Herzlich Willkommen!

Herzlich Willkommen!

Ich freue mich wirklich sehr, dass du auf unserer Seite gelandet bist. Mein Name ist Christian Weiß, ich bin Gitarrist, Worshipleiter, Autor (“Ich worshippe jetzt!”) und arbeite außerdem als Musik- und Religionslehrer an einer integrierten Gesamtschule. Für meine Frau Christine und mich gehört Anbetung als zentrales Element zum Leben und wir sind überzeugt, dass sie Menschen durch die Liebesbeziehung mit Gott zu echtem Leben freisetzen kann. Ich glaube “Anbetung ist die größte aller Ausdrucksformen, zu der wir fähig sind”.

Lobe den Herren

Gemeinsam mit Detlef Marx leite ich das Worshipnetzwerk, das im Mai 2018 entstanden ist. Als Worshipleiter zweier befreundeter Gemeinden hatten wir uns bereits seit Jahren häufig gegenseitig unterstützt und ermutigt. Wir spürten den Durst nach gemeinsamen Anbetungszeiten in vielen Gemeinden. Durch unterschiedlichste Herausforderungen war aber eine regelmäßige Arbeit in diesem Bereich an vielen Orten einfach nicht umsetzbar. So entstanden unsere gemeinsamen Worshipabende zu denen Besucher aus verschiendenen Gemeinden der ganzen Region kamen. Die Idee, ein Worshipnetzwerk zu Gründen, hatte mir Gott dann im Gebet zugeflüstert. Er wies mich auch auf Detlef als perfektem Partner für die Arbeit hin. Gemeinsam entdeckten wir, dass wir Gott voller Freude zujubeln, von seiner Gnade singen und Menschen an den unterschiedlichsten Orten mit der spürbaren Gegenwart Gottes dienen wollen. Das Licht Jesu könnte so in der Dunkeheit dieser Welt scheinen.

Zunächst luden wir befreundete Worshipleiter und Musiker ein, die in den unterschiedlichsten Denominationen beheimatet sind, und damit auch in der Kultur der Anbetung verschieden geprägt wurden. Gemeinsam entdeckten wir eine große Vielfalt von Bedürfnissen in den einzelnen Gemeinden. Mit wachsender Beteiligung trafen wir uns zu intensiven Anbetungszeiten, führten gemeinsame Worshipabende durch, ich führte Seminare zu den Inhalten meines Buches durch und wir konnten verschiedene Gemeinden mit kleineren Teams unterstützen (Berichte und Termine kannst du auf der Homepage finden). Außerdem entstanden tolle Beziehungen zu bereits existierenden Gebetsteams.

Wir wollen gerne voneinander profitieren, uns gegenseitig ermutigen und miteinander lernen. Ob es um unsere innere Hingabe, musikalische Arrangements, selbstgeschriebene Anbetungslieder, Erfahrungen mit prophetischem Worship oder andere Themen geht, wir wollen uns austauschen, gegenseitig Raum für Unterschiedlichkeit geben und offen für das Wirken Gottes sein. Gott thront über den Lobgesängen seines Volkes und wir sollten niemals die Kraft der Übereinstimmung im Gebet unterschätzen.

Wir stellen Inhalte gerne über Performance, wenngleich uns beides wichtig ist. Auf dieser Seite wollen wir einfach über aktuelle Entwicklungen, Events und Gedanken informieren. Wir freuen uns mit dir in Kontakt zu treten und wünschen dir intensive Zeiten der Anbetung und Inspirationen die dein Leben bereichern.

Christian Weiß

Wenn die Akustikgitarre auch verstärkt gut klingen darf

Wenn die Akustikgitarre auch verstärkt gut klingen darf

Piezo, Magnet, Sensor, Mikrofon, Impulse Response oder was?

 „Jeder Christ ein Gitarrist“, oder wie sagt man das, wenn man einem Instrument die künstlerische Relevanz absprechen möchte? „Wandergitarre“ oder „Lagerfeuer-Gitarre“ sind Begriffe aus einer längst vergangenen Zeit, in der Menschen sich in unserem Land gesellig im Freien trafen und gemeinsam Lieder sangen. Mittlerweile hat sich die akustische Gitarre längst wieder zu einem bedeutungsvollen und in einigen Fällen durchaus anspruchsvoll zu spielenden Instrument auf die großen Bühnen dieser Welt hinaufgespielt. Auch Worship-Musik hat sich verändert – und in mancher Hinsicht ist es meiner Meinung nach auch gut so! Diese Entwicklung hat aber zur Folge, dass wir mit unseren Instrumenten auf die Anforderungen der Gemeinden dieser Zeit reagieren müssen. Heute finden sich Gitarristen im Kontext moderner Worshipmusik schnell in einer von Technik dominierten Umgebung wieder. Das Gute daran ist, dass Instrumente mit unterschiedlicher Grundlautstärke, wie z.B. Schlagzeug, Piano und Akustikgitarre,  durch Tonabnehmersysteme oder Mikrofone ganz natürlich und in der Lautstärke ebenbürtig miteinander gespielt werden können. Eigentlich sollte sich die Akustikgitarre nicht mehr ausschließlich als hochfrequentes und perkussives Geräusch, ähnlich einem Shaker (diese Erfahrung musste ich im Laufe der Zeit leider häufig machen), im Gesamtsound wiederfinden müssen.

Dabei ist es erst ziemlich genau 100 Jahre her, dass Lloyd Loars den ersten elektrostatischen Tonabnehmer für die L-5-Archtopgitarre der Firma Gibson entwickelte. Bald folgten auch erste magnetische Tonabnehmer. Doch schon damals wurde schnell klar, dass sich der verstärkte Klang der Gitarren maßgeblich vom akustischen unterschied. 1940 wurde das Patent für den ersten piezoelektrischen Schwingungssensor vergeben. Erst in den 80er Jahren wurden dann die bis heute stetig weiterentwickelten Piezo-Pickups erfunden, deren Klang viel brillanter ist als der von den magnetischen Mitstreitern. Mit den eingebauten aktiven Vorverstärkern können damit ansehnliche Ausgangsspannungen erreicht und somit störende Geräusche verhindert werden. Das eigentliche Problem dabei ist nur auch heute noch, dass der Klang dieser Tonabnehmer zwar gut verstärkt werden kann, er aber immer von einem hochfrequenten „Quäken“, dem typischen Piezo-Sound, umgeben ist. Nein, das klingt bei weitem nicht wie die im Studio mit hochauflösenden Mikrofonen aufgenommene Gitarre. Seit den 90er Jahren versucht man dieses Phänomen mithilfe zusätzlicher in die Gitarren eingebauter Miniaturmikrofone oder anderer an schwingende Bauteile angebrachter Sensoren auszugleichen. Natürlich kann man dabei auf der Bühne das Mikrofonsignal in der Regel nur geringfügig hinzumischen, da ansonsten die Gefahr einer Rückkopplung z.B. mit der Monitorbox oder dem Saallautsprecher zu groß wird. Dennoch, der verstärkte Klang gewinnt damit deutlich an Lebendigkeit. Ich selbst spiele beispielsweise derzeit in zwei meiner Gitarren einen „L.R. Baggs Anthem“ Tonabnehmer. Dieses System ist sicher neben anderen High-End-Produkten einer der derzeit leistungsstärksten Tonabnehmer für Akustikgitarre mit Piezopickup und Mikrofon, da die Rückkopplungsanfälligkeit des Mikrofones minimiert wurde.

In den vergangenen 20 Jahren spielte ich mit der Akustikgitarre auf etlichen Bühnen unterschiedlicher Größe. Ob als Fingerstyle-Gitarrist, in Singer-Songwriter-Manier oder mit kompletter Band, ich habe dabei immer versucht, dem Fortschritt der Tonabnehmerentwicklung zu folgen und dadurch auch ständig die neusten Systeme ausprobiert. Dabei kam mir meine jahrelange Tätigkeit als Fachverkäufer von Akustikgitarren, die ich erfreulicherweise schon während meines Musikstudiums beginnen konnte, und die guten Beziehungen zu etlichen bedeutenden Gitarrenbauern zugute. Deshalb nehme ich mir heraus, einen kleinen Beitrag zu dieser Thematik leisten zu dürfen.

Während die Technik der Akustik-Tonabnahme immer leicht im Hintergrund voranschritt, da man ja nur einen so natürlichen Klang, wie irgend möglich erreichen wollte (eben den akustischen Klang einer Gitarre etwas lauter abbilden wollte), lag der Fokus oft auf der E-Gitarre. Für sie gab es, dank der vielseitigen Verstärkertechnik, der kleinen Wunderkisten auf dem Pedalboard und sehr variabler Gitarren- Tonabnehmer-Kombinationen, schon lange eine sehr variable Klanggestaltung. Mich hingegen faszinierte seit meiner Schulzeit, als ich klassischen Gitarrenunterricht nahm und ganz nebenbei herausfand, dass „Fury in the Slaughterhouse“ Steelstring-Gitarren der in meiner Region beheimateten Firma „Lakewood-Guitars“ verwendeten, der Sound von Steelstring-Gitarren. Dieser Klang hatte sich in meinem Gehirn eingenistet. Ich weiß noch, wie meine erste Lakewood Gitarre, eine D20 mit Ragtime Hals und einem AER AK-15 Piezo-Tonabnehmer, mir damals schon wie der absolute Durchbruch vorkam. Wenn du dann den Livemitschnitt eines Auftritts angehört hast, warst du aber doch etwas ernüchtert, da die Gitarre nicht die Substanz ihrer akustischen Qualität widerspiegeln konnte. Ich ließ dann in meine M-14 einen B-Band Transducer einbauen, der zunächst einmal viel natürlicher klang, mit der Zeit aber an Lautstärke verlor und letztendlich viel zu anfällig war. Von Shadow über Fishman bis LR-Baggs habe ich alle möglichen Systeme in akutstisch immer besser klingende oder konzeptionell spannende Gitarren von Lakewood, Taylor, Launhardt, Antonius Müller Frameworks usw. einbauen lassen. Es gab bessere und schlechtere Piezos, sowie bessere und schlechtere Mikros, die im Korpus angebracht wurden. Ich packte zusätzlich einen magnetischen Tonabnehmer ins Schallloch und probierte verschiedene Decken-Transducer aus. Ja, ich klippte mir sogar ein Mikrofon an den Halsfuß, das dann auf Höhe des 12. Bundes über dem Griffbrett hing, damit meine Bewegung nicht den Winkel zum Mikrofon änderte. Jeder Tonabnehmer hatte seine eigene Klangcharakteristik, an ein ordentliches Kondensatormikrofon auf  Höhe des 12. Bundes in 30 cm Entfernung kam aber kein Abnehmer wirklich heran. Entweder klang es zu schrill, oder zu dumpf, entweder war es topfig oder zu feedbackanfällig. Was man dieser Branche wirklich hoch anrechnen muss ist, dass man sich seit Jahrzehnten ständig im Prozess der Weiterentwicklung befindet. Es gab ständig kleine Fortschritte.

