Wie man bereit wird zu gehen – Vision 2022

Wie man bereit wird zu gehen – Vision 2022

Gottes Willen tun, wenn die Welt in Aufruhr ist – (nach Jes 6,8)

Ein weiteres Jahr beginnt nun also, und die Erwartungen von uns Menschen gehen gefühlt weiter auseinander, als je zuvor. Allem Anschein nach hat sich die Menschheit in so vielen verschiedenen individuellen Wahr- und Unwahrheiten verstrickt, dass auch Kompromisse nicht mehr einfach zu erzielen sind. Darf ich persönlich werden? Wo stehst du gerade? Kannst du vielleicht einmal für einen kleinen Moment innehalten und eine Standortbestimmung bezüglich deiner persönlichen Situation, deiner Träume und Ziele machen? Welche Wahrheiten hast du im Fokus? Wovon bist du überzeugt? Wie zufrieden bist du gerade und was ermutigt dich?

Wir haben uns als Ehepaar am 1. Januar gleich morgens zusammen gesetzt und Gott gefragt, welche Wahrheiten er uns über unsere drei Kinder zeigen möchte, um sie damit segnen zu können. Dabei hat jeder selbst gebetet und gehört (ja, Gott antwortet, wenn wir mit ihm reden) und wir haben uns anschließend ausgetauscht. Es war sehr ermutigend, zu sehen, wie sich unsere starken Eindrücke deckten und ergänzten. Also haben wir das über ihnen proklamiert und ihnen als Sprachnachricht geschickt. In diesem Zusammenhang ist mir wieder einmal klar geworden, dass es nur eine einzige Wahrheit gibt. Wir kennen den, der sie uns zeigen kann, wie gut ist das eigentlich?!

Also habe ich mich hingesetzt und Gott, unsern Papa, gebeten, mir eine klare Richtung für dieses Jahr 2022 zu geben. Mit „mir“ meine ich zuerst einmal mich persönlich und uns als Ehepaar. Immer mehr wurde mir aber klar, dass ich diese Gedanken auch teilen sollte.  Am Anfang hatte ich den Eindruck, ich solle Gott nach Bibelstellen fragen. Schließlich ist sein Wort die Wahrheit! Ich hörte dann im Gebet immer eine konkrete Stellenangabe, die ich aus dem Kopf natürlich nicht ganz genau zuordnen konnte. Diese Bibelstellen habe ich dann zusammengetragen. Zu meiner Begeisterung kam ein spannender roter Faden zum Vorschein. Während eines Gebetsspaziergangs hörte ich dann „Let’s just take it slow!“. Das kam aus heiterem Himmel. Ich kannte diese Zeile zwar aus einem Lied, hatte aber den Eindruck, Gott will mir damit etwas Besonderes zeigen. Im anschließenden Dialog kristallisierten sich 7 solcher Schlagsätze heraus (interessanterweise auf Englisch), die ich wie eine Anleitung für gelingendes Leben im Jahr 2022 von Gott annehmen möchte. Alles steht unter dem Motto:  „for greater things are yet to come!“

Im Folgenden habe ich die von Gott gehörten Bibelstellen und die Schlagsätze, was beides, wie konnte es anders sein, erstaunlich gut zueinander passte, aufgeschrieben und in eine bestimmte Reihenfolge gebracht. Es ist dabei wichtig, dass die Reihenfolge nicht zufällig ist, jeder Punkt aber auch völlig losgelöst in sich Sinn ergibt. Ich bin überzeugt davon, dass Gott große Dinge für uns vorbereitet hat in 2022. Vielleicht lässt du dich kurz mitnehmen in diese segensreichen Worte.

In Kursivschrift findest du die Bibeltexte, deren Textstelle ich hörte. Fett gedruckt sind dann die Schlagsätze, die ich exakt so hörte. In Normalschrift habe ich die Erklärung an die Schlagsätze angehängt, so wie ich es in dem Moment, als ich es hörte, verstanden habe. Ich starte mit einem Bibelvers, der ein Ziel für unser 2022 sein könnte, wie es zu dem Motto (and greater things are yet to com, greater things are still to be done in this city) passt. Du musst einfach deinen Namen anstatt David einsetzen und überlegen, was deine einzunehmende Burg ist:

Aber David nahm die Burg Zion ein; das ist die Stadt Davids. (2 Sam 5,7)

Worship the Lord! – handle aus einer Haltung der Anbetung und Liebe heraus!

Kommt, lasst uns anbeten und uns beugen, lasst uns niederfallen vor dem HERRN, unserem Schöpfer! Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Schafe seiner Hand. (Ps 95,6-7)

Aber alle, die auf den Herrn vertrauen, (auf ihn warten, hoffen und alles von ihm erwarten)  bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und brechen nicht zusammen. (Jes 40,31)

Let’s just take it slow! – nimm Fahrt heraus, halte inne und tritt zuerst in die Gegenwart Gottes ein!

Denn alle werden sich freuen, die auf dich vertrauen; ewiglich werden sie jubeln, denn du wirst sie beschirmen; und fröhlich werden sie sein in dir, die deinen Namen lieben! (Ps 5,12-13)

Get over it! – schließe mit negativen Erfahrungen der Vergangenheit ab, denke nicht mehr darüber nach und rede nicht mehr darüber! Gott hat dich neu gemacht und nennt dich sein Kind!

All denen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden. Sie wurden dies weder durch ihre Abstammung noch durch menschliches Bemühen oder Absicht, sondern dieses neue Leben kommt von Gott. (Joh 1, 12-13)

Take it easy! – entwickle Nehmerqualitäten, indem du die Identität und Segnungen, die Jesus für dich vorgesehen hat, im Glauben entgegennimmst.

So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn was dem Gesetz unmöglich war — weil es durch das Fleisch kraftlos war —, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist. (Rö 8,1-4)

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe. Und alles, was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht wird in dem Sohn. Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun. (Joh 14,12-14)

Play it by ear! – höre Gottes Stimme, bevor du handelst!

Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden. (Joh 10,14-16)

Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht… (Ps 95,8)

Just do it! – warte im Gebet, bis Gott dir einen klaren Auftrag gibt, und dann mache einfach, was er sagt – zum Segen für viele!

Denn ihr wart einst Finsternis; jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts! (Eph 5,8)

Denn der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft, sondern er erfüllt uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit. (2Tim 1,7)

Be grounded on His word! – mache das Wort Gottes zu deinem Maßstab!

Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist gekommen das Heil und die Macht und das Reich unseres Gottes und die Herrschaft seines Christus! Denn hinabgestürzt wurde der Verkläger unserer Brüder, der sie vor unserem Gott verklagte Tag und Nacht. Und sie haben ihn überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen und haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod! Darum seid fröhlich, ihr Himmel, und die ihr darin wohnt! (Off 12,10-12)

Ich hoffe, diese einzelnen Schritte können dir helfen, im Jahr 2022 tief in Gottes Wahrheit einzutauchen. Wir sind in einer Zeit, in der wir darauf angewiesen sind! Solltest du keine Erfahrungen mit Hörendem-Gebet haben, kannst du gerne auf unserer Homepage nach Artikeln zum Stichwort „Gebet“ suchen. In meinem Buch „Ich worshippe jetzt!“ habe ich ebenfalls etwas dazu geschrieben, oder du nimmst gerne einfach Kontakt mit uns auf. Es ist ein zentrales Tool für unser Leben im Geist, jeder kann das! Solltest du positive Erfahrungen mit einem oder mehreren der Punkte sammeln, wäre ich dir sehr dankbar, wenn du sie mit uns teilst. Deine persönliche Ermutigung könntest du auf diesem Weg nutzen, um viele andere Christen zu ermutigen.

