dieses Bild an eine Verfilmung von Robin Hood erinnert. Der starke ritterliche Arm des Gesetzes hatte das Gefolge Robins in den Wald getrieben. Dort suchten sie Zuflucht in Baumhäusern. Das Besondere an diesen Wohnungen im Wald war aber, dass sie durch unzählige Brücken und Baumkronenpfade verbunden waren und so die Gemeinschaft als echte Einheit stark machte. Wenn diese Leute sich jetzt hingestellt hätten, um sich gegenseitig zu beweisen, wieviel besser, schöner, gemütlicher, freundlicher, intelligenter und stabiler ihre eigene Behausung doch war, wäre ihre Situation aussichtslos gewesen. Viel genialer wäre doch, wenn man sich die guten Ideen gegenseitig zeigt und so voneinander profitiert und das gesamte Lager zu einer echten Festung ausbaut. Genau dieses Prinzip könnte auch den Kirchen in Deutschland und weltweit sehr hilfreich sein. Schließlich geht es nicht um die Baumhäuser, Kirchen, Kulturen oder Überzeugungen. Es geht um Jesus und unsere persönliche Beziehung zum dreieinigen Gott.

Wir als Worshipmusiker können uns dieses Prinzip vielleicht besonders gut anhand einer Band erklären. Nehmen wir z.B. mich, ich bin ein Gitarrist, der durch die klassische Ausbildung an der Uni gegangen ist, eine große Vorliebe für Fingerstyle-Gitarre hat und in jeder Form den vollen, orchestralen Klang von Akustikgitarren liebt. Sicher spiele ich in der Band auch Strumming-Passagen, es frustriert mich aber schon etwas, wenn ich das Gefühl habe, dass von meinem Sound in der Band lediglich ein Zischen übrigbleibt, aus dem man nicht einmal genau heraushören kann, welchen Akkord ich gegriffen habe. Ähnlich würde es Dede gehen, der ein begnadeter Bassist ist, jedes nur denkbare Solo spielen kann, wenn er dazu verdonnert würde, ausschließlich auf den Schlägen der Bassdrum zu spielen. Im besten Fall würde niemand bemerken, dass er mitspielt. Oder nehmen wir Thomas, der diese wunderbaren highspeed Soli auf der E-Gitarre spielen kann. Wenn er nur Ambient-Sounds spielen sollte, wie zufrieden wäre er am Ende des Abends. Auch Andi oder Markus, die einen ganzen Abend alleine mit ihren Keys abdecken könnten, wie gerne würden sie sich auf Pad-Sounds reduzieren lassen. Und sowieso, Drummer sind immer zu laut, und generell geht es eh nur um die Sänger. Reicht es nicht, wenn wir einfach ein Youtube-Video anmachen? Nein, nein und nochmals nein! Das sind natürlich alles nur Beispiele. Weder ist es hilfreich, wenn jeder immer nur sein eigenes Ding macht und die anderen ignoriert, noch hilft es, wenn sich jeder auf ein Minimum reduziert um den anderen in falscher Bescheidenheit zu dienen. Wir sollten unsere Stärken gegenseitig kennen und aufeinander abstimmen. Dabei kann man noch einiges voneinander lernen. Schließlich geht es darum, gemeinsam Jesus zu begegnen. Jeder kommt dabei völlig zum Zug. Keiner muss unbedingt so wie Hillsong, Bethel oder Elevation klingen.