Mit der Digitalisierung der Gitarrentechnik und dem wachsenden Markt für simulierte und modellierte E-Gitarrensounds, die wiederum zeitgleich stattfand, wurde ich anfangs nicht wirklich warm, ich kaufte dann trotzdem alle möglichen Multieffektgeräte und Gitarren-Synthesizer und landete schließlich bei dem Line 6 – Helix. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin eigentlich von meinen Soundvorstellungen Purist, weshalb nichts an meinen handverdrahteten Röhrenverstärker von Steffen Dörrer mit ein paar genialen Bodeneffekten heran kommt. Doch oftmals wurde diese Signalkette gerade für Worshipmusik auf kleinen Bühnen als zu laut empfunden. So war der Helix dann durchaus häufig meine beliebte 2. Wahl. Schnell wurde mir dabei klar, dass dieses auf Modelling basierte Gerät von Line 6 auch eine Revolution für mein Hauptinstrument, die Akustikgitarre, sein könnte. Effekte wie Hall und Delay in Studioqualität, Kompressoren, Klangregelungen der Oberklasse – hier konnte ich unschöne Frequenzen meiner verstärkten Akustikgitarre positiv verändern und von Lied zu Lied den Klang an meine Spielweise anpassen. So kam es, dass ich eine für mich bedeutende Entdeckung machte:

Impulse Response heißt sie im Fachbegriff! Was ursprünglich für digitale klangliche Abbildungen zur Simulation von Lautsprecherboxen gedacht war, entpuppte sich für mich immer mehr als eine hervorragende Lösung für den Klang meiner Akustikgitarre auf der Bühne. Wenn du das noch nicht so gut kennst, musst du es dir so vorstellen: Jemand nimmt im Studio mit professionellem Equipment den Klang seiner akustisch umwerfend klingenden Gitarre auf. Dieses Signal wird so bearbeitet, dass man eine kleine Audiodatei auf ein Effektgerät aufspielen kann. Im einfachsten Fall funktioniert das wie ein kleines Bodeneffektgerät. Jetzt kannst du zu deinem Piezo-Tonabnehmer-Signal quasi das Abbild eines im Studio aufgenommenen Klangs hinzumischen, was bedeutet, dass deinem Piezosignal die klanglichen Eigenschaften des Mikrofones anhand von Frequenzanpassungen übergestülpt werden. Bei mir hat sich ein höchstens 10-20%iger Anteil der Zumischung dieses Effektes im Gesamtklang bewährt. (An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Zumischung am Helix problemlos umzusetzen weil das genauso vorgesehen ist, bei z.B. einem TC-Electronics IR-Loader ist das Zumischen aber keine Option. Hier hört man immer 100% der Impulsantwort, man könnte ihn über den Einschleifweg eines Preamps (ich habe das mit dem Lehle IQ DI ausprobiert) zumischen. Ein solches Gerät hat aber nicht jeder zur Hand, weshalb die günstige Lösung manchmal etwas Denkarbeit erfordert.) Damit kannst du jenes Piezo-typische „Quäken“ ganz einfach verändern, und deine Gitarre klingt auf jeden Fall etwas mehr wie akustisch vom Mikrofon aufgenommen. Natürlich ist die Kunst dabei, ein IR-File zu finden, das deiner Gitarre idealerweise perfekt entspricht oder eben einfach gut dazu passt. Viele Dateien führen dazu, dass man am Ende ein topfiges und verfremdetes Klangergebnis hat. Hast du aber einmal eine passsende IR gefunden, so ist das eine sehr respektable Lösung für deinen Akustikgitarren-Sound!

Letzten Sommer spielten wir auf einem Wochenendseminar mit Maria Luise Prean Bruni und leiteten die Worshipzeiten mit einer Band des WorshipNetzwerks. Zu unserer großen Freude war Samuel, einer der Techniker der ICF-Wetzlar für den Sound angereist. Alles war prima, ich war mit dem Sound meiner Gitarre und insgesamt vollauf zufrieden, als in der Probe plötzlich mein Effektgerät, von dem ich die IR abspiele (Helix) komische Aussetzer hatte. Es half alles nichts, ich musste darauf verzichten und die Gitarre direkt in die DI-Box einstöpseln, war doch die Gefahr eines Aussetzers im Livebetrieb zu groß. Der sich dadurch einstellende Effekt war derart ernüchternd, dass ich am liebsten weggerannt wäre! Plötzlich klang meine Lakewood D35 custom, die „nur“ einen (zwar wirklich amtlichen) L.R. Baggs Piezotonabnehmer eingebaut hat, unangenehm „quäkig“ nach Piezo. Das hätte auch ein weitaus einfacheres Instrument sein können und von der üblichen akustischen Transparenz war eigentlich nicht mehr viel zu hören. Trotz allem eifrigen Bemühen, womit unser Techniker noch ein kleines Wunder bewirkte, und dem Wechsel auf eine Lakewood D14 mit LR Baggs Anthem (der ja zusätzlich ein eingebautes Mikrofon hat) war nun doch sehr viel weniger von dem offenen, runden und singenden Ton der akustisch gespielten Gitarre zu hören. In diesem Moment wurde mir bewusst, wie sehr ich mich an den neuen Klang mit IR gewöhnt hatte und wie weitreichend diese Entdeckung doch sein könnte. (Nebenbei sei erwähnt, dass die Reparatur meines Line 6 Helix Monate in Anspruch genommen hat, weil der Service alles Mögliche reparierte, damit aber nur die Kosten in die Höhe trieb. Schlussendlich hat Wolfram mein langjähriger Kollege, ein mit der Erfahrung eines Technik-Dinos gesegneter Ruheständler, das Problem im Netzteil gefunden und zu meiner großen Freude und Dankbarkeit behoben. Ich erwähne das nur, um zu zeigen, dass jedes komplexe Gerät natürlich auch potenzierte Fehlerquellen aufweisen kann.)

Hier kommt ein kurzes Beispiel, das ich auf die Schnelle in meinem Büro aufgenommen habe. Ich benutzte dazu meine Lakewood D35 custom mit LR-Baggs Piezo-Tonabnehmer, die ich mit Fingern anschlug. Ich nahm das nur ein einziges Mal gespielte Signal parallel mit meinem JZ Black Hole2 Großmembran-Mikrofon, mit meinem Line 6 Helix mit IR und als direktes Signal über meinen Lehle IQ DI-Preamp auf. Um zu zeigen, wie vorteilhaft ein eingebauter Studio-Hall sein könnte, hört man im Helix einen anderen Hall-Sound. Sicher kann man gerade die Aufnahme mit Mikrofon viel besser anstellen. Mir ging es einfach nur darum, die grundsätzlichen Klangunterschiede aufzuzeigen. Zuletzt habe ich das Signal von Mikrofon und Helix zusammengemischt, was dem Signal noch einmal etwas Frische hinzufügt.

  1. Lakewook D35 mit Mikrofon aufgenommen
  2. Lakewood D35 mit Piezo aufgenommen
  3. Lakewood D35 mit Piezo und IR (im Helix) aufgenommen
  4. Lakewood D35 mit Piezo und IR sowie Mikrofon aufgenommen

Ich habe natürlich auch diverse Geräte ausprobiert, die fest eingebaute vorgefertigte IRs abspielen können oder, wie im Falle von L.R. Baggs, mittels iPhone eine Aufnahme meiner Gitarre anfertigen, um dann die IR direkt von meiner persönlichen Gitarre zu erzeugen. Leider waren alle Versuche mit meinem Equipment für mich nicht so richtig überzeugend. Andere kommen zumindest in Youtube-Videos scheinbar zu besseren Ergebnissen. Wie auch immer, ich glaube, dass mit IRs ein Durchbruch für den verstärkten Akustikgitarrensound gelungen sein könnte und hoffe, dass wir immer weiter davon wegkommen, wo Akustikgitarre im Mix nur noch für den schimmernden Hauch zarter Obertöne gut ist. Interessanterweise hatte mir Frank Krocker von Frameworks Guitars schon vor knapp zwanzig Jahren neben eines seiner tollen Instrumente einen RMC Piezotonabnehmer samt PolyDrive II Preamp verkauft. Dort muss, ohne dass ich einen blassen Schimmer davon hatte, ein IR eingebaut gewesen sein, wie mir jetzt klar wird. Meine Antonius Müller S6 klang schon damals nicht nur akustisch besonders gut. Wie schön wäre es, wenn du beim Erwerb einer neuen Gitarre gleich eine passende Datei dazukaufen könntest, die deinen verstärkten Klang sofort belebt!

Die Akustikgitarre hat in der Worshipmusik enorme Bedeutung. Es ist sicher kein Zufall, dass Stars der Worship-Szene wie Brooke Ligertwood von Hillsong ein eigenes Sinatur Modell von Martin Guitars auf dein Leib geschneidert bekommen. Auch Stil-prägende Persönlichkeiten wie z.B. Brian Johnson, haben einen geradezu exklusiven akustischen Gitarrenton. In der Worshipmusik trägt die Kombination aus sphärischen Ambiensounds mit lebendigen Akustiktönen sehr dazu bei, dass man sich in Gottes Gegenwart öffnen und in seine Arme fallen lassen kann. Es wird Zeit, dass wir mit tollen akustischen Klängen der Worshipmusik noch etwas mehr Leben einhauchen! Martin Guitars hat zudem bereits Gitarren in Zusammenarbeit mit dem Tonabnehmer-Hersteller „Fishman“ entwickelt, die ein IR direkt in den Preamp der Gitarren eingebaut haben. Diese Impuls-Antwort wurde in Profistudios speziell mit diesem Gitarrenmodell aufgenommen, weshalb das Ergebnis logischerweise hervorragend mit dem Tonabnehmer zusammen passt. Das ist natürlich eine sehr komfortable Lösung. Auch unsere heimischen deutschen Hersteller dürften meiner Meinung nach an dieser Stelle gerne weiterexperimentieren, stellen sie doch traumhafte Instrumente mit herausragenden Klangeigenschaften her.

Für kleinere Events, die man z.B. nur mit Gitarre und Gesang durchführt, haben sich zudem speziell für diese Zwecke entwickelte Mikrofone etabliert. Zum Beispiel das „Ear Trumpet Labs – Edwina“ Großmembran-Mikrofon fängt den Klang vor dem Mikrofon (bis zu 45 cm weit) so großflächig ein, dass es geradezu maßgeschneidert für Singer-Songwriter zu sein scheint. Dabei macht es eine besonders gute Figur bei der Unterdrückung von Rückkopplungen auf der Bühne. Du kannst einfach deinen Tonabnehmer in der Gitarre sowie dein Gesangsmikrofon ignorieren und loslegen. Die Auflösung ist  außerdem so gut, dass manche Gitarristen dieses Mikrofon sogar im Studio verwenden. In der Bluegrass-Szene ist es von den Bühnen nicht mehr wegzudenken. Ganze Akustikbands werden häufig von einem Stereo-Set dieses Mikrofones abgenommen. Und das ist nur ein Beispiel unter vielen, das ich mit Sicherheit auch selbst noch ausprobieren werde.

Natürlich gibt es immer noch andere Spezialanwendungen, wie z.B. im „modern Fingerstyle“, wo perkussive Spieltechniken an der Akustikgitarre sehr aufwendig eingesetzt werden, dass eine ganze Batterie spezieller Tonabnehmer in das Instrument eingebaut werden muss. Ein unglaubliches Beispiel dafür ist die Sinature Gitarre des vielfach ausgezeichneten britischen Fingerstyle Gitarristen Mike Dawes, gebaut vom deutschen Gitarrenbauer Andreas Cuntz.

Letztlich brauchst du zu allererst natürlich eine gute Akustikgitarre! Was bei deinem Klang von vorn herein fehlt, kann auch nicht verstärkt oder hinterher hinzugemischt werden. Dann ist es sicher auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Je flexibler wir technisch agieren, desto weniger Probleme werden wir im Livebetrieb erleben. Deshalb habe ich neuerdings immer für Notfälle eine gute aktive DI-Box mit speziell an die Akustikgitarre angepasster Klangreglung  mit IR-Loader, einem kleinen Kompressror, Delay und Reverb im Gepäck, die ich notfalls (wenn z.B. mein Netzteil im Helix aussetzt) schnell anstöpseln kann.