Ein segensreiches und in diesem Sinne erfolgreiches Jahr 2022,  Christan

Echte Freundschaft mit Gott

Echte Freundschaft mit Gott

Die Bewegung hin zu diesem Artikel begann damit, dass unsere Tochter Antonia, die gerade im zweiten Jahr in Redding/California an der „BSSM“ studiert, die Inspiration bekam, mir ein bestimmtes Buch mit in den Sommerurlaub bei uns zuhause in Deutschland zu bringen. Es heißt „Gods best friend“ von Gabriel Lopez. Was der Autor auf wenigen Seiten mit unglaublicher Ehrlichkeit beschreibt, sind Stationen eines normalen Lebens voll von Sehnsüchten und Anforderungen mit erschütternden Erlebnissen, schwindender Hoffnung, kompensierendem Aktionismus und dem Schritt hinein in echte Freiheit. Lopez erlebt und erfährt, wie Jesus sich nach einem persönlichen Dialog mit ihm sehnt. Dabei wird sein Herz in der Zweisamkeit derart verwandelt, dass eine echte Freundschaft entsteht. Nicht nur sieht er viel mehr, wie sehr Gott seine Bedürfnisse und Träume kennt, liebt und sich darum sorgt, er lernt auch, Gottes Sehnsüchte zu sehen und beginnt auf einem völlig neuen Level zu leben.

Gleichzeitig hörte ich auf meinen Autofahrten ein Fantasy-Hörbuch, in dem die Hauptfigur, ein über alle Maßen begabter und bewunderter Mann Gottes plötzlich direkt zu Gott geführt wird und sich damit seine komplette Wahrnehmung von Gott, sich selbst, der Welt und damit auch sein gesamtes Leben verändert. Er hatte permanent sein ganzes Wollen und Tun unter die Herrschaft von Halbwahrheiten gestellt und konnte deshalb, trotz aller Heldentaten, keinen Frieden finden und auch keine echten Durchbrüche erleben. Anstatt den Schein einer schillernden Persönlichkeit aufrecht zu erhalten, lebte er nun sich selbst in der engen Freundschaft mit Gott. Das brachte nicht nur ihm die Freiheit, sondern auch vielen anderen. (Brent Weeks, Lichtbringer Saga). „Jetzt komm mir nicht mit einem Fantasy-Roman!“, denkst du jetzt vielleicht. Wenn du aber gerade im Dialog mit Gott bist, und über die Freundschaft mit ihm redest und dir dann in einem Hörbuch-Roman genau dies beispielhaft beschrieben wird, wirst du bestimmt auch hellhörig. Ich jedenfalls war plötzlich hellwach.

Zu guter Letzt fiel mir Heidi Bakers Buch „Birthing the miraculous“ in den Blick, in dem sie ebendies auf ihre Weise beschreibt. Sie sagt darin, dass man an den Früchten erkennen kann, ob man seine wahre Berufung lebt. Fehlen die Früchte, dann fehlt uns auch die Intimität mit Gott, der uns in die Berufung hinein führen will. Dort, in der Stille, lebt sie persönlich eine Liebesbeziehung mit Jesus. Früchte sind dabei nicht im Fokus, sondern es geht zu allererst um die Liebe zu Gott. Alles andere ist erst mal nebensächlich. Aus dieser Beziehung heraus wirkte Gott die erstaunlichsten Dinge durch Heidi Bakers Hände. Sie würde niemals einen Dienst ausüben, für den sie im Dialog mit Gott keinen Zuspruch erhalten und keinen Frieden empfunden hat. Baker musste erhebliche Risiken und Gefahren in Kauf nehmen, einfach um ihrer Beziehung treu zu bleiben. Und Gott hat sie immer wieder über alle Maßen gesegnet. Konzepte und Programme mögen in gewissem Umfang funktionieren, eine Verwandlung in die Person, die Gott in uns sieht, geschieht erst in der Stille mit ihm und dann werden die Früchte sich multiplizieren.

Freundschaft beruht dabei immer auf Gegenseitigkeit und beginnt damit, Zeit für Gott zu haben. Mir ist klar geworden, dass in der Betriebsamkeit dieser Zeit oftmals nur so wenig Zeit für die Zweisamkeit mit Gott übrig bleibt. Selbst wenn wir sie rein rechnerisch hätten, würden soziale Medien, Internet, Hobbies, Dienste in der Gemeinde, Treffen, und sämtliche andere „freiwillige“ Verpflichtungen uns doch schnell von Gott ablenken. In letzter Zeit wurden meine Frau und ich recht regelmäßig abwechselnd mitten in der Nacht wach. Manchmal schien es, als würde Jesus schon darauf warten, dass wir dann, anstatt zu schlafen, Ruhe und Zeit für ihn finden.

Fällt es dir auch manchmal schwer, befreundeten Menschen, die Gott vielleicht persönlich nie so intim erlebt haben, von der Relevanz einer „Zeit der Stille“ mit Gott zu berichten. Wirken wir dann faul, wenn wir nicht jede freie Minute unseres Lebens im Garten, am Haus oder sonst wo werkeln? Kennst du das, wenn dich eine innere Unruhe antreibt und du gar nicht weißt, wo du anfangen sollst, Gott persönlich zu begegnen? Und überhaupt, müssen wir uns nicht sogar manchmal dafür rechtfertigen, wenn wir Gott als derart reale Persönlichkeit darstellen, mit der wir nicht nur reden (hier gesteht man uns ja zumindest einen psychologischen Effekt zu), sondern eine Person, die uns auch antwortet und die wir aus tiefstem Herzen lieben können? Ja, das hat der Feind ziemlich geschickt eingefädelt! Er hat die Existenz dessen, der ihm so weit überlegen ist, einfach in Frage zu gestellt, damit Menschen die Wahrheit über diesen Gott erst gar nicht erfahren. Doch er kann uns dabei nur irritieren, wenn wir ihm die Macht in unserem Leben dazu einräumen. Es wird Zeit, dieses STOP-Schild aufzustellen. Wir sollten STOP zu Ablenkungen, undefinierbaren Gefühlen, schrägen Gedanken, ja sogar zu manchen Träumen sagen, damit wir die Gedanken und Träume Gottes in unser Leben aufnehmen können, die uns wirklich frei machen sollen.

Manche Angewohnheiten haben ihren Ursprung in weit entfernten Situationen, die uns gar nicht mehr bewusst sind. Vorletzte Woche hatte ich die Möglichkeit, einen Tag alleine auf Wanderung zu gehen. Ich brauche manchmal Zeiten der Einsamkeit, und das weiß meine Frau sehr genau. Sie achtet auf mich und schickt mich auch schon mal los. Das ist so schön. Sie ist die beste Frau der Welt! Jedenfalls habe ich, auch auf ihr anraten hin, einige Fragen mitgenommen, die ich mit Gott besprechen wollte. Er hat mich in längst vergangene Zeiten geführt, in denen ich schlechte Erlebnisse hatte. Dort wollte er seinen Frieden hineinsprechen, damit ich Menschen vergeben konnte und ein Heilungsprozess in mir beginnen konnte. Das wirkt sich auf meine Verhaltensweisen aus, Schritt für Schritt.

Es spielt für Gott keine Rolle, welche Stärken und Schwächen du mitbringst, schließlich hat er dich erschaffen und findet dich deshalb ganz genau richtig. Was, wenn Gott sich einfach nur danach sehnt, dich zum Freund, zur Freundin zu haben? Ich habe es mit unterschiedlichsten Christen zu tun. Die einen sind topaktuell gestylt und haben eine super lässige Sprache, sodass sie schnell Bewunderung finden, während andere äußerlich von ihrem Leben gezeichnet sind. Für Gott spielt nur der Zustand ihres Herzens eine Rolle. Liebst du ihn? Interessierst du dich in deinen Gesprächen mit ihm auch für ihn? Bist du gerne mit ihm zusammen? Zieht es dich in diese Zeiten der Zweisamkeit hinein? Natürlich ist Gott vielschichtiger als wir, besteht er doch alleine schon aus drei Personen, die sich zwar perfekt ergänzen und abstimmen, uns aber im Dialog schon auch ins Schwimmen bringen können. Wenn wir uns aber erst einmal darauf einlassen, werden wir feststellen, dass Gott uns immer so begegnet, wie es gerade gut für uns ist. Beginne damit, mit Jesus zur reden, stelle ihn dir vor, wie er zu dir kommt. Zu anderen Zeiten sprichst du vielleicht zum Vater oder dem Heiligen Geist, der ja der Geist Christi und der Geist des Vaters ist.