Das gilt auch auf der geistlichen Ebene. Schaffen wir es mit unseren verschiedenen Graden/Ausprägungen/Schattierungen der Offenbarung Gottes, nebeneinander zu stehen, ohne uns gegenseitig zu verurteilen? Können wir vielleicht sogar voneinander profitieren und lernen? Immerhin haben wir die Bibel als Maßstab. Der Heilige Geist will uns anleiten und in jede Situation hineinreden. Außerdem kennen wir die Perspektive des Neuen Bundes. Das könnte an sich ausreichen, um nicht Gefahr zu laufen, vom richtigen Weg abzukommen. Wenn wir in diesem Sinne anfangen, Brückenläufer zu werden, wird unser Land eine krasse Wende machen! In einem Fantasy-Hörbuch, auf das Gott mich aufmerksam machte, kommen sogenannte „Wandler“ vor. Sie haben die übernatürliche Fähigkeit Licht in Materie umzuwandeln. Dabei kann jeder nur jenes Licht wandeln, was er auch an Farben differenziert wahrnehmen kann. So gibt es für die Spektralfarben jeweils verschiedene Wandler. Als Bichromat werden jene bezeichnet, die zwei Farben wandeln können, als Polychromat, die mit mehreren Farben. Das bringt es für mich auf den Punkt. Gottes Licht ist weiß! Es trägt alle Farben in sich, obwohl wir Christen oftmals nur einen Blick für eine oder zwei bestimmte Farben haben. Ich habe es selbst erlebt, wenn man gerade eine neue Ebene der Offenbarung Gottes für sich entdeckt, welche Abwehrhaltung das im eigenen Umfeld erzeugen kann. Keiner meint es böse, und doch erzeugt es Angst, Gott auf eine Art gezeigt zu bekommen, die einem fremd ist. Doch Gott ist noch viel mehr als wir uns vorstellen können. Er sprengt alle unsere Vorstellungskraft.

Ich kann ein Land sehen, in dem Christen aller Couleur nebeneinander stehen und Gott anbeten. Ich sehe ein Worshipnetzwerk, das unterschiedlichste Veranstaltungen durchführt mit verschiedenen Leitern, Musikern, Betern, Tänzern, Künstlern und an den unterschiedlichsten Orten. Ich sehe, wie Menschen ihr Leben in die Hände Jesu legen, weil sie spüren, dass diejenigen, die mit ihm leben, von Liebe angetrieben sind. Jede Begegnung mit ihm sollte eine heilvolle Begegnung sein. Wenn Menschen uns begegnen, sollten sie Jesus durch uns begegnen. Oh ja, ich habe wirklich Hoffnung für unsere Region, unser Land und unsere Welt. Hoffnung ist eine Zukunft, in der Sein Reich in unserer Mitte sichtbar wird und Sein Wille geschieht. Kommst du mit auf die Brücken der christlichen Baumkronenpfade? Hilfst du mit, Stück für Stück, die eigenen Wege für andere zu öffnen, ohne dass wir uns gegenseitig Druck machen müssen? Das wäre wunderbar. Es klingt doch gar nicht so schlecht, Brückenläufer zu sein, oder? Christus ist Auferstanden! Gesegnete Ostern 2021!

Christian

Erhöhe dein Drehmoment 3

Erhöhe dein Drehmoment 3

Die Straße der Wahrheit

Diese Woche wollen wir die Serie „Erhöhe dein Drehmoment“ abschließen, indem wir die Weisheit Gottes dem Wissen dieser Welt gegenüberstellen. Anstatt Lösungen für Probleme mit vergifteten Resourcen anzustreben, können wir uns auch auf die Weisheit Gottes verlassen. Jesus hat uns die Früchte des Baumes des Lebens auf die Erde gebracht. Anbetung sollte immer auf einem soliden Fundament des Neuen Bundes stattfinden. Schau dir das Video an und lass dich stärken, in der Wahrheit zu leben und Gott im Geist und in der Wahrheit anzubeten.

Erhöhe dein Drehmoment Teil 2

Erhöhe dein Drehmoment Teil 2

Die 4 Takte des geistlichen Motors

In diesem Video gehe ich noch einmal genauer auf die im vorherigen Video „Erhöhe dein Drehmoment“ beschriebenen 4 Takte des Ottomotors ein und deute es für unser geistliches Leben. Nach der bildlichen Erklärung versuche ich, etwas Leben in die Prinzipien zu bringen. Es geht um Tanken, Arbeitstemperatur, Zündung und Abgase, die uns weiter in unsere Berufung und in ein glückliches und gesegnetes Leben hinein befördern. Ich beschreibe dabei persönlichen Erfahrungen und die anderer Personen, um Begrifflichkeiten und Vorgehensweisen verständlicher zu machen. Viel zu oft lassen wir uns von unbekannten Dingen abschrecken, weil wir nicht genau verstanden haben, was gemeint war. Mein Wunsch ist es, dass wir aus den verschiedenen Denominationen zusammenkommen, die Scheu verlieren und voneinander profitieren können. Es ist Zeit für einen einheitlichen und kraftvollen Leib Christi. Lass dich mitnehmen in ein Leben in tiefer Gemeinschaft mit Gott. Gib Anbetung den Raum im Zentrum deines Lebens!
Viel Spaß damit!