Ich habe wirklich Lust mit vielen Akustikgitarristen diesbezüglich im Austausch zu stehen, um meinen eigenen Sound und natürlich den meiner Gegenüber immer mehr zu optimieren. Schreibe gerne dazu in die Kommentare oder gerne auch direkt eine E-Mail an mich. Mich interessiert, was deine Ideallösung ist!                                      

 Christian

Prophetische Schlüssel für Durchbrüche

Prophetische Schlüssel für Durchbrüche

Ich weiß nicht, wie es dir geht! Ich jedenfalls habe die Nase bis zum Rand voll von schlechten Nachrichten. Durchhalteparolen nutzen einem zwar eine Zeit lang, irgendwann jedoch, wenn du keine richtige Änderung wahrnehmen kannst, führen sie zu Frustration. Dabei sollten wir Christen doch eine Kultur der Hoffnung in uns tragen. Gerade wir Anbeter sehen uns doch als königliche Priester, die aus der Gegenwart Gottes heraus, sein Königreich auf dieser Erde sichtbar werden lassen, oder? Weil ich persönlich auch gerade etliche Fragen in mir hatte, nahm ich mir zu Beginn dieses Jahres noch mehr Zeit, auf Gott zu hören. Ich versuchte, meinen Fokus bewusst nicht auf „Performance“ zu legen und  konnte dabei ganz klar erkennen, dass man aus leeren Weinschläuchen keine Gläser füllen kann, was für mich so viel bedeutet wie: Ohne den von Gott für mich vorbereiteten Weg zu sehen, irre ich einfach nur durch die Gegend!

Wenn Gott Wege und Türen für uns vorbereitet hat, müssen wir sie uns zuerst von ihm zeigen lassen. Sein Heiliger Geist will uns anleiten, sie zu sehen. Er will uns als unser engster und liebevollster Freund und Berater vorangehen. Dabei hat er eine Fülle seiner Gaben im Gepäck, die er uns als Ausrüstung auf dem Weg zur Verfügung stellen möchte. Wenn du dir dieses Jahr auch Durchbrüche in deinem Leben wünschst, lade ich dich ein, inne zu halten. Gott redet zu dir, manchmal müssen wir nur zuerst zur Ruhe kommen, damit der Lärm dieser Welt ihn nicht übertönt. Seine Stimme hat viel Autorität und ist oft doch so sanft.

In dieser Ruhe zeigte Gott mir zunächst bestimmte Bibeltexte. Ich hörte die Stellen, schrieb sie auf, las sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln und bewegte sie eine Zeit lang in meinem Herzen.  Als nächstes empfing ich den bildlichen Eindruck eines großen Tores (ich beschreibe das später genauer), zu dem ich Gott einige Fragen stellte. Zuletzt führte mich Gott auf kuriose Weise zu etlichen Schlüsselbegriffen. Wie er diese alle schlüssig zusammenstellt ist ein echtes Wunder. Vielleicht magst du dir das alles kurz mit mir anzuschauen:

Ich hörte zunächst zwölf Bibelstellen:

Hebräer 4,7; Daniel 2,20-22; Jesaja 22,22; 1. Johannes 4,13; Offenbarung 22,1-5; Psalm 147,13-14; Maleachi 1,5; 5. Mose 19,8; Kolosser 1,28; Römer 8,24; Römer 4,16 und Hebräer 11,1. (lies ruhig mal rein)

Dabei hatte ich den Eindruck, dass über allen Bibelstellen die göttliche Liebe aus 1. Korinther 13,1-3 steht.

Gott zeigte mir außerdem ein Bild von einem großen Tor, das zwischen der dunklen Welt und dem Licht der Gegenwart Gottes mit seinen paradiesischen Zuständen steht und diese voneinander trennt. Ich stand gerade im Dunkel, als Gott kam und mir Schlüssel in die Hand gibt. Jetzt konnte ich das große hölzerne Tor aufsperren und in das Licht eintreten.

Je mehr ich mir diese Szene durch den Kopf gehen lies, desto klarer erkannte ich, dass die Bibelstellen die Szene sehr gut einrahmen könnten und arbeitete mit diesem Fokus verschiedene Begriffe aus den Bibelstellen heraus, die ich in dem folgenden Abschnitt zusammenfassen möchte:

Der Ort der Gegenwart Gottes und des Lichts ist unser Ziel. Gott gibt uns Schlüssel. Die Tür/das Tor ist ein geistlicher Eintrittspunkt auf dem Weg in unsere Bestimmung. Gott gibt der Tür einen Riegel, um uns zu schützen und die Finsternis von uns fern zu halten. Im Licht befindet sich ein weites Land, das Gott für uns vorbereitet hat (nicht erst im Himmel). Gott schenkt uns den Glauben, dass wir durch seine Gnade gerettet sind. Er gibt uns seinen Geist, den Berater und Tröster, ein Geist der Kraft, Liebe und Besonnenheit. Gottes Liebe ist das Non-plus-ultra, ohne sie ist alles nichts. Wir sollen die für uns vorbereiteten Früchte ernten.

Ich fragte Gott, was denn eigentlich die Schlüssel sind. Daraufhin führte er mich, wie gesagt, auf kuriose Weise zu neuen Begriffen. Ich hatte, wie in jedem Jahr, zwischen Weihnachten und Silvester eine Playlist mit meinen 25 Lieblingssongs des vergangenen Jahres zusammengestellt. Da mir nicht nur die Musik sehr wichtig ist, hatte ich alle Lyrics hintereinander in ein Dokument geschrieben. Ich hörte, wie Gott zu mir sagte: „nimm die Lyrics, ich will dir die Schlüsselbegriffe zeigen“. So ging ich Lied für Lied durch und markierte immer dann spontan ein Wort, wenn ich das Gefühl hatte, Gott „highlightet“ es für mich. Anschließend stellte ich sie in genau dieser Reihenfolge so zusammen, dass dabei 10 Schlüssel herauskamen. Es ist ganz erstaunlich, wie diese Schlüssel zustande gekommen sind und in sich stimmig sind, da ich die Reihenfolgen der Playlist eingehalten habe, die ich nach der Musik sortiert habe. Die Schlüssel 1-4 erscheinen mir als Einheit, genau wie die Schlüssel 5-8. Bei den Schlüsseln 9-10 könnte es sich um abschließende grundsätzliche Bemerkungen handeln. Vielleicht liest du sie dir zunächst einfach einmal durch. Ich habe unter jedem Schlüssel eine kleine Erklärung für mich angefügt.

1. lose control – see – love

(ich darf loslassen und auf Jesus schauen, um Lieben zu lernen, wie er liebt)

2. know it’s true – look at me – hold on to

(ich darf Gottes Wort als Wahrheit annehmen, den Blick auf ihn gerichtet halten und uns an ihm und seinem Wort festhalten)

3. believe – find a way – go the distance

(ich darf ihm vollständig vertrauen und seinem Weg folgen, auch wenn es einmal etwas weiter und länger ist)

4. win – rise – jump + dance

(ich darf mit ihm ganz einfach siegen und dabei noch wachsen, bis ich vor Freude springe und tanze)

5. turn on the light – trust in true love – wait for miracles

(wenn es auch einmal schwierig ist, darf ich das Licht einschalten, auf seine Liebe vertrauen und mit Wundern rechnen)

6. think – look through – feel

(ich darf mich an Gottes Wirken erinnern, durch die Wolken und Schleier des Zweifels und der Anfechtung hindurchschauen und das Gefühl seiner Gegenwart wieder aufnehmen)

7. breathe – praise – shout

(ich darf ihn selbst einatmen und ihn beim Ausatmen anbeten und loben, dabei kann ich sein Wort proklamieren und laut ausrufen)

8. see the light – feel the love – get out into the light

(dann, wenn ich das Licht wieder sehen, darf ich seine Liebe spüren, dieses Gefühl zulassen und in das Licht seiner Gegenwart eintreten)

9. try it – get in your own lane – take it

(ich darf mutig den nächsten Schritt gehen, den er mir zeigt, ohne dabei zu versuchen, andere zu imitieren, sondern einfach das annehmen, was er mir anbietet)

10. love – shake the room – Jesus does

(ich darf alles in Liebe tun, bis der Raum anfängt in der Gegenwart Gottes zu erzittern und zu beben. Dabei wird das „ich darf“ in ein „er wird“ verwandelt! Jesus wird für das alles sorgen)

Für mich sind die Schlüssel echte Schlüssel zu Durchbrüchen in diesem Jahr. Ich lasse mir immer wieder einen Schlüssel zeigen, der mich an diesem Tag zu Durchbrüchen führen soll. Den trage ich dann mit mir. Weil ich immer versuche, solche Eindrücke angemessen zu dokumentieren und mir zu veranschaulichen, habe ich Schlüssel gesucht, die dazu passen. Ich fand auf eBay eine Sammlung alter Schlüssel, die ich preiswert ersteigern konnte. Interessanter Weise waren es wundervolle große und alte Schlüssel wie von einem Schloss oder einer alten Kirche. Ein Schlüssel wich von den anderen ab, weil er nicht aus angerostetem Eisen, sondern aus silbernem, leichtem Aluminium war. Für mich war das ganz klar der 10. Schlüssel – Jesus does!!!

Wenn dir das jetzt zu schräg oder zu kryptisch erschein, entschuldige ich mich bei dir. Gott hat für jeden Menschen eine eigene Frequenz der Kommunikation. Bei mir nutzt er häufig meine reichlich vorhandene Fantasie und spricht hinein. Das kann schon einmal dazu führen, dass es für andere etwas schwerer wird, dies zu erkennen. Ich hatte aber den starken Eindruck, diese Gedanken mit euch teilen zu sollen.

Im Februar durften wir dann auch das Jahr als Worshipnetzwerk angemessen mit einer wunderbaren Celebration Night in Heuchelheim beginnen. Bei gefülltem Haus konnten wir spüren, welchen Durst nach der Gegenwart Gottes wir zurzeit in unserem Land haben. Letzten Samstag führte ich dann in derselben Gemeinde einen Tages-Workshop zum Thema „Ich worshippe jetzt!“ mit den Anbetungsmusiker der Gemeinde durch. Es war wunderbar und ich freue mich, mit vielen Menschen gemeinsam unterwegs zu sein, die Gott in Wahrheit und im Geist anbeten wollen. Halleluja! Gottes reichen Segen für 2024

In kriegerischen Zeiten aus der Gegenwart Gottes leben

In kriegerischen Zeiten aus der Gegenwart Gottes leben

Krieg ist dieser Tage allgegenwärtig! Wenn wir die Nachrichten hören, geht es um Krieg. In meiner 9. Klasse sitzen Jugendliche, die vor dem Krieg fliehen mussten und schlimme Dinge erlebt haben. Krieg findet aber auch innerhalb unserer Gesellschaft, im zwischenmenschlichen Bereich, ja, sogar in Familien statt. Obwohl wir derzeit auf allen Ebenen mit Kämpfen konfrontiert werden, übersehen wir leider häufig, dass sich auch ein Krieg in der unsichtbaren Welt abspielt. Genau wie das Volk Israel sich scheinbar schon lange damit abgefunden hatte, dass fast täglich Raketen in das eigene Land fliegen und Anschläge verübt werden, scheinen wir Christen uns damit abgefunden zu haben, dass wir aus der unsichtbaren Welt heraus attackiert werden. Wenn alles scheinbar halbwegs unter Kontrolle ist, gewöhnt man sich auch an diese kleinen Sticheleien, die verdeckten Lügen und Intrigen des Feindes. Wir haben unsere Rollen, die wir so gut es eben geht erfüllen und akzeptieren dabei, dass man manchmal erschöpft oder entmutigt ist. Vielleicht fragen wir uns zwar manchmal sogar, wieso Gott hier und da nicht genauso reagiert hat, wie wir eigentlich gehofft hatten, verfolgen den Gedanken dann aber nicht weiter. Zu viel ist in Bewegung, zu hoch sind die Anforderungen, als dass wir dem nachgehen könnten. Das geht leider nur so lange gut, bis es richtig knallt, wie man anhand des Krieges in Israel sehen kann. Plötzlich stehst du vor einem Trümmerhaufen, weil der Feind sich gegen uns in Stellung bringen konnte. Sehnst du dich nicht eigentlich auch nach einem echten Durchbruch, nach echtem Frieden?    