Oft haben wir so viel damit zu tun, uns gegenseitig zu bewerten, andere zu beeindrucken oder einfach nur gut zu funktionieren, gerade in diesem digitalen Gemeinde-Zeitalter, dass wir völlig vergessen, wie Gott in Präsenz des Heiligen Geistes in uns lebt. Eigentlich ist dieser Dialog ja völlig unproblematisch. Wir müssen nicht wie die Priester im Volk Israel fürchten, dass wir gleich tot umfallen, weil wir irgendwelche Vorschriften nicht richtig beachtet haben. Gott sieht uns als Söhne und Töchter, als gerechte Heilige und eben als Freunde an. Er steht vor unserer Tür und klopft an, nicht dass er es eigentlich nötig hätte, es ist eine Geste seiner überschäumenden Freude und Liebe zu uns. Er wartet darauf uns von innen heraus zu heiligen. Wieviel fruchtbarer könnten wir Christen in dieser Welt agieren, wenn wir anstatt unserer tollen Programme und Konzepte einfach der Gegenwart und dem Rat Gottes einen höheren Stellenwert in unserem Leben einräumen würden?

Jeder Christ sollte in diesem Sinne ein „Worshipper“ sein, weniger auf der großen Bühne, als im stillen Kämmerlein. Dort passiert das, was uns letzten Endes Siege und Früchte einfahren lässt. Und von dort aus kann man dann auch die Bühne, die Gott uns zeigt sorglos betreten, weil er unsere Werke bereits vorbereitet hat. Ich wünsche mir für mein persönliches Leben diese Tiefe in der Beziehung mit Gott, wie sie Mose hatte, diese Ruhe im Hören auf ihn, wie manche die Apostel, diese Leidenschaft in der Liebe zu ihm und das Durchhaltevermögen, seinen Zeitpunkt abzuwarten. Ich will lernen, immer mehr von mir vor ihm abzulegen, damit das, was er mir davon zurückgibt, seine Handschrift des Neuen Bundes trägt. Ich will Jesus so gerne in dieser Welt verkörpern, ganz wie er beschrieben hat, das er ausschließlich das tat, was er zuvor den Vater im Geist ausführen sah. Sein Gebet war es, in gleicher Weise in uns leben zu können, wie der Vater in ihm, sodass wir allezeit perfekt mit Gott im Einklang sein könnten. Klingt das überzeugend? Zum Glück habe ich eine Ehefrau, die das auch persönlich und gemeinsam mit mir leben möchte. Gerade haben wir festgestellt, dass wir uns ja eigentlich schon sehr lange gegenseitig beste Freunde sind. Wie viel genialer ist dann diese Freundschaft, wenn wir Jesus im Zentrum haben. Es ist so wichtig, dass wir uns damit nicht auf eine Insel verkriechen. Gegenseitige Ermutigung durch Zeugnisse und gemeinsamen Gebets und Worshipzeiten, oder vielleicht im Abendmahl sind nicht zu ersetzen. Auch wir müssen uns öfters mal dazu durchringen, weil irgendwie alles Mögliche passiert, damit es nicht dazu kommt.

Ich höre jetzt auf zu schreiben, schnappe mir meine Gitarre und singe ihm, meinem außergewöhnlichen, himmlischen besten Freund, die Lieder, die er in mir inspiriert hat. Später versuche ich eine Gebetszeit mit meiner Frau zu finden, in der wir gemeinsam in die Gegenwart Gottes eintauchen können. Unsere Kleingruppe, die wir in der Gemeinde leiten, soll das nächste Feld sein, usw. Was hast du heute noch so vor? Ich lade dich ein, dich in Gottes Gegenwart zu begeben. Wenn es dich inspiriert, mach dir eine Worship-Playlist an oder gehe an einen besonderen Ort. Strecke dich mit allen Sinnen nach Gott aus. Er liebt es, wenn du dich auf ihn freust! Rede nicht nur, höre auch, Gott spricht zu dir! Er will dich ermutigen. Lerne ihn besser kennen, indem du dir Bibeltexte zeigen lässt. Es ist das Beste, was du mit deiner Zeit anfangen kannst! Gute Erfahrungen kannst du gerne auch in die Kommentare posten. Bis bald,

Christian

Worship – friedliche Kunst für geistliche Gefechte

Worship – friedliche Kunst für geistliche Gefechte

In den vergangenen 9 Monaten, in denen meine Frau und ich nun schon Teil der wunderbaren Gründungsarbeit des Campus Gießen von der Move-Church sein durften, konnten wir nicht nur super freundliche Menschen kennenlernen, geistliche Reife, Professionalität und Leidenschaft erleben, ich hatte auch einen besonderen Déjà-vu-Moment. Während wir dem Wiesbadener Worship-Team auf der großen Leinwand lauschten, sagte der Worship-Leiter: „kommt, lasst uns Gott groß machen!“.  Dieser Satz hatte vor vielen Jahren in meiner Anfangszeit als Worshipleiter durchaus für Aufregung gesorgt. Stellte mich doch ein ehemaliger Ältester meiner Heimatgemeinde im Anschluss zur Rede und machte mir deutlich, dass Gott bereits groß sei. Ich könne nichts dazu beitragen, dass er größer werde. Natürlich, er wusste, dass ich diesen Satz nicht auf diese Weise hatte benutzen wollen, vielmehr störte ihn wohl, dass wir Gott auf eine moderne Art angebetet hatte, was eine kleine Debatte lostreten sollte.

Als ich also diesen Satz erneut gehört hatte, wurden Erinnerungen in mir geweckt. Ja, Gott ist groß, das war er schon immer! Komisch nur, dass wir in dieser Welt oftmals so wenig davon wahrnehmen können, oder? Sollte seine Größe nicht eigentlich alle Sorgen und Nöte, alle Katastrophen und Ängste überragen? Menschen des Gebets und der Anbetung sollten doch von einem tiefen Frieden durchdrungen sein, oder? Neulich las ich zu genau diesem Ausdruck: „Gott groß machen“ einen interessanten Vergleich. Die Autorin schrieb, man könne sich das vorstellen, wie ein Fernglas, mit dem man den Menschen Gott, der ihnen sonst so weit entfernt erscheint, viel näher zeigen kann, sodass man seine Liebe, Güte und Herrlichkeit aus scheinbar unmittelbarer Nähe wahrnimmt. Wahrscheinlich ist die Ebene, auf der wir Gott begegnen, ein viel größeres Arbeitsfeld, als uns oft bewusst ist. Zu schnell verlieren wir bei allen alltäglichen Aktivitäten und Herausforderungen den Blick auf das Wesentliche. Sollten wir nicht in der Anbetung den Charakter und die Persönlichkeit des dreieinigen Gottes derart besingen, dass echte Begegnungen mit ihm stattfinden können, und Menschen Gott ganz persönlich erleben können? Aus diesen Beziehungs-Momenten mit Gott gehen wir dann nämlich oftmals mit einem großem Frieden und Elan heraus. Gottes Gnade und seine Segnungen sind im Übermaß für uns bereitgestellt, schon seit der Auferstehung, wie greifen wir denn bloß danach?

Oft habe ich in diesem thematischen Zusammenhang martialische Ausdrücke wie „Krieger des Lichts“ oder „den Feind in die Flucht schlagen“ gehört und beobachtet, wie Menschen sich damit nicht wohl fühlten und haderten. Krieg ist so ein krasses Wort und gerade für uns Deutsche eigentlich ein lieber gemiedenes Thema! Schauen wir zu Paulus, wird aber schnell klar, dass wir tatsächlich gegen Mächte und Gewalten der unsichtbaren Welt zu kämpfen haben werden (Eph 6,12). Es scheint sich dabei jedoch um eine gänzlich andere, friedvolle Art der Kriegsführung zu handeln, wenn Paulus unseren Fokus eben nicht auf Menschen lenkt. Wie können wir uns demnach also vor diesen Angriffen aus der unsichtbaren Welt schützen und uns wehren?