Erhöhe dein Drehmoment

Erhöhe dein Drehmoment

Wie wir in 2021 geistlich Fahrt aufnehmen können

Zum Jahr 2021 hat Gott mir, wie gesagt, das Thema „erhöhe dein Drehmoment“ aufs Herz gelegt. Es könnte sein, dass Gott an dieser Stelle gerade eine Tür öffnet, die dich auch weiter in deine eigene Bestimmung führen soll. Ich würde mich sehr freuen, wenn du dich einfach mal auf dieses Thema einlässt.

Im Worshipnetzwerk verstehen wir uns als überkonfessionell. Wir kommen aus verschiedenen Denominationen und haben dadurch auch unterschiedliche Prägungen. Es kann also sein, dass wir auch andersartige Erfahrungen mit diversen Themen und Begriffen haben. Aus diesem Grund möchte ich ich in nächster Zeit noch genauer auf die „4 Takte des Otto-Motores“ und deren geistliche Bedeutung für den Alltag eingehen, indem ich von persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen diverser Autoren berichte.

Hier schon mal ein kleiner Überblick über Bücher, die mich in diesen Bereichen in den vergangenen Jahren weitergebracht haben:

1. Tanken (mit Gott kommunizieren und zulassen, dass der Heilige Geist uns füllt)

a. Brad Jersak: Kannst du mich hören

b. Joseph Prince: Zur Herrschaft bestimmt

c. Bill Johnson: Träger seiner Gegenwart

d. James Goll: Living a supernatural life

2.  Arbeitstemperatur (über der Wahrheit Gottes meditieren, bis seine Herrlichkeit darauf liegt)

a. Don Potter: Facing the wall

b. David Herzog: Invasion der Herrlichkeit

c. James Goll: Die vergessene Kunst der Anbetung

d. Christian Weiß: Ich worshippe jetzt! (;-)

3. Zündung (Eins werden und zulassen, dass Gottes Wille in dieser Welt geschehen kann)

a. Dutch Sheets: Fürbitter, die in den Riss treten

b. Beni Johnson: Der glückliche Fürbitter

c. Bill Johnson: Setze die Kraft Jesu frei!

d. Andrew Wommack: Ein besserer Weg zu beten

4. Abgase (Angriffe abwehren und negative Folgen vor dem Kreuz ablegen)

a. Dallas Willard: Verwandle mein Herz

b. Ray Bevan: Gnade ruft lauter

c. Erwin Raphael McManus: Der Weg eines Kriegers

d. Joseph Prince: Das Gebet des Schutzes

Vielleicht lässt du dich vom Heiligen Geist leiten, welches Buch du lesen sollst. Gesegnetes 2021, Christian

Frohe Weihnachten

Frohe Weihnachten

Nach einer längeren Pause melde ich mich aus dem Worshipnetzwerk zurück. Sorry für die Pause! Gott hat die Zeit genutzt, um meinen Blick in eine bestimmte Richtung zu lenken. Das hat mein persönliches Leben stark beeinflusst und könnte als Ermutigung für deines dienen. Ab Januar werde ich diese Gedanken hier auf der Seite teilen. Bis dahin wäre es toll, wenn du dieses Video als weihnachtlichen Gruß annehmen würdest! Auf einer kleinen Wanderung hatte ich den Eindruck, ich soll kurze Videosequenzen mit meinem Smartphone aufnehmen. Schnell einen Ausschnitt aus meinem alten Lied „Psalm 23“ mit der Akustikgitarre instrumental in den Looper gespielt – fertig. Es ist also keine Hollywoodproduktion aber absolut ehrlich gemeint! Vielen Dank für jeden Kontakt und dein Engagement in 2020. Es bedeutet mir sehr viel, mit Anbetern gemeinsam unterwegs zu sein. Ich hoffe wir können das im kommenden Jahr zeigen.