Der Apostel Paulus kannte den Krieg in der geistlichen Welt und schreibt deshalb im Epheserbrief, Kapitel 6,10-12:

„Nun noch ein letztes: Lasst euch vom Herrn Kraft geben, lasst euch stärken durch seine gewaltige Macht! Legt die Rüstung an, die Gott für euch bereithält; ergreift alle seine Waffen! Damit werdet ihr in der Lage sein, den heimtückischen Angriffen des Teufels standzuhalten. Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Wesen von Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte und Gewalten der Finsternis, die über die Erde herrschen, gegen das Heer der Geister in der unsichtbaren Welt, die hinter allem Bösen stehen.“ (NGÜ)

Was er bereits vor rund 2000 Jahren verstanden und schriftlich als Realität festgehalten hat, scheint uns im Laufe der Zeit immer wieder in Vergessenheit zu geraten zu sein. Gilt vielleicht auch für uns heute die Warnung des Propheten Hosea, dass das Volk Gottes „aus Mangel an Erkenntnis“ zugrunde geht? (siehe Hos 4,6)

Auch im Korintherbrief greift Paulus das Thema auf und schreibt:

„Nun ist es sicher so, dass wir unser Leben unter den Bedingungen der natürlichen Welt führen. Und dennoch kämpfen wir nicht auf rein menschliche Weise. Denn es sind nicht rein menschliche Waffen, die wir in unserem Kampf einsetzen, sondern Waffen, die sich im Einsatz für Gott als mächtig erweisen, um Bollwerke zu schleifen und weltanschauliche Gedankengebäude abzureißen. Ja, wir demontieren auch hochtrabende Theorien, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erheben, und stellen jeden Gedanken unter den Gehorsam gegenüber dem Messias.“  (2Kor 10,3-5 DBU)

Diesen Gedanken möchte ich gerne hier aufgreifen und ein Plädoyer für ein neues Bewusstsein für die unsichtbare Welt abhalten. Als wiedergeborene Christen sind wir Bürger des Himmels. Die geistliche Welt sollte unsere absolute Aufmerksamkeit genießen. Dort ist es, wo das Licht völlig natürlich die Finsternis vertreibt. Dort können wir mit Jesu Augen sehen und tun, was er tut. Von dort aus werden Wunder in die Realität gesprochen! Aus dieser Realität der Gegenwart Gottes heraus können wir den Himmel auf die Erde bringen.  

Bei einem Treffen für prophetisches Gebet in Wiesbaden hatten wir vor wenigen Wochen einen sehr starken Eindruck, während wir für die prägenden Bereiche der Gesellschaft (die 7 Berge) beteten. Ich sah im Gebet diese Berge (Wirtschaft, Politik, Medien, Unterhaltung/Kunst, Bildung/Erziehung, Familie und Religion) über die sich eine riesige Wolke gelegt zu haben schien. Es war sogar mehr als eine Wolke, etwas wie ein schwarzer Lack oder eine Masse, die zähflüssig war. Kein Licht konnte hindurchdringen. Gott setzte Teams von Bergsteigern dort am Fuß jedes Berges ab, die sich bis zum Gipfel durchkämpfen sollten. Leider (so hatte eine Mitbeterin völlig unabhängig von mir gesehen) wurden vom Feind viele falsche Hinweisschilder und Irrwege an den Berghängen aufgebaut, die verhindern sollten, dass die Teams nach oben in das Licht des Gipfels kommen. Einmal durch diese Masse hindurchgedrungen, konnten die Bergsteiger nämlich das reine Licht geradezu in sich aufnehmen und nach unten in die Finsternis tragen. Dieses Bild hat mich sehr bewegt. Mir wurde plötzlich klar, dass irgendwer da hinauf steigen muss!

Unweigerlich kam mir die Geschichte Jesajas in den Sinn, in der Gott fragt: „wen soll ich senden, wer wird für mich gehen?“(siehe Jes 6,8). Könnte es sein, dass uns Gott heute dieselbe Frage wieder stellen möchte? Ist es nicht eigentlich unser Job, den Einfluss der Finsternis und des Bösen in dieser Welt zu reduzieren und dort selber Licht zu sein? Das geht natürlich nur, wenn wir sein Licht in uns tragen. Wenn wir es aber in uns tragen, wird an dem Ort, auf den wir unseren Fuß setzen, das Königreich Gottes sein! Der Kampf, in den wir uns damit begeben, ist ja im Grunde eine Schlacht um unsere Gedanken. Satan war niemals in der Lage, etwas von Gott fordern zu können. Er ist niemals auf Augenhöhe mit Gott gewesen. Seine einzigen Kriegsmittel sind, uns zu verführen, das Falsche zu tun. In Römer 8,19-21 lesen wir:

„Ja, die gesamte erschaffene Welt erwartet voller Sehnsucht den Augenblick, an dem die Söhne und Töchter Gottes sichtbar werden. Die geschaffene Welt ist ja im Tiefsten der Bedeutungslosigkeit unterworfen. Das geschah nicht aus freiem Willen, sondern durch den, der sie dieser Vergänglichkeit unterworfen hat. Und doch lebt in ihr die Hoffnung. Sie hofft darauf, dass die erschaffene Welt selbst von der Versklavung an die Vergänglichkeit befreit wird und Anteil an der strahlenden Freiheit der Kinder Gottes gewinnt“ (DBU).

Licht macht sichtbar! Wir, als seine Söhne und Töchter, können diese strahlende Freiheit in uns tragen! Vor einiger Zeit hatte ich eine Meditation über Psalm 103 mit dem Titel „Ein Lied für stürmische Zeiten“ geschrieben, die ist hier auf „worshipnetzwerk.de“ nachzulesen. In diesem Psalm wird, wie an vielen anderen Stellen der Bibel, klar, dass Gott ganzheitliches Heil für uns vorgesehen hat. Es geht nicht nur darum, dass wir nach dem Tod errettet werden. Es geht auch um sein Heil für Körper, Seele und Geist hier in diesem Leben! Wie können wir dieses Heil aber ergreifen?

Mehr als alles andere bestimmen unsere Gedanken, was wir erleben. Jeder Handlung geht ein Gedanke voraus. Es gibt toxische Gedanken, die sich auf unseren Körper auswirken und heilsame Gedanken. Deshalb sagt uns die Bibel, wir sollen unsere Gedanken erneuern (siehe Rö 12,2). Wir benötigen das Wort Gottes, um unsere Gedanken mit der Wahrheit zu durchdringen (siehe Phil 4,8). Als kraftvolle Gläubige müssen wir Autorität über unsere Gedanken erlangen. Dabei können wir die Lügen des Feindes ganz leicht entlarven. Er hat nämlich ein einziges Ziel, uns von Jesus wegzubringen. Überprüfe einmal, welche Gedanken dich wirklich zu Jesus hin führen. Gottes Wort ist „lebendig und wirksam, viel schärfer als jedes zweischneidige Schwert“. (Hebr 4,12 DBU)

Einer der wichtigsten Gründe, wieso wir uns immer wieder so schnell mit geistlichen Angriffen konfrontiert sehen ist, dass wir uns nicht gut für die Schlacht vorbereiten! Jeder Soldat, der nicht seine Ausrüstung pflegt, seinen Körper fit hält und regelmäßig seine Abläufe trainiert, wird im Gefecht in Not geraten.  Wenn wir nicht Zeit mit dem Wort Gottes verbringen, werden wir alles das verpassen, was er an Hinweisen dort hineingelegt hat. Dass sein Wort lebendig ist, bedeutet, er kann es uns heute in eine spezifische Situation hineinsprechen. Deshalb ist die enge Beziehung mit dem Heiligen Geist auch so wichtig. Er liebt es, uns anzuleiten und vorauszugehen. Er ist es, der uns auch die Bedeutung des Wortes Gottes erschließen möchte. Was hilft dir der beste Panzer in der Wüste, wenn du kein Navi hast? Er will uns geistliche Waffen und Wegweisung geben!

Joh 14,26 (DBU): „Doch der Unterstützer, der Heilige Geist, den mein Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch in all diesen Dingen unterrichten und euch an alle meine Aussagen erinnern.“

Der Heilige Geist will uns Jesus zeigen! Wir sollten das Leben Jesu zum Vorbild nehmen. Er zeigte die perfekte Symbiose aus geistlicher Kraft und Menschlichkeit. Er demonstrierte Gottes Königreich hier auf der Erde, indem er heilte und befreite. Er wollte nicht nur zeigen, dass durch ihn unsere Seelen gerettet werden, vielmehr sollte auch die Güte Gottes in jedem Bereich unseres Lebens (hier auf Erden) sichtbar werden. Schon als Junge kannte er keinen besseren Platz, als in seines Vaters Haus. Auch später suchte er immer Gemeinschaft mit dem Vater durch den Heiligen Geist. Er tat alles genauso, wie er es im Geist hörte und sah! Bei der Versuchung durch den Satan, konnte er mit der Kenntnis der Schrift alle Angriffe abwehren. Jesus hat sozusagen den schwarzen Gürtel in der Kampfkunst der unsichtbaren Welt. Geistliche Kriegsführung wird erfolgreich, weil wir die Güte Gottes, sein Licht, in diese Welt bringen. Liebe hat die Macht, die Sünden zudeckt und feindliche Armeen zerschlägt.

Wie können wir also sagen „Hier bin ich, sende mich!“ und gleichzeitig die Sicherheit gewinnen, dass wir gut vorbereitet sind?

Kol 3, 1-3 (DBU): „Für euch aber gilt etwas ganz anderes: Ihr seid mit dem Messias zu einem ganz neuen Leben auferweckt worden! Deshalb richtet euch auf das aus, was oben ist, in der Wirklichkeit Gottes! Dort hat der Messias seinen Platz an der rechten Seite Gottes eingenommen, den Platz voller Ehre und Macht. Beschäftigt euch mit dem, was dort bei Gott zählt, und nicht mit den vergänglichen Dingen dieser Welt. Denn genau betrachtet seid ihr schon gestorben, und das, was euer Leben wirklich ausmacht, ist zusammen mit dem Messias in Gott verborgen.“

Wir befinden uns in einem echten Krieg, sind aber an himmlischen Orten mit Gott verbunden, weshalb wir uns nicht mehr zu fürchten brauchen! Das ist sehr wichtig!

Jak 4,7-8 (DBU): „Ordnet euch also Gott unter und stellt euch mit aller Kraft gegen den Zerstörer (LUT: Teufel)! Dann wird er vor euch fliehen. Nähert euch Gott an, und er wird euch nahekommen.“

Der Feind arbeitet mit Lügen und versucht uns bei unseren Leidenschaften zu packen. Das wird wohl bei jedem von uns anders aussehen. Indem wir uns in Sünde und Lügen verstricken, geben wir ihm Raum, uns zu attackieren. Oft beginnt dieser Prozess mit einem kleinen negativen Gedanken. Dabei ist uns bereits alle Schuld vergeben (vergangene, gegenwärtige und zukünftige). Wir müssen nur seine Gnade in Anspruch nehmen, eine Gnade, die uns befähigen will, über die Sünde zu herrschen! Gott sieht uns schon als die Gerechtigkeit Gottes in Christus (siehe 2Kor 5,21)! Wie können wir seine Gnade in Anspruch nehmen? Indem wir unser Denken erneuern! Wir müssen uns die Verheißungen Gottes für unser Leben vor Augen halten! Dabei geht es um unsere Vorstellungskraft. Ich meine hier nicht meine eigenen Hirngespinste. Wenn die Bibel von „Hoffnung“ schreibt, meint sie unsere Vorstellungskraft! Erst wenn du dir etwas vorstellen kannst, wirst du Glauben daran entwickeln können. Sich vorzustellen, dass Gott etwas tut, was uns unmöglich wäre, damit fängt es an.