Lesen wir den Text aus Epheser 6 etwas umfassender, so können wir entdecken, worum es Paulus dabei eigentlich geht. Er gibt uns eine Anleitung zur geistlichen Selbstverteidigung für Zeiten wie diese. Anstatt uns auf unser eigenes Vermögen und unsere Fähigkeiten zu verlassen, müssen wir uns in die Arme Gottes werfen. Deshalb steht dort: „denn ihr wisst: Was ein jeder Gutes tut, das wird er vom Herrn empfangen“ (V8),  seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke (V10). Es geht hier um Demut! Ich musste natürlich sofort an das Zitat denken, mit dem ich mein Buch (Ich worshippe jetzt!) beendet habe: „Demütig sein heißt, mich mit meinem ganzen Sein und Haben von Gott abhängig zu machen. Ich nehme Sein vollkommenes Versöhnungswerk am Kreuz an und lebe in der Kraft des Heiligen Geistes. Jesus ist in allem mein Vorbild, darum geht es nicht mehr um mich, sondern um Ihn, um unsere Liebesbeziehung, die Liebe zum Nächsten und Sein Reich auf Erden. Demütig sein heißt, den Mut zu haben, ein übernatürlich-natürliches Leben zu führen, ohne Menschenfurcht. Demütig sein heißt, ein Anbeter und Liebhaber Gottes zu sein.“ (Lilo Keller: Stecken und Stab, S. 29-30). Worship ist der umfassendste Ausdruck dieser Demut, wenn die Anbetung aus tiefstem Herzen mit ehrlichen Emotionen und bewusstem Willen stattfindet.

Paulus verwendet in Epheser 6 das uns so gut bekannte Bild der Waffenrüstung Gottes. Dabei fiel mir auf, dass wir sie nicht einfach automatisch tragen, weil wir jetzt zu Jesus gehören. Er schreibt den Christen in Ephesus und damit auch uns, dass wir sie anziehen und ergreifen sollen, „damit wir die listigen Angriffe des Teufels abwehren und am Bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten können“ (V 11.13). Beides beschreibt eine Aktion. Stehenbleiben und abwarten, wenn von irgendwo Gefahr droht, ist dagegen sehr gefährlich. Wir müssen uns aktiv in die schützenden Arme Gottes werfen. Lasst und das Bild der Waffenrüstung etwas genauer anschauen, damit wir erkenne können, wie die Arme Gottes für uns sind:

Mit dem Helm des Heils will Paulus zeigen, dass Gott unsere Gedanken schützt. Während der Feind in die unsichtbare Welt unserer Gedanken hinein Zweifel an Gott, Jesus und unserer Rettung säen will, hilft uns der Heilige Geist, dass wir uns an die wesentlichen Wahrheiten erinnern. Gerade in Anbetungszeiten, im stillen Gebet oder während des Bibellesens können wir dieses liebevolle Flüstern leichter hören. Er könnte z.B. sagen: Jesus Christus starb für deine Sünden und ist auferstanden von den Toten. Er sitzt jetzt zur Rechten Gottes und verfügt über alle Macht im Himmel und auf Erden. Von nun an lebst nicht mehr du, sondern Christus lebt durch den Heiligen Geist in dir und du in Christus. Du bist eine komplette Neuschöpfung, dein altes Ich existiert nicht mehr. Gott ist gut und der Feind hat keine Macht über dich! Ist dir eigentlich bewusst, dass Gott diese Wahrheiten zu dir sagt?

Der Brustpanzer der Gerechtigkeit untermauert und konkretisiert diese neue Identität ganz praktisch. Er schützt unser Herz vor den hinterlistigen Angriffen, sodass wir uns im Spiegel des Wortes Gottes als Kinder Gottes erkennen können, auch wenn wir das einmal nicht fühlen. Der Heilige Geist zeigt uns, dass wir gerecht gemacht wurden, weil Jesu Gerechtigkeit auf uns übertragen wurde. Ich darf sagen, „ich bin die Gerechtigkeit Gottes in Christus“ (2Kor 5,21), weil er meine Schuld beglichen hat, und ich nun seine Gerechtigkeit in mir trage. Diese Wahrheiten, sollten wir uns täglich zusprechen, damit sie unser Bewusstsein nicht verlassen können.

Als Gürtel der Wahrheit beschreibt Paulus, wie Gott unseren Willen beschützt. Die Weisheit der Welt ist trügerisch, weil der Feind ein Künstler der Lüge ist. Er vermischt ein wenig Lüge mit einiger Wahrheit und verdreht so den Sinn. Auf diese Weise will er uns aus dem Tritt bringen, damit wir die demütige Haltung der hingegebenen Anbetung aufgeben. Einzig das Wort Gottes birgt die echte Wahrheit in sich. Der Heilige Geist will uns diese Wahrheit lehren und uns immer wieder daran erinnern. Es ist so wichtig, dass wir immer wieder beten: Herr, öffne mir die Sinne, damit ich sehen und hören kann, was du mir jetzt sagen willst.

Mit dem Schild des Glaubens beschützt Gott uns vor feurigen Pfeilen des Zweifels und der Versuchung. Wir können alle Hoffnung auf Jesus setzen. Gott hält seine Versprechen. Er wägt nicht jedes Mal neu ab, ob er uns lieben und segnen soll. Dieser Entschluss steht schon immer fest. Glaube ist eine Gabe Gottes. „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“  (Mk 9,24) lehrt uns, dass wir selbst das nicht aus eigener Kraft können. Der Heilige Geist will uns sogar trösten und für uns vor Gott einstehen, wenn wir selbst nicht mehr beten können. Uns ist das Maß Christi der Gnade gegeben (Eph 4,7), die wir im Glauben ergreifen. Der Heilige Geist will uns helfen, diese Gabe des Glaubens auch freizusetzen, damit wir fest stehen können und eine feste Zuversicht auf das Handeln Gottes haben.

Das Schwert des Geistes ist das Wort Gottes, das die Lügen des Feindes attackiert und besiegt. Das Wort Gottes, das den Himmel auf diese Welt bringt und in der unsichtbaren und sichtbaren Welt Dinge verändert, ist das Rhema-Wort. Es handelt sich um eine Offenbarung Gottes durch den Heiligen Geist z.B. während des Bibellesens, des Betens, Lobens, im Worship oder im Gespräch mit Christen. Im Idealfall sollten wir ja ständig im Dialog mit Gott sein, sodass wir ihn auch immer und überall hören können. Dieses Rhema-Wort ist eine offensive geistliche Waffe. Deshalb war Jesus immer so effektiv und erfolgreich. Er hat immer zuerst auf den Heiligen Geist gehört, die Worte in sich bewegt und erst im richtigen Moment gesprochen.

Zum Schluss listet Paulus noch die Schuhe der Bereitschaft, die gute Botschaft des Friedens Gottes weiter zu tragen auf, mit der er uns zeigt, dass wir ständig bereit, trainiert und hoffnungsvoll sein können. Wenn wir auf den Heiligen Geist hören, wird er uns die richtigen Worte in den Mund legen. Er wird uns den richtigen Weg zeigen. Wir stiften Frieden, indem wir das Evangelium der Gnade Gottes annehmen, leben und weitersagen.