Bis dahin, Christian

Praise 2020 #2

Praise 2020 #2

Am 28.02.20 trafen wir uns erneut in der Alten Kirche Watzenborn-Steinberg, um Gott anzubeten. Wie schon beim ersten Praise2020 war unser Anliegen, uns immer weiter von einem konzertanten Charakter zu entfernen und dem Heiligen Geist zu ermöglichen, uns anzuleiten. Dazu wechselten die Worshipleiter: Sonja, Christine, Antonia und Christian sich im Stile der Anbetung eines Gebetshauses jeweils nach 30-45 Minuten ab. Jeder Anwesende hatte zudem die Möglichkeit, geistliche Eindrücke einzubringen.

Als ich durch meine berufliche Verpflichtung etwas zu spät vom Elternsprechtag in die schöne Alte Kirche kam, konnte ich schon sofort die friedliche Atmosphäre von Gottes Gegenwart spüren. Die dezente Musik steigerte sich immer mehr, was am Ende des Abends dazu führte, dass die Teilnehmer im Altarraum zusammenkamen, sich die Hände reichten und Gottes Segen fließen konnte, voller Kraft und Freude. Wir konnten gemeinsam für die am Chorona-Virus erkrankten Menschen dieser Welt eintreten und Gottes Sieg darüber proklamieren.

Es sind eben nicht immer die ganz großen Veranstaltungen, bei denen man sich besonders intensiv in die Arme des liebenden Vaters fallen lassen kann. Danke an alle Mitwirkenden für euren treuen Einsatz. Wenn alles nach Plan läuft, werden wir in diesem Jahr Praise2020 insgesamt 10 mal stattfinden lassen. Der nächste Termin steht bereits fest: 28.03.20 ab 18 Uhr. Vielleicht hast du Lust, ganz ungezwungen und aus tiefstem Herzen mit uns anzubeten.

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Dieses Bild war eine Inspiration, die am Abend ausgestellt wurde. Ein zerbrochenes Herz, das Gott so verarztet hat, dass nun wieder schöne Blumen daraus hervosprießen. (von Antonia Weiß)

Worshipabend des Netzwerks in der FeG Wetzlar

Worshipabend des Netzwerks in der FeG Wetzlar

Endlich war es wieder soweit! Das Worshipnetzwerk traf sich zu einem überkonfessionellen Worshipabend. Das Ziel war ganz einfach, sich zu begegnen und in Einheit Gott zu loben. Dieses Mal hatte die FeG-Wetzlar eingeladen, die Veranstaltung unter ihrem Dach durchzuführen. Um möglichst viele Musiker des Netzwerks an dem Abend zu beteiligen, hatten wir uns gemeinsam mit Nicolas Loh, einem der Worshipleiter der Gemeinde und Mitarbeiter im Netzwerk, einen besonderen Verlauf für den Abend überlegt. 17 Musiker hatten sich freudig bereit erklärt, die wir in 4 Bands einteilten. Auch die Playlist legten wir im Vorfeld fest, damit wir am Abend einen roten Faden hätten, an dem sich die verschiedenen Worshipleiter entlanghangeln konnten. Das spannende dabei war, dass keine Band jemals in dieser Besetzung zusammen gespielt hatte, bzw. dass manche Musiker aus einer Band sich sogar noch nie direkt begegnet waren.