Rö 8,24 (DBU): „Denn wir sind schon gerettet, aber so, dass wir noch hoffen müssen. Eine Hoffnung, die wir schon erfüllt sehen, ist ja keine Hoffnung mehr. Das ist doch klar: Wer etwas sieht, muss nicht mehr darauf hoffen!

Glaube, Liebe und Hoffnung sind die drei größten Kräfte der Welt! Glaube ist, wie gesagt, dabei unmöglich, wenn du dir nicht vorstellen kannst, was geschehen wird! Dein Denken bestimmt deine Wahrnehmung – entweder zum Guten oder zum Schlechten! Häufig stellen wir uns das zu simpel vor. Wir glauben mal schnell und empfangen dann sofort! Dazwischen liegt aber ein intensiver Prozess des „mit einem Gedanken Schwanger Gehens“. Ich habe das ja schon einmal in einem Video mit dem Prinzip des 4-Takt Motors beschrieben. Dabei geht es mir hier um den zweiten Takt: das Zusammenpressen des Treibstoffs, bis er Arbeitstemperatur annimmt. Der Treibstoff an sich würde nicht wirkungsvoll explodieren. Es muss Arbeit geschehen, die ihn aufheizt. Maria bewegte die Worte der Hirten und Weisen in ihrem Herzen, du kannst es auch meditieren, erarbeiten oder etwas einüben und durchdenken nennen. Es bedarf einer längeren Reihe von Wiederholungen, bis wir alte Gedankenmuster wirklich durch neue, positive ersetzt haben.

Welche Verheißungen Gottes können wir eigentlich für uns nutzen? Einerseits spricht Gott durch sein Wort. Es gibt allgemeingültige Verheißungen, manche beziehen sich auf bestimmte Personen, Gott will dir aber auch ganz persönliche Verheißungen geben (Rehma-Worte). Dazu spricht er in unsere Gedanken hinein, er spricht durch prophetische Worte anderer Christen zu uns und eben durch sein Wort. Weißt du schon, wo es für dich lang geht? Wenn du keine Träume hast, wirst du kein Ziel haben. Ohne Ziel irrst du verloren durch die Gegend. Es sind aber Gottes Träume, die dir und mir das gute Ziel, die göttliche Bestimmung im Leben ermöglichen. Je mehr Gemeinschaft ich mit Gott habe, je mehr ich mich mit seinem Wort umgebe, desto mehr werden auch seine Träume zu meinen Träumen. Deshalb suchte Jesus immer wieder die tiefe Gemeinschaft mit dem Vater. Wir sollten ganz offen den Dialog mit Papa-Gott suchen. Er kennt deine Sehnsüchte bestens, hört dir aber immer wieder gerne zu, wie du sie ihm anvertraust. Um manche Dinge will Gott vielleicht zuerst gebeten werden. Er respektiert nämlich deinen freien Willen.

Verheißungen sind Gottes feierliche Ankündigungen und seine positiven Vorhersagen für sein Volk und unser Leben! Er weiß schon längst, was uns in welcher Situation auch immer helfen kann. Indem wir die richtigen Verheißungen und Worte Gottes für unser Leben in Anspruch nehmen, schlagen wir den Feind in die Flucht! Das ist in der geistlichen Kriegsführung immer der erste Schritt!

Welche Verheißungen hast du selbst schon für dein Leben erhalten? Vielleicht schreibst du sie dir einfach mal auf und bewegst sie nochmals in deinen Gedanken. Unten findest du eine Liste mit biblischen Verheißungen, die du gerne einmal als Ansatzpunkt nehmen kannst. Wenn dich ein Bibelwort anspricht, dann hat der Heilige Geist vielleicht seinen Scheinwerfer für dich darauf gerichtet. Lies die Verheißungen, lasse sie auf dich wirken, gehe mit ihnen schwanger. Vielleicht willst du dir eine kreative Methode überlegen, wie du sie für dich nutzbar machst, d.h. wie du sie auf Arbeitstemperatur bringst: Schreibe ein Lied darüber, male ein Bild, erarbeite eine Andacht, sprich mit Menschen darüber, sei kreativ! Das sind nur meine schlichten Vorschläge. Passe es einfach für dich an! Geh in die Gegenwart Gottes!!! Mache dein Herz für ihn auf! Sag ihm, wie sehr du ihn liebst! Bete ihn an! Der Kampf findet in der unsichtbaren Welt statt, sei geübt, indem du in Gottes Gegenwart lebst. Du bist berufen, Träger seiner Gegenwart zu sein. Anbetung treibt den Feind in die Flucht! Stelle deinem Papa-Gott deine Fragen! Erwarte Antworten! Gott wird deine Vorstellungskraft benutzen, um zu Antworten (in Wort und Bild). Es ist nicht nötig, dass wir uns immer wieder vom Feind überrumpeln lassen, wenn wir für die Schlacht gewappnet sind!

Nun möchte ich gerne noch auf einige Waffen der geistlichen Kriegsführung eingehen:

Am Beispiel König Joschafats können wir einiges über geistliche Waffen lernen. Im 2. Buch der Chronik wird berichtet, wie er das Wort Gottes wiederentdeckt und im gesamten Reich öffentlich vorlesen lies. Die große Bedrohung durch seine Feinde wird aufgelöst, weil auf alle umliegenden Länder eine mächtige Gottesfurcht fällt.  (siehe 2Chr 17,7-13). Keiner traute sich mehr, Israel anzugreifen. Joschafat rief bei erneuter Bedrohung ein Fasten im ganzen Land aus. Sein Volk sollte in die Gegenwart Gottes gehen, ihn suchen, damit ihnen Schutz zuteilwerden konnte. Er platzierte außerdem Anbeter vor seinem Heer, wodurch er eine völlig veränderte geistliche Atmosphäre schaffte (2Chr. 20,3-25). Gerade in scheinbar ausweglosen Situationen, ist Anbetung deine stärkste Waffe. Der Feind kennt Gott, er weiß über seine Übermacht Bescheid. Er wird vor deiner Anbetung in Wahrheit und im Geist fliehen! Anbetung beginnt zuhause in deinem stillen Kämmerlein! Natürlich kommen wir auch zusammen, um anzubeten. Schließlich thront Gott über den Lobgesängen seines Volkes. Wir benötigen aber einen Lebensstil der Anbetung, weil uns der Feind immer dann angreift, wenn wir nicht damit rechnen. Lasst uns nicht erst warten, bis der Feind vor der Tür steht, sondern diesen Lebensstil etablieren!

Hier sind noch ein paar Bibelstellen zu geistlichen Waffen:

Geistliche Waffenrüstung: „So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit und an den Beinen gestiefelt, bereit einzutreten für das Evangelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.“ (Eph 6,14-17 LUT)

Göttliche Weisheit: Und doch ist unsere Botschaft eine Botschaft voller Weisheit. Verstanden wird diese Weisheit allerdings nur von denen, die der Glaube an Christus zu geistlich reifen Menschen gemacht hat. Denn sie hat nichts zu tun mit der Weisheit dieser Welt und mit der Klugheit ihrer Herrscher, deren Macht schon bald vergeht. Nein, was wir verkünden, ist Gottes Weisheit. Wir verkünden ein Geheimnis: den Plan, den Gott schon vor der Erschaffung der Welt gefasst hat und nach dem er uns Anteil an seiner Herrlichkeit geben will. Dieser Plan ist bisher verborgen gewesen.“ (1Kor 2,6-7 NGÜ)

Gottes Wort: „Denn Gottes Wort ist lebendig und wirksam, viel schärfer als jedes zweischneidige Schwert. Ja, es dringt durch, bis es sogar die Seele und den Geist eines Menschen unterscheiden kann, so wie ein Schwert die Gelenke und das Mark voneinander trennt, ja, es beurteilt die Gedanken und Pläne des menschlichen Herzens. Jesus zeigte während der Versuchung durch Satan, wie stark die Wirkung des Wortes Gottes ist.“ (Hebr 4,12 DBU)

Anbetung: Nachdem sie die beiden brutal geschlagen hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und befahlen dem Gefängnisaufseher, sie ganz sorgfältig zu bewachen. 24 Deshalb legte er sie in den innersten Teil des Gefängnisses und spannte ihre Füße in einen Holzblock. 25 Etwa um Mitternacht beteten Paulus und Silas und sangen Loblieder zu Gott. Die anderen Gefangenen hörten ihnen dabei zu. 26 Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben, das die Fundamente des Gefängnisses zum Wanken brachte. Sofort öffneten sich alle Türen und die Fesseln fielen von allen Gefangenen ab.“  (Apg 16,23-26 DBU) 

prophetische Worte: Wir kooperieren im Prophetischen mit Gottes Zusagen, die wir noch nicht realisiert sehen. Dadurch können wir Hoffnung empfangen und Glaube wird geweckt. Jesus meinte das, als er seinen Jüngern sagte: „Und alles, was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht wird in dem Sohn. Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun.“(Joh 14,13-14 SLT)

Sprachengebet: Das Gebet in göttlichen Sprachen dient der eigenen Erbauung. Es stärkt uns und manövriert uns in seine Gegenwart hinein. Wir sprechen aus, was Gottes Wille für uns ist. Das ist die perfekte Ansage für unsere Situation: “Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Gemeinde.” (1Kor 14,4 SLT).  “Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben und betet im Heiligen Geist;” (Judas 1,20 SLT).      

Die Früchte des Geistes: „Was ich sagen will, ist dies: Führt euer Leben in der Wirklichkeit des Gottesgeistes, und dann werdet ihr den Begehrlichkeiten, die in eurem selbstsüchtigen Wesen stecken, keinen Raum gewähren.…Doch der Einfluss des Gottesgeistes bringt in unserem Leben eine andere Frucht hervor, und zwar Liebe, Freude, Friede, Ausdauer, Freundlichkeit, Güte, Vertrauen, Bescheidenheit, Selbstbeherrschung. Gegen solche Einstellungen hat das Gottesgesetz ja nichts einzuwenden!“ (Gal 5,16.22-23 DBU)

Ermutigt sein im Herrn: David konnte in den extremsten Situationen seine Zweifel und Ängste zerstreuen, als er in die Gegenwart Gottes ging! ER konnte Gottes Perspektive sehen und wurde dadurch ermutigt: „Und David war sehr bedrängt, denn das Volk wollte ihn steinigen, weil die Seele des ganzen Volks erbittert war, jeder wegen seiner Söhne und wegen seiner Töchter. David aber stärkte sich in dem HERRN, seinem Gott.“ (1Sam 30,6 SLT)

Friede: Friede ist die Anwesenheit von Gottes Sicherheit! Im Frieden schauen wir aus Gottes Perspektive. Er fürchtet sich nie, weil er „Friede“ ist! Mit Gottes Frieden, können wir die Dinge aus einer Perspektive des Sieges und seiner Stärke betrachten: „Das, was ich euch zurücklasse, ist Frieden. Ihn gebe ich euch, meinen Frieden. Das, was ich gebe, ist ganz anders als das, was diese Welt zu geben hat. Lasst es nicht zu, dass eure Herzen völlig verschreckt oder vor Angst ganz schwach werden.“ (Joh 14,27 DBU) Dieser göttliche Shalom-Friede bezieht sich auf einen Heilszustand für unser gesamtes Sein (Körper, Seele, Geist).