Ist es nicht erstaunlich, dass alle Teile der Rüstung gleichzeitig auch Gaben Gottes sind, die wir uns nicht verdienen können. Jesus hat sie am Kreuz für uns erstritten, und der Heilige Geist hält sie für uns bereit. Gott hat bereits alle guten Taten vorbereitet. Wir können uns vertrauensvoll an ihn wenden und werden erfolgreich sein. Aus dieser Perspektive spiegelt die Waffenrüstung Gottes für mich absolut die richtige Haltung im Worship wider. Worship ist zuerst der Ausdruck einer tiefen persönlichen Beziehung zwischen mir und Gott. Es ist zugleich Schutzpanzer und Waffe gegen den Feind. So, wie Gott mir begegnet, mit allem, was er mir von sich gezeigt hat, kann ich ihn auch der Gemeinde im Worship präsentieren und ihn für sie groß werden zu lassen. Dabei erfassen wir natürlich niemals seine vollständige Größe. Das ist aber auch nicht nötig, da er uns ja liebt.  

Vergangene Woche hatten wir ein Vorspiel in Wiesbaden vor den Leitern der Worship-Arbeit, damit wir bald die Live-Worship-Arbeit in Gießen aufnehmen können. Eine Gruppe, die aus etlichen gestandenen Musikern bestand, zeigte sich dabei größtenteils eher nervös und angespannt, aufgrund  der unangenehmen Prüfungssituation. Obwohl niemand Druck gemacht hatte und alle sehr freundlich und ermutigend vorgingen, konnte auch ich dieses Gefühl nicht abstreifen. Es geht so schnell, dass der Feind Zweifel einstreuen kann, wenn wir auf unsere eigenen Fähigkeiten schauen. Plötzlich gehen dir lauter Gedanken durch den Kopf und du verlierst den Fokus auf Jesus. Auch wenn es an dieser Stelle kein Problem war und die Aufgeregtheit keine Konsequenzen hatte, konnte ich doch aus der Situation lernen. Ich will auf Jesus schauen, mich in Gottes Arme werfen, für ihn spielen und den Menschen zeigen wie er ist und was er für uns getan hat. Der Heilige Geist soll dabei mein wichtigster Partner sein. Dann wird der Feind in unserem Umfeld schweigen müssen. Ich vermute, er wird davon in die Flucht geschlagen. Erscheint dir das auch wie ein Konzept für die Gemeinde trotz nach Corona? Geistliche Gefecht werden immer in Liebe geführt. Die Liebe Gottes wird niemals vergehen, sie ist die höchste Stufe der Autorität Gottes. Gefecht zu gewinnen kann so einfach sein.

Ich wünsche dir und deiner Gemeinde einen kraftvollen Start in eine neue Saison der Anbetung.

Christian Weiß

Erhöhe dein Drehmoment

Erhöhe dein Drehmoment

Wie wir in 2021 geistlich Fahrt aufnehmen können

Zum Jahr 2021 hat Gott mir, wie gesagt, das Thema „erhöhe dein Drehmoment“ aufs Herz gelegt. Es könnte sein, dass Gott an dieser Stelle gerade eine Tür öffnet, die dich auch weiter in deine eigene Bestimmung führen soll. Ich würde mich sehr freuen, wenn du dich einfach mal auf dieses Thema einlässt.

Im Worshipnetzwerk verstehen wir uns als überkonfessionell. Wir kommen aus verschiedenen Denominationen und haben dadurch auch unterschiedliche Prägungen. Es kann also sein, dass wir auch andersartige Erfahrungen mit diversen Themen und Begriffen haben. Aus diesem Grund möchte ich ich in nächster Zeit noch genauer auf die „4 Takte des Otto-Motores“ und deren geistliche Bedeutung für den Alltag eingehen, indem ich von persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen diverser Autoren berichte.

Hier schon mal ein kleiner Überblick über Bücher, die mich in diesen Bereichen in den vergangenen Jahren weitergebracht haben:

1. Tanken (mit Gott kommunizieren und zulassen, dass der Heilige Geist uns füllt)

a. Brad Jersak: Kannst du mich hören

b. Joseph Prince: Zur Herrschaft bestimmt

c. Bill Johnson: Träger seiner Gegenwart

d. James Goll: Living a supernatural life

2.  Arbeitstemperatur (über der Wahrheit Gottes meditieren, bis seine Herrlichkeit darauf liegt)

a. Don Potter: Facing the wall

b. David Herzog: Invasion der Herrlichkeit

c. James Goll: Die vergessene Kunst der Anbetung

d. Christian Weiß: Ich worshippe jetzt! (;-)

3. Zündung (Eins werden und zulassen, dass Gottes Wille in dieser Welt geschehen kann)

a. Dutch Sheets: Fürbitter, die in den Riss treten

b. Beni Johnson: Der glückliche Fürbitter

c. Bill Johnson: Setze die Kraft Jesu frei!

d. Andrew Wommack: Ein besserer Weg zu beten

4. Abgase (Angriffe abwehren und negative Folgen vor dem Kreuz ablegen)

a. Dallas Willard: Verwandle mein Herz

b. Ray Bevan: Gnade ruft lauter

c. Erwin Raphael McManus: Der Weg eines Kriegers

d. Joseph Prince: Das Gebet des Schutzes

Vielleicht lässt du dich vom Heiligen Geist leiten, welches Buch du lesen sollst. Gesegnetes 2021, Christian

In Gottes Gegenwart Heilung empfangen

In Gottes Gegenwart Heilung empfangen

Die unsichtbare Welt ist in Aufruhr!  Regelmäßig nehmen meine Frau und ich derzeit an sogenannten weltweiten „Online-Prayer-Meetings“ teil, die eine solche Kraft freisetzen. Neben der erneuten Welle der Gnade, die wir seit ein paar Jahren auf der ganzen Welt erleben dürfen, und als Folge davon scheint Gott eine Welle der Heilung über die ganze Welt schwappen zu lassen. „Global Awakening“ und „Go2020“ haben diesen Mai als „month of miracles“ ausgerufen. Glaubst du, dass Jesus heute noch heilen möchte?

Im Worship singen wir Lieder zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Immer wenn es uns gelingt, über den technischen Aspekt des Singens und Spielens hinauszukommen, hat Gott die Möglichkeit, mit seiner Gegenwart auf uns zu kommen. Bitte versteh mich nicht falsch: Ich glaube auch, dass seit dem Moment, in dem ich Jesus mein Leben übergab, der Heilige Geist in mir wohnt und ich gerettet und gerecht bin. Seit meiner Taufe im Heiligen Geist hat eine zusätzliche Aktivierung stattgefunden und ich konnte einige Gaben und Früchte des Geistes in meinem Leben bestaunen. Und dann gibt es immer wieder diese Momente, in denen der Heilige Geist „auf“ uns kommt, damit wir anderen dienen können. Worship ist für mich dabei die Konstante im Prozess. Gott thront über den Lobgesängen seines Volkes, weshalb Anbetungsmusik eine derartige Kraft in sich tragen kann. Obwohl wir Gott segnen und ehren wollen, segnet er uns auch zurück, wow!

In Apostelgeschichte 10,38 wird sehr kompakt berichtet, wie Jesus die Gegenwart des Heiligen Geistes scheinbar permanent auch auf sich hatte: „38 Jesus von Nazaret wurde von Gott mit dem Heiligen Geist gesalbt und mit Kraft erfüllt und zog dann im ganzen Land umher, tat Gutes und heilte alle, die der Teufel in seiner Gewalt hatte; denn Gott war mit ihm.“ (NGÜ) Das beschreibt im Grunde ebenso seinen Auftrag an die Jünger: „Geht und verkündet: ›Das Himmelreich ist nahe.‹ 8 Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus. Was ihr umsonst bekommen habt, das gebt umsonst weiter.“ (Mt 10,7-8 NGÜ).