So trafen wir uns am Samstag, den 22.02.20 bereits ab 15 Uhr zum Proben. Mit einigen wenigen Personen hatten wir bereits am Voraben aufgebaut und einen groben Soundcheck durchgeführt. Wir konnten also direkt beginnen. Schon nach den ersten Tönen wurde klar, welche Freude es bereiten sollte, sich musikalisch aufeinander einzulassen und unserem Gott Loblieder zu singen. Nachdem alle Lieder kurz gerobt waren und zumindest die Abläufe und Spannungsbögen besprochen waren, hatten wir ab 18 Uhr Zeit zum „Meet and Greet“ bei Salaten und Fingerfood im Foyer der Gemeinde. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle helfenden Hände der Gemeinde für Verpflegung, Licht- und Beamertechnik und auch das Anpacken beim Auf- und Abbau. Besonders schön waren die Begegnungen mit Musikern und Anbetern aus anderen Gemeinden des Netzwerks oder auch Gemeinden, die Interesse haben, sich in Zukunft zu beteiligen oder von unserer Arbeit zu profitieren. Es macht einfach Mut zu sehen, mit wie vielen Menschen man in die gleiche Richtung unterwegs ist.

Zu unserer Freude war dann am Abend der große Saal der FeG-Wetzlar recht gut gefüllt. Schon während des ersten Liedes konnte man eine überschäumende Freude feststellen, die einfach ansteckte. Die Musiker, die jeweils nach 4 gespielten Liedern ohne viel Aufsehen zu erregen einen fliegenden Wechsel durchführten, kommentierten das Miteinander-Spielen immer wieder mit Blicken und Lachen. Musiker die nicht auf der Bühne waren, standen im Saal und konnten einfach weiter anbeten. Es war, als hätte man schon oft zusammen auf der Bühne gestanden, als wäre man einfach eine große Einheit, weshalb es gut gelang, eine tiefe Haltung der Anbetung einzunehmen. Und das übertrug sich spürbar auf die Besucher des Worshipabends, sodass die Gegenwart Gottes, seine Liebe und Zuneigung befreiend zu spüren war.

Nach der Hälfte der zu spielenden Worshiplieder durfte ich einige Gedanken zum Thema „In Einheit anbeten“ weitergeben. So viele Kirchen kämpfen an diesem Punkt, weil Christen nur mit ihren menschlichen Augen schauen. Die Folge davon sind Zweifel, Be- und Verurteilung und Unsicherheit. Es wurde klar, dass echte Einheit immer eine Einheit im Geist ist, sie also immer von Gott ausgeht. Wenn wir in Einheit mit Jesus leben, haben wir den wiedergeborenen Geist in uns und sind auch in Einheit mit dem Vater. Je mehr wir uns auf einen Dialog mit dem Heiligen Geist einlassen, desto leichter kann er uns zu echter Einheit untereinander führen. Es gibt viel Finsternis in der Welt, wenn wir in Einheit anbeten, können wir aber zum Licht der Welt werden. Jeder konnte an diese Abend sein persönlichen Fleckchen Finsternnis, das er gerade erlebt, sinnbildlich zusammenrollen und am Kreuz ablegen. Wir leben schließlich nach dem Kreuz, Gnade ist ausgegossen, unsere Schuld vergeben, und wir sollten uns unserer Rettung durch Jesus bewusst sein. Das nahmen dann im weiteren Verlauf des Abends auch etliche Besucher in Anspruch, sie ließen für sich beten, nahmen das Abendmahl ein und wurden gesegnet. Dabei unterstützten mich netterweise starke Beter (Daniel, Gerald und Mike), mit denen ich schon so viel Segen erleben durfte. Zu meiner übergroßen Freude bekräftigte ein junges Mädchen an diesem Abend ihre Entscheidung, mit Jesus zu leben.

Auch im weiteren Verlauf schien sich die Stimmung und das Bewusstsein der Gegenwart Gottes immer mehr zu steigern, bis dann zum Schluss nochmals alle Musiker gemeinsam auf der Bühne standen und der Saal beebend die Größe Gottes besang. Für mich war dieser Abend die pure Freude! Es ist erstaunlich welche guten Beziehungen an nur einem Tag entstehen können und wie sehr man sich aneinander erfreuen kann.