Zum Abschluss noch die Bibelstellen mit Verheißungen zum Reinlesen:

Psalm 91,10; Jakobus 1,5; Philipper 4,19-20; 1. Johannes 5, 12-13; Psalm 57,4; Markus 11,22-24; Jesaja 40,31; Johannes 11,25-26; Hebräer 10:23; Matthäus 7:7; Philipper 4,6-7; Josua 1,9; Römer 8,37-39; Psalm 92,16; Hesekiel 36,27; Römer 8,15; Psalm 62:7; Philipper 4,19; 1. Johannes 5,15; Römer 8,25-26; 2.Korinther 9,8; Johannes 3:16; Epheser 6,16-17; 1Mose 9,11.13; Offenbarung 21,4; Matthäus 11,28; Jeremia 29, 13-14

Viel Spaß beim Training, Christian

Gott sieht dein Herz – zeige es allen!

Gott sieht dein Herz – zeige es allen!

Authentisch vom Heiligen Geist im Worship leiten lassen

Musik ist aus christlichen Veranstaltungen nicht mehr wegzudenken. Obwohl Worship, das Singen von Gebeten und das geistliche Musizieren mit Instrumenten, wie wir es praktizieren, im Neuen Testament geradezu im Verborgenen bleibt, müssen wir davon ausgehen, dass auch Jesus mit seinen Jüngern gesungen hat. So war eben die Tradition.Und auch im Tempel spielte seit König David die Musik eine sehr wichtige Rolle. David hatte die besten Musiker angestellt und sogar besondere Instrumente entwickelt. Er hatte schon damals verstanden, dass Gott mit der Musik etwas erschaffen hatte, durch das wir uns auf besondere Weise ausdrücken können und von dem unser Herz stark bewegt wird. Musik war eine Gabe Gottes, die dazu gedacht war, zu unserem himmlischen Vater hinzuspielen. Gesungene Texte, die auf biblischen Wahrheiten basieren, prägen zudem unser Verständnis von Gott, sie helfen uns, unser Denken zu erneuern. Behalten wir doch diesen Gedanken zunächst einmal im Hinterkopf.

Als Musiklehrer an einer Gesamtschule kann ich aus Erfahrung sagen, dass auch die Jugendlichen von heute viel mehr als sie denken durch das permanente Konsumieren von Musik beeinflusst werden. Es passiert zwar ganz subtil, prägt aber die Kultur und damit unser Verhalten nachhaltig. Das lässt sich vielleicht am einfachsten dadurch erklären, dass Musik unsere Emotionen maximal beeinflussen kann. Du kannst mit Musik Gefühle verstärken oder abmildern. Nicht zufällig erscheint so gut wie kein Film ohne passende Filmmusik. Emotionen werden provoziert, Handlungen verstärkt, Übergänge werden fließender und auf bestimmte Figuren kann hingewiesen werden. Musik ist sogar in der Lage, völlig harmlose Filmszenen mit einer negativen Vorahnung zu versehen, die aus den Bildern nicht einmal ansatzweise hervorgeht. 

Da Anbetung eine zutiefst emotionale Angelegenheit zwischen Gott und uns ist, eignet sich Worshipmusik sehr gut, um leichter in die Gegenwart Gottes einzutreten. Ich habe den Eindruck, dass man beim Singen sogar weniger leicht abgelenkt werden kann als beim nicht gesungenen Beten. Das könnte allerdings auch eine etwas subjektive Wahrnehmung meinerseits sein. Jedenfalls bedienen sich gerade moderne Gottesdienste häufig der Qualitäten von Musik. „Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind“, geht wohl auf keine andere Art leichter, als wenn man gemeinsam Loblieder singt. In unserer Kirche wird sogar während bestimmter Gebetszeiten und in den letzten Minuten der Predigt Instrumentalmusik im Hintergrund gespielt, was die Gemeinde noch einmal besonders motiviert, das Gehörte ganz persönlich zu nehmen. Ich finde das wirklich hilfreich! 

Durch die überall verfügbaren Massenmedien haben sich in den vergangenen Jahren allerdings bestimmte Standards herausgebildet. Jeder kann, wann immer er will, die besten und inspiriertesten Worshipmusiker der Welt kostenlos via YouTube oder mit anderen Onlineangeboten anschauen und -hören. Sicher gibt es dabei große Vor- und auch Nachteile. Darüber will ich hier aber eigentlich überhaupt nicht schreiben. Vielmehr geht es mir, wie ja aus der Überschrift zu ersehen ist, um unser Herz. Dazu komme ich gleich!

Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich nicht schlecht staunte, als ich in jungen Jahren das wunderbare Songbook des Unplugged Albums von Eric Clapton kaufte. Bei einem Lied war ein sehr seltsam unharmonisches Intro abgedruckt, dass mit einem ebenfalls unverständlichen Kommentar Claptons ergänzt war. Ich ließ also diesen ersten Teil des Intros einfach weg und übte den Rest. Wie ich bei späterem Betrachten des MTV-Videos feststellte, hatte Eric Clapton eigentlich nur vergessen, seine Gitarre umzustimmen und nach wenigen Tönen das Dilemma bemerkt, woraufhin er dies nachholte. Bei einem Live-Video kommt so etwas eben vor, aber auch in der Transkription wurde dieser Fehler 1 zu 1 notiert, was beim Nachspielen einfach nur irritierend ist. Ich musste also unterscheiden lernen, was wirklich zur Substanz des Liedes gehört und was der Situation geschuldet war. 

Manchmal überkommt mich das Gefühl, dass wir ein wenig aufpassen müssen, nicht auch bei unseren christlichen Worship-Vorbildern (ob in der Gemeinde oder online) einfach jedes gesagte Wort und jeden Ausdruck, jede Geste oder jedes Lick zu kopieren. Sich an der Musik und die Songs der Profis anzulehnen ist sicher keine schlechte Idee, manche Songs verfügen über eine erstaunliche Salbung. Beim Nachspielen sollte man aber immer im Blick behalten, dass auch dies manchmal zu einem Perfektionismus oder eben zu der Imitation einer Rolle führen kann, was uns nicht wirklich mit dem Herzen bei Gott sein lässt. Ich träume immer noch davon, dass Gemeinden mehr und mehr ihre eigenen Songs, die Gott ihnen für ihre Gemeinde aufs Herz gelegt hat, singen. 

Was das Leiten der Worshipzeit angeht, sollten wir uns aber auf jeden Fall nach dem richten, was der Heilige Geist uns zeigt. So wichtig uns Performance auch erscheinen mag, wir können die Bewegungen in der unsichtbaren Welt nicht einfach außer Acht lassen und unser Programm abspulen. Die Kommunikation mit Gott ist ein Dialog, gerade auch für die Worshipleiter. Als solche sollten wir uns immer wieder klar machen, was wirklich unsere Aufgabe ist: Wir dürfen diejenigen sein, die aus einer Salbung heraus, mit Leichtigkeit in die Gegenwart Gottes eintreten. Jeder gespielte Ton, kann im Idealfall zu ihm hin gespielt werden und unser Herz darf sich mit seinem Herzen verbinden. Während wir ein Upload des Heiligen Geistes bekommen, geht diese Welle dann durch uns durch bis in die Tiefen der Herzen der Gäste und Besucher. Wir leiten die Gemeinde in die Gegenwart und in die Anbetung unseres Papas, des absoluten Herrschers von Himmel und Erde, hinein. Dabei dürfen wir alle Ressourcen des Himmels nutzen. Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass vielleicht auch Anbetungsengel anwesend sein könnten, die nur darauf warten, dass wir mit ihnen kooperieren. Wir brauchen jedenfalls ein offenes Ohr für den Heiligen Geist, der uns leiten möchte. Er kennt den optimalen Weg durch das Labyrinth der Möglichkeiten.

 Natürlich neigen wir von Natur aus dazu, Menschen zu imitieren, denen etwas gut gelingt. Es ist auch nichts dagegen zu sagen, Erlebnisse und Handlungsweisen gesalbter Anbeter für sich in Anspruch zu nehmen. Wir sollten uns nur vergewissern, dass wir nicht bloß ihre Methoden und Konzepte anwenden wollen. Besprich deine Wünsche für die Worshipzeit vorab im Gebet mit Gott! Er will dir antworten. Ich bin davon überzeugt, dass uns Imitation nicht ans gewünschte Ziel bringen wird. Wir werden immer nur einen Schatten dessen erleben, was Gott in bestimmten Situationen bewirkt hat. Gott hat dich und mich nicht zufällig so gemacht, wie wir sind. Er liebt es, wenn wir ihm unsere von ihm gegebene Persönlichkeit mit allen Haken und Ösen zur Verfügung stellen. Gott ist ein kreativer Gott. Er hat einen genauen Plan für dich und diese Worshipzeit. Er will dich und deine Persönlichkeit nutzen, um sich selbst anderen Menschen zu offenbaren. Dafür benötigen wir insbesondere ein offenes Ohr und üblicherweise auch eine gehörige Portion Demut. 

Kennst du das: du kommst nach einer Anbetungszeit am Ende einer Veranstaltung von der Bühne, wo schon 3 Personen warten, die dir erklären wollen, wie man etwas hätte besser machen können oder wieso dieses eine Lied nicht so gut ausgewählt wurde. Was ich hier versuche, etwas überspitzt zu sagen ist, dass Musiker durch ihre enorme Sichtbarkeit auf der Bühne ständig den Bewertungen vieler Menschen ausgesetzt sind. Jeder kommt mit unterschiedlichen Erfahrungen und Emotionen zu einer Veranstaltung. Wir können uns davon verabschieden, es jedem recht machen zu können, auch wenn die grundsätzliche Art der Anbetung schon zu einer Veranstaltung passen sollte. Dies wird aber von den Veranstaltern im Vorfeld geistlich abgewogen. Du kannst dich nicht verbiegen, um ein bestimmtes Format abzubilden. Ob eine Person in die Gegenwart Gottes eintritt, kann sie letztlich nur aus eigenem Antrieb, mit echter Leidenschaft und aus eigenem Herzen erreichen. Wenn es in der Bibel heißt, dass wir in Wahrheit und im Geist anbeten sollen, bezieht sich „Wahrheit“ für mich ganz stark auf unsere Echtheit. Wir können uns bei Gott nicht einschmeicheln, und taktische Diplomatie durchschaut er sofort. Anbetung funktioniert nur ehrlich, weil Gott die Beweggründe in deinem Herzen erforscht.

Und so ist es mir auch schon häufig passiert, dass in vermeintlich schlichten und unaufgeregten Anbetungszeiten die gewaltige Kraft der Gegenwart Gottes über mich hereinbrach. Dazu benötigen wir nicht zwingend pompöse Inszenierungen. Bitte verstehe mich jetzt nicht falsch. Ich liebe es, wenn die Band toll spielt, der Sound genial klingt und jeder das Beste heraus kitzelt. Allerdings finde ich es alarmierend, wenn wir beginnen, uns darauf auszuruhen oder ins Gegenteil verfallen und völlig verbissen agieren. Es sollte keine Stars in der Anbetung geben! Der Blick sollte außerdem schon gar nicht auf Verkaufszahlen und Klicks gerichtet sein. Deshalb richtet sich mein Appell auch an alle Veranstalter: Bitte lasst den Worshipleitern die Möglichkeit, als eigene Persönlichkeiten zu leiten. Je mehr Limits von außen angelegt werden, desto geringer wird die Chance, dass wir Gott erlauben, durch die Anbeter auf der Bühne zu agieren. Vielmehr müssen wir uns dann bei dem Versuch ertappen, das Gefühl einer vergangenen Begegnung mit Gott nochmals aufleben lassen zu wollen. Doch Gott lässt sich nicht in ein Raster pressen! Er will dir an jedem Tag auf seine ganz eigene Weise begegnen. Häufig führt das zu Überraschungen. Diese Überraschungen Gottes sind das Salz in unserer Suppe, die uns zum Salz dieser Erde werden lassen. Sie sind das lebendige Wasser, das unseren Becher überlaufen lässt. 