Ich teile nicht die Meinung mancher Theologen, dass dies nur für die 12 Jünger vorgesehen war. Schon in der Bibel werden wir eines Besseren belehrt. War doch z.B. Paulus keiner der 12 Jünger, obwohl er all die Dinge bewirkte. Er wirkte in der Autorität Gottes und wurde anschließend auch noch von den Aposteln bestätigt. Die Wirkungsgeschichte der Christenheit zeigt zudem, es passierte immer, und Gott heilt auch heute noch. Ich selbst wurde erwiesenermaßen von einem Bandscheibenvorfall geheilt, neben den vielen kleinen Heilungen, die wir regelmäßig  in der Familie erleben dürfen. Auch wurden Menschen schon durch mein Gebet oder Handauflegung geheilt. Einmal heilte der verstauchte Knöchel meiner Frau schon, bevor ich ihn richtig berühren konnte spontan. Das macht mich immer noch froh, weil ich nichts dazutun konnte. Es war Jesus! Doch das könnte durchaus noch häufiger passieren. Das hat meinen Durst geweckt! Ich will einfach mehr von dir, Jesus, in meinem Leben. Heiliger Geist, deine Kraft hat eine solche Schönheit, eine Freude und einen Frieden, dass ich deine Präsenz auf mir immer stärker erleben möchte! Der Auftrag Jesu reicht bis an die Enden der Erde, hinein in alle unerreichten Völker, er ist noch nicht erfüllt. Und das erreichen wir auch nur aus der Gnade heraus, mit der Jesus uns gerecht gemacht hat.

Dieser eine Bibelvers, macht mich seit Jahren nachdenklich: „12 Ich versichere euch: Wer an mich glaubt, wird die Dinge, die ich tue, auch tun; ja er wird sogar noch größere Dinge tun. Denn ich gehe zum Vater, 13 und alles, worum ihr dann in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit durch den Sohn die Herrlichkeit des Vaters offenbart wird. 14 Wenn ihr mich in meinem Namen um etwas bitten werdet, werde ich es tun.«“ (Joh 14,12-14, NGÜ)

Wir müssen verstehen, Jesus ist ewiger Gott, der aber auf der Erde als hundertprozentiger Mensch agierte. Er war ebenso auf den Heiligen Geist angewiesen wie wir. Er tat ausschließlich, was er den Vater tun sah, so sehr besteht die göttliche Einheit (siehe Joh 5,19-20). Das ist der Grund, wieso wir so dringend vollmächtiges Gebet und Einheit mit Jesus brauchen! Das was Jesus von uns verlangt ist nicht weniger als “das Unmögliche”. In einer tiefen und intimen Beziehung mit Jesus, dem Vater und dem Heiligen Geist, werden wir immer wieder dafür ausgerüstet. Jesus hat bereits alles vollbracht, was wir benötigen, jetzt sollen wir uns von ihm segnen lassen. Und dazu sind Worshipzeiten perfekt geeignet. Wenn Gott mit uns unterwegs ist, sind übernatürliche Ereignisse einfach der Ausdruck seiner Gegenwart und seiner Gerechtigkeit. Er zeigt uns immer mehr, wie er ist, gerade so viel, wie wir verkraften können. Frucht entsteht einfach, sie wird nicht herausgepresst. In der Anbetung kommen wir in Übereinstimmung mit Gott und seiner Wahrheit. Wir tauchen in seine Liebe ein und öffnen unsere Hände.

Wie Jesaja schon prophezeite:  „Fürwahr, er hat unsere Krankheit [oder auch Leiden] getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. 5 Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.“ (Jes 53,4-5, SLT). Letzte Woche schickte mein Freund Carlos einen Bericht einer jüdischen Lehrerin herum, die in diesen alten jüdischen Schriften des Propheten Jesaja entdeckte, dass Jesus tatsächlich der versprochene Retter ist. Sie übergab ihm ihr Leben, Halleluja!

Die Frage ist: Glaubst du, dass Gott heute noch heilen möchte? Glaube ist der Schlüssel zu diesem Bankschließfach des Heiligen Geistes. Als ein Vater auf Jesus zu kam und sagte, wenn du es kannst, heile meinen Sohn, antwortete Jesus, „du sagst, wenn du es kannst?“. „Glaubst du es eigentlich? Im Glauben und der engen Beziehung zu Jesus lässt Gott uns an seinem Willen teilhaben, so unglaublich das auch scheinen mag. Glaube ist keine Theologie und auch kein Ausdruck unseres Willens. Er ist die Übereinstimmung mit Seinem Willen. Die Antwort dieses Vaters ist Mut machend: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“. Glaube ist eine Gabe Gottes. Für uns geht es einfach darum, uns auf den Heiligen Geist einzulassen, der Gott in perfekter Weise hier auf der Erde repräsentiert. Er will uns anleiten, ermutigen, trösten.

Anstatt Gott ständig vorzuschreiben, was und wie er etwas jetzt gerade tun sollte, könnten wir auch einfach anfangen, auf seinen Ratschlag zu hören. Der Heilige Geist will uns Worte der Erkenntnis geben, die den Glauben bei Menschen zum Empfangen der Heilung freisetzen. Er zeigt uns wen er auf welche Weise heute berühren und heilen möchte. Ist das nicht großartig? Ich möchte nicht länger theologisieren, wieso eines meiner Gebete nicht spontan Wirkung gezeigt hat. Zu heilen ist Gottes Aufgabe! Ich gehe hin und sage, was ich ihn sagen höre. Seit über einem Jahr bete ich regelmäßig für einen Freund, der im Rollstuhl sitzt für Heilung. Er ist Christ und wünscht sich nichts sehnlicher. Er kam bereits zu Worshipveranstaltungen, bei denen viele vollmächtige Beter ihm die Hände auflegten. Bisher hat sich aber nichts entscheidend verändert. Das ändert aber auch nichts an der Tatsache, dass Gott Heilung für ihn möchte! So lese ich das in der Bibel. Die Antwort auf dieses vermeintliche Dilemma ist Liebe! Liebe die Menschen und Liebe Gott und liebe dich selbst! Jesus heilte alle, die zu ihm kamen. Also beten wir einfach weiter. Manchmal müssen wir uns gegenseitig ermutigen, ok. Eines Tage werden wir dann ein Fest feiern. Wie ich mir da sicher sein kann? Ich kenne Jesus und ich liebe ihn!

Wenn du bis hierher durchgehalten hast, diesen Artikel zu lesen, scheint dir wirklich etwas daran zu liegen, dass Gott in deinem Leben mehr Raum einnimmt, du Heilung empfangen kannst und Gott durch deine Hände, Worte, Lieder oder vielleicht sogar deinen Schatten Heilung freisetzen kann. Ich bete, dass Er eine neue Welle der Heilung freisetzt. Ich bete, dass Worshipzeiten Seine Gegenwart so stark auf uns ziehen, dass Heilung einfach so geschieht. Ich bete für eine neue Salbung auf deinem und meinem Leben! Vielleicht nimmst du dir einen Moment Zeit und lädst den Heiligen Geist ein, ganz neu und kraftvoll in deinem Leben wirksam zu werden. Nimm die Bereiche, in denen du Heilung benötigst und lege sie vor seinem Kreuz ab. Nimm Heilung bewusst in Anspruch, im Namen Jesu, der dich so sehr liebt! Wenn du eine tolle Begegnung mit Gott hattest, schreibe doch bitte einen Kommentar oder eine Email. Das würde uns sehr ermutigen.

Gruß, Christian

CHALIL – Worship in der jüdischen Musik

CHALIL – Worship in der jüdischen Musik

Der Profi-Oboist Peter Müntel auf biblischer Spurensuche nach seinen instrumentalen Wurzeln

Immer wieder werde ich gefragt, wie ich denn als klassischer Oboist zu israelischer Musik gekommen bin. Jetzt, nachdem ich über 40 Jahre im Berufsorchester gespielt habe und den Ruhestand genießen darf, kann ich ja mal ein paar Zeilen dazu schreiben.