Und schnell wurden auch dieses Mal wieder die Rufe laut: „wie geht es jetzt weiter?“. Ganz einfach: Schritt für Schritt, so wie der Geist uns führt! Wir wollen in diesem Jahr sicher noch weitere große Worshipabende feiern, dabei aber, wie im vergangenen Jahr, nicht den Dienst an den kleineren Gemeinden und weniger sichtbaren Orten vergessen. Außerdem suchen wir auch wieder den Dialog zwischen den Worshipmusikern. Wir wollen uns inhaltlich aufeinander einlassen und voneinander profitieren, vielleicht das eine oder andere Seminar anbieten und immer wieder einfach zusammen zur Ehre Gottes musizieren.

Danke an alle Musiker: Elke Ludwig, Antonia Weiß, Vicky Pfeiffer, Shuan Djamal, Detlef Marx, Tim Lutz, Gerry Barth, Burkard Seibel, Gesa Daniel, Markus Pfeiffer, Andreas Weigel, Nicolas Loh, Leo Luca Wiemer, Jörg Schintze, Joshua Dürr, Jan-Hendrik Seibel und Christian Weiß. Danke auch an Jan Staudt für die Tontechnik! Ihr seid alle der Hammer!!!

Grace Festival #2

Grace Festival #2

Nach dem fulminaten Start des ersten Grace Festivals trafen wir uns also am 25.01.20 erneut in der Christusgemeinde in Lich, um von der guten Botschaft durch Gerald Wieser ermutigt zu werden und unseren Gott gemeinsam im Worship und Abendmahl anzubeten.

So ging es auch gleich mit einer längeren Anbetungszeit durch die Band des Worshipnetzwerks (Sonja, Jan, Andi, Dede, Robi und ich) los. Wir wollten uns vom Heiligen Geist durch die Gegenwart Gottes leiten lassen und folgten so dem, was wir im Gebet hörten, von der massiven Proklamation des Namens Jesu über unser Leben, dem spürbaren Eintauchen in die Liebe Gottes bis hin zu dem Bekenntnis unserer Liebe durch das freie Singen aller Besucher mit eigenen Worten und in Sprachen des Geistes. Es war schon eine wundervolle Zeit, in der wir den heilsamen Frieden Gottes erleben durften. Während dieser Zeit konnte man seine Anbetung auch kreativ in der von Angelika eingerichteten Malecke Ausdruck verleihen oder sich dem Gebetsteam der Kingsmen anvertrauen.

Nachdem wir dann gemeinsam das von Sandra und Rita eingeleitete Abendmahl eingenommen hatten, konnten wir den inspirierten Worten der Predigt lauschen. Anhand der Geschichte des Mauerfalls von Jericho leiteten wir uns geistliche Prinzipien ab, die auch die hinderlichen geistlichen Mauern in unserem Leben zum Einsturz bringen sollen. Anstatt die Angst oder die Probleme groß zu reden, sollte das Volk stillschweigend um die Stadtmauer ziehen, während die Priester die Schofarhörner bliesen und die verdeckte Bundeslade um die Stadt trugen. Sehr interessant war die Erklärung der einzelnen Hornstöße mit dem Bezug auf den dreieinigen Gott sowie der Vergleich dessen mit dem Gebet im Geist. Wenn wir Jesus ins Zentrum unseres Lebens stellen, ihn anbeten und Gott auch im Gebet die Führung überlassen, werden Mauern einstürzen!

In der anschließenden Segnungszeit wurde das dann auch praktisch sichtbar. Menschen konnten die Zusprüche Gottes für sich empfangen, Menschen übergaben Jesus ihr Leben und, wie die mittlerweise gehäuften Berichte erzählen, fielen etliche geistliche Mauern. Danke Jesus!

Am Sonntagmorgen konnten wir dann erneut mit dem ganzen Team den Gottesdienst in der Christusgemeinde mitgestalten. Benni Gail kam noch zur Band hinzu und gemeinsam konnten wir eine unglaublich bewegende Zeit erleben. Danke euch allen! Es war auch eine wunderbare Gelegenheit Personen aus dem weiteren Umfeld des Worshipnetzwerkes zu treffen (danke Peter und Irmi für die tolle Begegnung). Herzliche Einladung an alle, die nächstes Mal dabei sein wollen. Am 14. März wird es so weit sein. Alle Infos erscheinen rechtzeitig bei „Veranstaltungen“.