Ich liebe Gitarren! Ich spiele sie nicht nur gerne, ich liebe ihren individuellen Klang, die Hölzer und Bestandteile und die Möglichkeit der Optimierung von Klang. Gott hat mich in den vergangenen 7-8 Jahren aber eine interessante Lektion lernen lassen. So lange warte ich nämlich schon auf ein bestimmtes Instrument. Sie sollte mir vom Konzept her, wie auf den Leib geschneidert sein, weil ich viel Mitspracherecht hatte und womöglich das eine Instrument von diesem einen Meister sein. Nur leider habe ich sie bisher nicht bekommen. Ich hatte zusätzlich derart tolle Zusagen und prophetische Worte zur Nutzung dieser Gitarre bekommen, dass ich ob der unendlich erscheinenden Wartezeit beinahe verrückt geworden wäre. Irgendwie hatte sich in meinem Gehirn nach und nach der Gedanke eingenistet, meine Salbung sei auf eine bestimmte Art und Weise daran geknüpft. Ich weiß, aus der Distanz betrachtet erscheint das recht schräg, das war eben meine ganz persönliche Herausforderung. Irgendwann kam ich mit meinen Sorgen zu Gott und habe ganz konkret gefragt, ob er meine Salbung jetzt irgendwie zurückgezogen hat. Daraufhin fragte er nur zurück, wieso ich eigentlich davon ausgehe, dass meine Salbung, Worship zu leiten, an ein bestimmtes Instrument geknüpft sei? Das fragte ich mich dann auch, woraufhin diese Lüge einfach so von mir abfiel. Ich konnte den Gedanken an dieses Instrument einfach loslassen. Vielleicht werde ich irgendwann in den Genuss kommen, vielleicht auch nicht. Gott sieht nicht eine bestimmte Methode oder ein bestimmtes Werkzeug, er sieht dich und mich, und zwar bis auf den Grund unserer Herzen. Er ist ein Gott der Liebesbeziehung, die sich in Worshipzeiten ausdrücken sollte. 

Wenn wir alle Instrumente, alle Playbacks und Hilfsmittel einfach zur Seite legen würden, um IHN zu preisen, würde die Atmosphäre seiner Gegenwart uns trotzdem bis vor seinen Thron leiten können. Natürlich dürfen wir es uns leichter machen und auf die von ihm erschaffene Musik und gesalbte Liedtexte zurückgreifen, wir sollten das aber nicht überbewerten. Worship-Musik ist ein Hilfsmittel, nicht mehr und nicht weniger! Wie oft habe ich schon Menschen über bestimmte Musikstile streiten hören, als hätte Gott da ganz bestimmte Vorlieben. Es ist unsere Religion, die Limits und Mauern aufbaut. 

Als meine Frau und ich vor vielen Jahren bei einer Jubiläumsveranstaltung des ICF-Zürich waren, warteten wir alle auf diesen besonderen Abend, an dem Jeremy Camp spielen sollte. Als es dann so weit war, schien sich zuerst ein wenig Ernüchterung breit zu machen. Auch die hauseigene Band war so inspiriert und musikalisch ausgefeilt unterwegs gewesen, dass die Erwartungen zuerst etwas getrübt zu werden schienen. Erst an dem Punkt, als Jeremy Camp seine Performance unterbrach und begann, aus seinem eigenen Leben zu erzählen, scheinbar vom Plan abwich, berührte er unsere Herzen ganz tief. Erst in diesem Moment waren die Herzen offen und bereit uns in die Gegenwart leiten zu lassen. Es entwickelte sich zu einem ganz besonderen Abend des Lobpreises und der Begegnung mit Gott, weil der Fokus von einem Star der christlichen Musikszene mit seinen durchaus beeindruckenden Musikern auf den EINEN gelenkt wurde, um den es gehen sollte. Die Band konnte nichts dafür, dass die Erwartungen so wenig Freiraum gelassen hatten.

 Der Feind versucht uns dahingehend zu beeinflussen, dass wir andere ausgrenzen, Limits einführen und zu viel von Menschen erwarten, damit wir nicht in der Freiheit des Heiligen Geistes anbeten können. Er will uns heimlich unseres Landes berauben, das eigentlich schon uns gehört. Deshalb sollten wir unsere Zelte weiter spannen und mehr von Gott erwarten. Wie ich es schon 2018 in „Ich worshippe jetzt!“ auf Seite 198 von Lilo Keller zitiere, wird „der Demütige“ das Schwert Gottes erhalten, um in seiner Autorität zu wirken. „Demütig sein heißt, mich mit meinem ganzen Sein und Haben von Gott abhängig zu machen“. Ich komme irgendwie immer wieder darauf zurück. 

Ich wünsche uns allen neue und echte Inspirationen, die jede Worshipzeit zu einem einzigartigen Erlebnis werden lassen, das Gott den totalen Zugriff auf unsre Herzen erlaubt. Ich wünsche uns gesalbte Hände und Stimmen, die alle Emotionen des Augenblicks auffangen, ja, Gottes Emotionen sichtbar werden lassen. Ich wünsche uns, dass wir die Anderen und andere uns mit den Augen Jesu zu sehen lernen.

Christian 

Die Gegenwart Gottes und die Ebenen der Anbetung

Die Gegenwart Gottes und die Ebenen der Anbetung

Kennst du das, du bist in einer tollen Gemeinde, besuchst alle möglichen Veranstaltungen und Kreise, arbeitest mit und hast doch diese tiefe Sehnsucht nach mehr von Gott? Das ist ja auch eine wunderbare Eigenschaft, wenn wir noch tiefer in die Gegenwart Gottes eindringen und mit ihm im Einklang sein möchten! Wenn wir diese Vorahnung haben, noch nicht an dem Punkt unserer eigentlichen Bestimmung angekommen zu sein, ist es dieser Heilige Durst, diese Sehnsucht nach Gemeinschaft mit Gott. Das geht mir auch oft so und ich ermutige dich immer wieder, diese Haltung einzunehmen. So oft habe ich aber Bücher von Leuten gelesen, die eine krasse Erfahrung nach der anderen mit Gott zu machen scheinen und mich gefragt, wie ich da selbst hinkommen kann. Hast du dich auch schon einmal gefragt, was bei manchen Menschen und an manchen Orten anders läuft? Zu schnell fragen wir uns dann, ob nur ein paar wenige Auserwählte für die großen Begegnungen mit Gott berufen sind, und andere eben nur als Fußvolk eingesetzt werden! Wenn du dir machmal insgeheim auch solche Fragen stellst, kann ich dich beruhigen. Die Bibel spricht eine völlig andere Sprache!  Aus einer langjährigen Erfahrung mit durchaus etlichen ungewöhnlichen Erfahrungen habe ich an dieser Stelle auch eine gewisse Sicherheit bekommen. Wir, du und ich, sind gesegnet mit allem geistlichen Segen (siehe Eph 1,3) und haben alle das Maß Christi bekommen (siehe Eph 4,7). Die Frage ist vielmehr, wie komme ich in meine Salbung hinein und wie erhalte ich Zugriff auf diese perfekt für mich zusammengestellten Segnungen?

Gemeinsam mit meiner Frau und unserem 7-jährigen Sohn besuchten wir vor Kurzem unsere älteste Tochter Toni in Redding, Kalifornien. Sie hat dort gerade das 3. Studienjahr absolviert, und wir konnten sie endlich auf dem Bethel-Campus besuchen. In etlichen Facetime-Sessions haben wir schon viele positive Eindrücke bekommen und konnten zudem selbst ihre enorme persönliche und geistliche Entwicklung beobachten. Deshalb waren wir sehr gespannt auf tiefere Einblicke und echte Begegnungen vor Ort. Als Worshipleiter war mein Interesse an Bethel-Music natürlich auch in besonderem Maße vorhanden. Zu oft hatten mich Songs von dort schon gepackt und einen geistlichen Sturm der Liebe Gottes in mir ausgelöst. Zudem hatten immer wieder einmal Bücher aus der Feder von Bill, Brian oder Beni Johnson Einfluss auf mein geistliches Wachstum. In Kalifornien angekommen versuchten wir, neben der wertvollen Zeit mit unserer Tochter und den Ausflügen in die wundervolle Landschaft, an möglichst vielen Veranstaltungen teilzunehmen. Ob es jetzt der Unterricht für Studenten der verschiedenen Jahrgänge, eine Frauenkonferenz, Gebetsveranstaltungen, die Arbeit in den Healing-Rooms, Tonis Homegroup oder reguläre Sonntagsgottesdienste waren, immer hatte der Worship eine große Bedeutung für den Verlauf der gesamten Veranstaltung. Ganz egal ob Studenten oder ausgezeichnete Superstars der Worshipszene spielten, immer war sofort spüren, dass die gesamte Versammlung sehr schnell sehr tief in die Gegenwart Gottes eintauchen konnte. Natürlich haben wir auf deutschem Boden auch schon tolle Anbetungszeiten erlebt und sogar manche davon auch selbst gestaltet. Ich wurde aber den Eindruck nicht los, dass es in der Bethel-Church irgendwie leichter und intensiver vonstatten ging, was sicherlich zum Teil auch an der Salbung eines Bill Johnson und an der großen Ansammlung internationaler Studenten mit der tiefen Sehnsucht nach Gott lag. Trotzdem war meine Begeisterung kaum mehr zu bremsen und ich versuchte, alles in mich aufzusaugen.

An einem Abend war ich mit Toni auf einer Gebetsveranstaltung des 2. Jahrgangs der BSSM, von deren Studenten sie einige betreut. Während des Worships war die Stimmung hervorragend. Toni und Laura, ihre kanadische Freundin, spürten dann, wie eine Welle der Gegenwart Gottes über sie kam und legten mir die Hände auf den Rücken. Mit einem Mal fand ich mich seitlich auf dem Boden liegend wieder. Diese Welle, gefüllt mit der Liebe Gottes überlief mich, sodass ich plötzlich vor Freude übersprudelte. Ich lag ungelogen etwa 2,5 Stunden auf dem Boden und konnte nicht aufhören mich zu freuen und aus tiefster Seele zu lachen. Dabei durchströmte mich ein Friede, und ich konnte auf einer persönlichen Ebene mit Jesus kommunizieren, wie ich es zuvor noch nicht erlebt hatte. Bilder und Eindrücke prasselten auf mich nieder, alle in einer besonderen Klarheit. Ich war wirklich berauscht von der Liebe Gottes. Dieses Erlebnis war einfach wundervoll! Ich war auch nach Stunden noch so wackelig auf den Beinen, dass ich auf dem Rückweg lieber nicht selbst Auto gefahren bin. Vielleicht kommt dir das jetzt etwas seltsam vor, ich hatte ähnliche Erlebnisse im Ansatz bereits früher gemacht, nur war das dieses mal von einer ganz anderen Intensität. Was war da also los? Wieso konnte ich dort so gut loslassen, mich in die Arme Jesu sinken lassen, ihm zujubeln, jede Scheu oder Scham ablegen und nur mit ihm zusammen sein?