Als Berufsmusiker, der schon mit 10 Jahren mit der Oboe begonnen hat, haut einem ja so leicht nichts mehr um. So viele Töne habe ich im Laufe meines fast 50 jährigen Musikerlebens schon gespielt. Aber immer wieder gibt es Momente die einem besonders bewegen:

Eines meiner eindrucksvollsten Klassik-Konzerte durfte ich nach dem Jahr 2000 in Israel erleben. Mit einem Barockensemble samt Kirchenchor aus dem Stuttgarter Gospelforum wurden wir für drei Konzerte von der Christlichen Botschaft in Jerusalem nach Israel eingeladen. Auf dem Programm stand Händels Messias. Es gehört schon zu den besonderen Erlebnissen eines Musikerlebens, dieses Werk in Israel spielen zu dürfen. Bei Händels weltberühmten „Halleluja“ stand im YMCA Theater Jerusalem plötzlich das gesamte Publikum auf und hob die Hände, Anbetung pur! Später gab es dann noch die  Arie: „Ich weiß dass mein Erlöser lebt“ (siehe Hiob 19,25) zu hören, das war unvergesslich. Als Zugabe spielten wir immer die Nationalhymne des Staates Israel, die Hatikva (Hoffnung), auch hier stand das komplette Publikum im Saal auf.

Gut kann ich mich auch noch an eine Begegnung in der Krypta, dem ältesten Teil des Bremer Domes, erinnern. Nach einem Klezmer-Konzert kam dort ein älterer Mann aus Israel sehr bewegt auf mich zu. Er nahm mich weinend in den Arm und berichtete mir, er sei zu dieser Zeit das erste Mal seit dem Holocaust wieder in Deutschland gewesen. Er war so dankbar, im heutigen Deutschland wieder auf jüdische Musik zu treffen. Das sind Momente, die bei mir ein Gänsehautgefühl erzeugen.

Vor ca. 30 Jahren wurden meine Frau und ich aktive Christen und begannen recht schnell unsere Gaben in verschiedenen Formationen der Lobpreisarbeit einzubringen.

Spannend war das Zusammentreffen von Popmusikern und einem „Klassiker“ wie mir. Zunächst war ich völlig überfordert, nach Leadsheets zu spielen, schließlich gab es da für mich nur einige harmonische Spielanweisungen. Ohne Noten war ich echt aufgeschmissen. Doch, es war sehr spannend, wie sich das Zusammenspiel dann weiterentwickelte.

Unser Freund, der E-Bassist Sigi Bohnert, wollte erfahren, wie man J. S. Bach mit seinem Instrument spielen kann, und mich interessierte die Improvisation. So haben wir uns im Keller seines Hauses getroffen und am Ende der Session die Ergebnisse aufgenommen. Sigi hatte Kontakt zu Andy Claus von „cap.music“ in Altensteig. Unsere Ergebnisse waren wohl recht gut. Andy rief einige Tage später an und fragte, wann wir zur Studio-Aufnahme kommen könnten. 

Und so haben wir unsere ersten CD´s aufgenommen, damals noch unter dem Namen INSPIRIT. Neben Lobpreistiteln gab es auch damals schon den einen oder anderen israelischen Titel. Zu dieser Zeit wurde ich neugierig, warum israelische Musik gerade mit der Oboe so gut klang. In den 90iger Jahren kam dann noch der Kontakt zum Dresdner Musikerkreis hinzu, einer super Truppe aus klassischen Musikern und Sängern der damals neuen Bundesländer, die sich über Jahre zur Musikerrüste in den christlichen Gästehäusern in der Rhön trafen. Dort bekamen meine Frau und ich viel Input zum Thema Israel.

Auf der Suche nach meinen instrumentalen Wurzeln wurde ich dann im Alten Testament fündig. Dort wird im Urtext immer wieder von einem Blasinstrument mit dem Namen CHALIL gesprochen. Martin Luther hatte dieses Instrument mit „Flöte“ übersetzt.

Zur Zeit der Bibel, dem antiken Israel, war die CHALIL eines der populärsten Instrumente im weltlichen wie auch im religiösen Leben. Die CHALIL wurde als ein anregendes Instrument angesehen und zum Ausdruck besonderer Freude und Fröhlichkeit gespielt, so zum Beispiel bei Hochzeiten oder öffentlichen Prozessionen der Pilger. Gleichzeitig wurde der Klang der CHALIL für den Ausdruck starker Trauer und Leidens genutzt und war etwa bei Beerdigungen zu hören.

In der Bibel finden wir genauere Angaben zur CHALIL z.B. in 1Sam 10,5 „einer Schar von Propheten begegnen, … und vor ihnen her Harfe und Tamburin und Flöte (Chalil) und Zither, und sie werden weissagen“ (ELB), 1Kö 1,40 „und das Volk blies mit Flöten (Schalmeien) und war sehr fröhlich, sodass die Erde von ihrem Geschrei erbebte“ (LUT) oder Jer 48,36 „klagt mein Herz über Moab wie Flötenklage (Schalmeien-Klage) (LUT)

Die Bauweise der CHALIL war ähnlich der griechischen AULOS oder der arabischen MUZMAR. Der Ton war scharf und penetrant. Man erzählte in überspitzem Sinne, wann immer die CHALIL im Tempel zu Jerusalem geblasen wurde, sei ihr Klang bis Jericho zu hören gewesen.

Somit lag es nahe, mich mit der Klezmer Musik auseinanderzusetzen. Klezmer gilt als die Festmusik der osteuropäischen Juden. Da aber jüdische Feste fast immer auch biblische Feste sind kommt man unweigerlich den alten Schriften, Liedern und Psalmen zur Zeit David näher. Mit dem aramäischen Wort „kley zemer“ verbindet sich die Vorstellung, der „Klezmer“ sei kein eigentlicher Musiker, sondern ein Werkzeug, durch das sich Gott direkt mitteilen kann.

Der ganze Mensch singt zur Ehre Gottes, etwa mit der Stimme aber auch mit seinem Instrument, das damit ein Musizierwerkzeug des Heiligen Geistes ist. Schauen wir in den Psalm 150, hier wird das ganz deutlich. Dieser Psalm beginnt mit „Halleluja“, das bedeutet wie wir alle wissen, Gott loben, ja sogar verschwenderisch das Lob Gottes ausschütten. „Lobet den HERRN in seinem Heiligtum, für seine Taten, in seiner großen Herrlichkeit“. Aber womit? Mit einer Vielzahl von Instrumenten wie Pauken, Posaunen, Saiten und Chalil/Pfeifen, und natürlich Gesang: „Alles was Odem hat, lobet den Herrn“.

 König David organisierte zu seiner Zeit die Instrumentalbegleitung in der Stiftshütte und teilte dafür tausende Musiker ein. Diese Einrichtung bestand im Tempel, den sein Sohn Salomo erbaute, weiter, wie wir z.B. in 1Chron 23,5 lesen:  „4000 Sänger des HERRN mit Saitenspielen, die ich zum Lobgesang habe machen lassen.“ (LUT)

Jüdische Melodien und der „sprechende Instrumentalstil der jiddischen Klezmer von heute ist geprägt von jauchzenden und seufzenden Tönen, voller Sehnsucht, Trauer aber auch mit Humor und unbändiger Lebensfreude.  Ich finde, die modere Oboe ist, gerade aus der Sicht der 3000 – 4000-jährigen Geschichte, besonders zur Interpretation israelischer Musik geeignet. Im Gegensatz zur ca. 300 Jahre jungen Klarinette, dem vielleicht populärsten Holzblasinstrument in der Klezmerszene, gibt es nur wenige Oboeninterpreten die sich das Erbe der CHALIL zu Nutze machen. Mir macht es einfach Freude, die Klangfarben und Modulationsmöglichkeiten einer Oboe für israelischer Musik einzusetzen.

In den folgenden Youtube-Clips kann man in die Aufnahmen der Titel “Mazeltov” und “Gnädig und barmherzig ist der Herr” von Chalil reinhören:

 

Themen wie die Sehnsucht nach Jerusalem, Psalme und Gebete mit und ohne Worte (Nigunim) oder aber fröhliche Tänze vor der Klagemauer werden plötzlich lebendig und erfahrbar. Das kann unserer heutigen Anbetungspraxis sehr nützlich sein, wenn wir sie um diese Erfahrungen erweitern. Vielleicht erinnern die Klänge an die Zeiten Salomos  vor 3000 Jahren.

Es gibt noch so viel zu berichten, aber am schönsten ist es, die Musik live zu hören und einfach mit einzutauchen. Ich schreibe diese Zeilen im April 2020, zur Zeit der weltweiten Corona-Krise, in der es in Europa keine Gottesdienste oder Kirchenkonzerte geben darf. Darum freue ich mich besonders, auf diese Weise mit euch in Kontakt zu treten. Hoffentlich können wir demnächst wieder gemeinsam anbeten. Ich plane z. B. zusammen mit Christian und einer Band aus dem Worshipnetzwerk auf einem der nächsten Grace-Festivals zu spielen. Die Gnade Gottes sei mit uns allen!

Am 31.01.2021 war ich zu Gast auf BibelTV in der Sendung “Stunde des Höchsten” mit dem Fernsehpfarrer Heiko Bräuning. Hier könnt ihr ein spannendes Interview verfolgen, warum ich als Christ jüdische Musik spiele:

SHALOM und Gottes reichen Segen für euch

 Peter Müntel

Anbetung zuhause – wenn die Kirche geschlossen ist

Anbetung zuhause – wenn die Kirche geschlossen ist

Hallo zusammen,

derzeit erleben wir nicht nur eine beispiellose Ausnahmesituation der sozialen Abgrenzung und Besorgnis, die sich über die ganze Welt ausbreitet, ich empfinde es auch als massiven Angriff auf den Leib Christi, die weltweite Gemeinde der Christen.

Es gibt den Gegenspieler Gottes, der die gemeinsame Anbetung und die neue Welle der Gnade weltweit beobachtet, wie wir unsere Übermacht gegen ihn ausspielen, indem wir Gott in Einheit loben und uns auf das vollbrachte Erlösungswerk Jesu berufen. Er versucht natürlich, das zu verhindern und uns auseinander zu treiben. Nun ja, oberflächlich betrachtet ist das ja auch gelungen. Doch, nur weil wir uns nicht treffen können, heißt das noch lange nicht, dass wir nicht in Einheit anbeten können! Unsere Anbetung ist nicht zu stoppen, wenn wir alle unser Zuhause zum Ort der Gegenwart Gottes erklären!

Worship ist nicht auf große Bühnen angewiesen. Es geht um unser Herz und die Liebe gegenüber dem dreieinigen Gott. Das lässt unser Licht aufleuchten! Lasst uns anfangen ihn anzubeten, zu loben und ihm zu danken. Er kennt unsere Bedürfnisse bereits und will uns segnen. Wir als Familie haben uns vorgenommen, unsere Worshipzeiten eben hier in unserer Wohnung durchzuführen. Wir beten und singen und proklamieren.

Hier noch ein paar Tipps zur Gestaltung deiner eigenen Worshipzeit:

1. Entscheide dich bewusst für die Anbetung, indem du dich Jesus zuwendest (Jesus ist die Tür).

2. Erinnere dich an das vollbrachte Erlösungswerk der Gnade Jesu und nimm es für dich in Anspruch, indem du Jesus für Seinen Tod und Seine Auferstehung dankst (Jesus ist das Lamm Gottes, das für die Sünden der Welt starb).

3. Lasse dich von der Kraft Seines Wortes reinigen, indem du Seine Zusagen über deinem Leben aussprichst und immer mehr Jesus in dir erkennst (Jesus lebt in uns und wir in ihm).

4. Öffne dich im Lobgesang dem Wirken des Heiligen Geistes und lasse dich vom Licht Jesu durchfluten bis du selbst leuchtest, lasse dich von seinem lebendigen Wasser erfrischen, indem du Worte der Bibel meditierst, prophetische Worte empfängst und wenn möglich auch in Sprachen betest und singst (Jesus ist das Licht der Welt und das Wasser des Lebens – falls das für dich neu ist, bitte Gott um diese wundervolle Gabe des Geistes).

5. Empfange Seine Heiligung für Körper, Seele und Geist, indem du das Abendmahl einnimmst und dich bewusst an die bereits bereitgestellten Segnungen Gottes erinnerst (Jesus ist das Brot des Lebens, du nimmst Seinen Leib und Sein Blut für dich in Anspruch).

6. Nimm das Bündel deiner persönlichen Anliegen und der Fürbitten für andere Menschen und lege sie bei Gott ab, indem du Gott für die Erhörung deiner Gebete dankst und seinen Sieg über die jeweiligen Situationen aussprichst (Jesus sitzt zur Rechten Gottes, die Gebete der Heiligen steigen wie Rauch vom Räucheraltar auf zum Duft vor Gottes Thron).

7. Genieße ganz einfach die Gegenwart Gottes, indem du ihn zurückliebst und emotional, körperlich und geistlich jede Regung als Reaktion auf Seine Liebe zulässt (Jesus ist die personifizierte Liebe Gottes).

Dies ist nur eine Kurzfassung verschiedener Anregungen, die ich im Buch „Ich worshippe jetzt!“ genauer beschreibe und belege. Es kann dir helfen eine biblische Struktur in die persönlichen Anbetungszeiten zu bekommen, damit du immer mehr in deiner Anbetung in den Einklang mit dem dreieinigen Gott kommen kannst. Ihn zu lieben, ist die Lösung für alle unsere Probleme. Solltest du besondere Erlebnisse und Begegnungen mit Gott haben, wäre ich über eine ermutigende Rückmeldung sehr dankbar.

Worshipabend in Burkhardsfelden

Worshipabend in Burkhardsfelden

Im Rahmen der 20. Buchausstellung der Ev. Stadtmission Burkhardsfelden lud Pastor Anderson Husemann das Worshipnetzwerk für einen Worshipabend am 23.11.19 ein.

Geplant war, dass wir mit einem kleinen Team (Sonja Yeo: Gesang, Christine Weiß: Klavier, Detlef Marx: Bass und Gesang, Christian Weiß: Gitarre und Gesang) anreisen würden. Wir waren sehr dankbar, dass Antonia Weiß spontan für Sonja einspringen konnte, die leider am Vorabend erkrankt war.

Im gut gefüllten Saal hatten die Besucher dann zunächst die Möglichkeit, durch die umfangreiche Buchausstellung zu schlendern und das ein oder andere wertvolle Buch zu erwerben.

Mit neueren deutschen Anbetungsliedern gepaart mit alten Hymnen stiegen wir dann in die Anbetung ein. Schnell wurde klar, dass eine große Offenheit für das wirken Gottes an diesem Abend bei den Besuchern vorhanden war. Besonders beeindruckend war dabei die Einheit von Alt in Jung.

Anderson Husemann hatte mich gebeten, passend zur Ausstellung, eine Ansprache zu Inhalten meines Buches “Ich worshippe jetzt!” zu halten. Es sollte dabei um den übergeordneten Stellenwert von Anbetung für ein hoffnungsvolles und gelingendes Leben in der Beziehung mit dem dreieinigen Gott gehen, welche zu allen Zeiten die einzig vernünftige Antwort auf das gnädige Handeln Gottes war und ist. Gemeinsam fassten wir Mut, als Christen des neuen Bundes, dieser Bestimmung in möglichst allen Lebenslagen zu folgen.

Nach einem weiteren Worshipblock, in dem wir persönlich unsere Liebe zu Gott ausdrücken konnten, wurde noch die Möglichkeit für Gebet und Segnungen angeboten. Daniel Schmidt von den Kingsmen war extra dafür angereist und verstärkte die Beter der Gemeinde.

Es war ein toller Abend mit vielen ermutigtenden Gesprächen und Begegnungen, der wieder einmal die besondere Stärke der Einheit unter uns Christen deutlich machte.

Herzlichen Dank nochmals an Toni und Sonja, die trotzdem als Gebetsunterstützung mitgefahren ist, sowie natürlich auch an die Band und Anderson.