Bei längeren Nachsinnen und Meditieren dieser Frage und nach dem Durchdenken verschiedener Erfahrungen und Erkenntnisse, formte sich langsam ein Bild: Wie ich ja schon in meinem Buch „Ich worshippe jetzt!“ ausführlicher beschreibe, spielt das biblische Vorbild der himmlischen Stiftshütte, die Mose nach genausten göttlichen Vorgaben nachbauen ließ, auch für unsere heutige Anbetung eine entscheidende Rolle. Wenn du es noch nicht gelesen hast, empfehle ich dir sehr, das Kapitel 6 „Das Basislager der Anbetung – die Stiftshütte“  zu lesen, damit du ein tieferes Verständnis von dem bekommst, was ich gleich sagen werde. Grob gesagt, gibt es 1. den eingezäunten Außenbereich, den Vorhof, 2. den Großen Vorraum in der Stiftshütte, das Heiligtum und 3. den kleinen Hauptraum im Zelt, das Allerheiligste. Diese Bereiche kennzeichnen die Gegenwart Gottes auf verschiedenen Ebenen. Gläubige Israeliten konnten sich entscheiden, durch das Tor in den Bereich des Vorhofs einzutreten. Dort wurden ihre fehlerlosen Tiere als tadellose „Sündenböcke“ auf dem Brandopferaltar geopfert. Außerdem befindet sich noch ein Waschbecken, das aus den Spiegeln der Frauen gemacht wurde, im Vorhof, an der sich die Priester vor dem Eintritt in die Stiftshütte wuschen. Die Stiftshütte wurde in sämtlichen Details zum Vorboten dessen, was Jesus für uns werden sollte. Alle Elemente der Stiftshütte stellen auf irgend eine Weise Jesus dar. So finden wir auch sofort die biblischen Aussagen „Ich bin die Tür, wenn jemand durch mich eingeht, wird er gerettet werden…“ (siehe Joh 10,9), oder Jesus ist „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ (siehe Joh 1,29) und Jesus ist derjenige, der uns “lebendiges Wasser“ gibt, das jeden Durst stillt (siehe Joh 4,10-14) – passend zum Vorhof. In den Vorhof zur Stiftshütte konnten alle Israeliten eintreten. Sie brachten nach ihren Möglichkeiten Opfer dar, damit ihre Schuld gesühnt wurde und konnten völlig ohne eigene Leistung rein gewaschen wieder gehen. Unser Lobpreis stellt diese erste Ebene der Gegenwart Gottes dar. Wir treten bewusst in seine Gegenwart ein und rufen uns mit Liedern und Gebeten in Erinnerung, was Jesus alles für uns getan hat. Dadurch, dass er sein tadelloses Leben für uns gab, können wir ohne Schuld vor Gott treten. Wir sind „die Gerechtigkeit Gottes in Christus“ (siehe 2Kor 5,21). Wir besingen im Lobpreis auch, was er gerade tut und welche Verheißungen noch auf die Erfüllung in unserem Leben warten. Dabei drücken wir lautstark unsere Gefühle aus und Proklamieren im Glauben seinen Sieg über unser Leben. Genau wie David kommen wir wahrhaftig und aus tiefstem Herzen zusammen. Auf dieser Ebene sind wir in lebendigen Gemeinden häufig unterwegs und es macht große Freude mit anderen Gläubigen im Lob zu verschmelzen, Eins zu werden. „Wo zwei oder drei in seinem Namen zusammen sind, da ist er mitten unter ihnen“ (siehe Mt 18,20) ist eine echt biblische Verheißung. Dieses Bewusstsein drücken wir im Glauben aus, wobei Glaube nicht zuerst an Gefühle geknüpft ist. Es ist ein „Überzeugt sein von Dingen, die wir nicht sehen“ (siehe Hebr 11,1). Während wir uns unserer übernatürlichen Reinigung bewusst werden, können wir, wie die Priester im Vorhof, an der Spiegelung im Waschbecken erkennen, wie Jesus in uns lebt und wir in ihm. Hier wird eines der größten Geheimnisse der Bibel entlüftet. Im Vorhof tun wir das, was wir können, Gott mit dem, was wir haben anzubeten. Es bedarf nur unserer bewussten Entscheidung.

Was im Volk Israel nur den Priestern vorbehalten blieb, war der Eintritt in die Stiftshütte. Da wir alle im neuen Bund zur „königlichen Priesterschaft“ (siehe 1 Petr2,9) gehören, dazu hatte ich ja letztes Mal bereits geschrieben, haben wir durch Jesu Tod und Auferstehung freien Zugang zu dieser Ebene. Im Inneren der Stiftshütte ist es viel ruhiger und beschaulicher. Das ansonsten komplett abgedunkelte Zelt wir durch die Menora erhellt. Dieser ca 1,5m hohe siebenarmige Leuchter brannte Tag und Nacht mit Öl und war aus einem massiven Stück getriebenen Goldes hergestellt. Die Menora stellt die Heiligkeit Gottes dar, während das Feuer und das Öl in der Bibel auch ein Symbol für den Heiligen Geist sind. Im Buch der Offenbarung wird dann symbolisch von den 7 Gemeinden als Leuchter gesprochen, während Jesus mitten unter ihnen ist. In „Ich worshippe jetzt!“ hatte ich die Vermutung geäußert, dass es sich bei Jesus symbolisch dabei um den Schaft der Menora handeln könnte, der alle Gemeinden trägt und durch den aller geistlicher Segen und die Salbung des Öls kommen. Direkt gegenüber steht dann auch noch der Schaubrottisch. Auf diesem vergoldeten Tisch lagen 12 Brote, für jeden Stamm Israels eines. Im Heiligtum begegnete der Priester Gott im Gebet. Jesus bezeichnete sich selbst auch als „das Brot des Lebens“ und gab im sogenannten letzten Abendmahl dem Brot als seinem Leib, dem Leib des Passa- oder Opferlammes, eine herausragende Bedeutung. Auf dieser Ebene der Anbetung steht die direkte Gemeinschaft und Begegnung mit Jesus im Vordergrund. Anbetung wird plötzlich leicht, weil sie nun völlig aus der Salbung heraus fließen kann. Wir staunen darüber, wie Gott ist und würdigen seine Gegenwart mit ehrerbietenden Gesten. Entgegen unserem dringenden Bedürfnis, Gott zu dienen, beginnt er, uns zu stärken, versorgen und zuzurüsten. In dieser Phase der Anbetung ist es auch äußerst passend, wenn wir das Abendmahl zu uns nehmen. „Durch seine Wunden sind wir geheilt“ (siehe Jes53,5) , Jesus gab seinen Leib, damit wir auf allen Ebenen in Körper, Seele und Geist heil sein können. Der Feind wird damit in seine Schranken verwiesen. In tiefer Gemeinschaft mit Jesus, in die uns der Heilige Geist leitet, werden wir dann auch neu mit den Gaben des Geistes ausgerüstet, durch die wir die Früchte des Geistes hervorbringen können. Auf diese Ebene der Anbetung kann dich kein Lobpreisleiter bringen, du musst dich selbst vom Heiligen Geist dort hinführen lassen. Doch ist es wichtig, dass genau dieser Schritt in Veranstaltungen auch auf der Bühne, von der Band oder dem Leiter gegangen wird. Wir kommen zusammen, ums uns gegenseitig zu ermutigen, uns von Gott berühren zu lassen. Nicht für jeden ist das zu jeder Zeit gleich leicht möglich. Es ist die Zeit für das Innehalten und den Dialog mit Jesus. Zu komplizierte Textpassagen und zu ablenkende Darbietungen von den Musikern würden diese Phase deutlich erschweren und den Fokus von Jesus zurück auf uns richten. Es ist sehr hilfreich, wenn man von der Welle des Lobgesangs getragen wird, sich fallen lassen kann und in die unsichtbare Welt der Gegenwart Gottes eintreten kann. Das fiel mir in Redding so leicht, wie in meinem ganzen Leben noch nicht! Dort wurde Worship so angeleitet, dass die Salbung mit Leichtigkeit spürbar wurde und ich prompt in diese unsichtbare Ebene gezogen wurde. Sicherlich half dabei auch, dass eine große Freiheit vorhanden war, worin sich niemand daran störte, auf welche Weise du deiner Begegnung mit Gott Ausdruck verleihen konntest. Es ist sehr unterschiedlich, wie Gott zu jedem einzelnen spricht. Die für unsere westliche Welt eher ungewöhnlichen gewordenen biblischen Ausdrucksformen des zu Boden-Fallens, Zitterns, Lachens, in Sprachen-Betens … sind dabei völlig authentisch, gut und meiner Meinung auch erstrebenswert aber nicht unbedingt notwendig. Jeder darf so auf Gott reagieren, wie der Heilige Geist ihn führt. Das ist auch Propheten und Aposteln so gegangen. Ich kann in solchen Fällen immer den Frieden Gottes spüren, das bestätigen auch sehr viele andere Personen, mit denen ich mich ausgetauscht habe. Das Ziel unseres Lobpreises ist immer diese innige Gemeinschaft mit Gott. Wenn wir darin verharren wird er sich auf irgend eine Weise in seiner Herrlichkeit zeigen. An der Grenze zum Allerheiligsten steht dann noch dieser kleine Räucheralter. Dort verbrannte der Priester Weihrauch und andere Harze, und der Rauch füllte das Allerheiligste. In Offenbarung 8,4 steht, dass „der Duft des Räucherwerks zusammen mit den Gebeten der Gläubigen aus der Hand des Engels zu Gott empor“ steigen. Auf der Ebene der Salbung empfangen wir dann die richtigen Worte, die wir als Segen über Menschen aussprechen können. Hier machen wir uns völlig Eins mit dem Willen Gottes und er liebt es wie einen herrlichen Duft!

Die Ebene der Herrlichkeit ist die Ebene, wo Engel im Auftrag Gottes zu uns kommen, Zeichen und Wunder geschehen, weil das Gottes Natur ist. Es ist seine Normalität! Es ist die Zeit, in der wir Manifestationen seiner Herrlichkeit erleben dürfen.  Das Allerheiligste, in dem die Bundeslade stand, verkörperte diese Herrlichkeit Gottes. Zwei Seraphim-Engel standen auf dem Gnadenthron, dem massiv goldenen Deckel der Bundeslade. Wusstest du, dass Jesus auch als Gnadenthron bezeichnet wurde? Das in Rö 3,25 verwendete Wort „hilasterion“ für „Sühneopfer“ ist das gleiche Wort, das als „Sühnedeckel“ oder „Gnadenthron“ übersetzt wird. Dort wurde das Blut des Opferlammes hingespritzt. Vor dem Thron Gottes ist das Blut Jesu und damit seine ruhmreiche Rettung unseres Lebens allgegenwärtig. Jesus ist der neue Hohepriester, und er tritt bei Gott für uns ein. Nicht dass er Gott überreden müsste, uns Gutes zu tun. Beide sind derart im Einklang, dass sie sicher häufig lachen und sich freuen, wenn sie veranlassen, dass uns wieder einmal geholfen wird. Wir müssen verstehen, wie sehr sich der dreieinige Gott danach verzehrt, Gemeinschaft mit uns zu haben! Er ist die mächtigste, würdevollste und bedeutendste Person aller Zeiten und der ganzen Welt. Ohne ihn wäre nichts! Und doch opferte er alles, um mit uns Gemeinschaft zu haben!!! Ich hatte vor Jahren einmal eine ganz seltsame Vision, während ich meine an Demenz erkrankte Großmutter im Altenheim besuchte. Als meine Oma meine Hand ganz fest hielt und nicht mehr loslassen wollte, hörte ich Gott ungefähr so zu mir reden, „genau so und noch viel größter ist meine Sehnsucht nach Gemeinschaft mit dir“. Als ich das in meiner Gemeinde während der Worshipzeit als Zeugnis weitergab, erlebte ich aber ein blaues Wunder. Der beliebte Gastsprecher des Gottesdienstes machte sich öffentlich über mich lustig und widersprach mir, indem er sagte, dass wir Gott nicht mit einer an Demenz erkrankten Oma vergleichen dürfen. Das hat mich beschämt und ich habe an mir und dieser Vision gezweifelt. Ich gebe auch ganz offen zu, dass die heilige Persönlichkeit Gottes so garnicht mit einer verzweifelt nach uns greifenden Hand zusammenzupassen scheint. Und doch erlebe ich zunehmend, wieviel größer Gottes Leidenschaft für uns ist, als ich jemals verstehen kann. Was unterscheidet denn unseren Gott von den imaginären Gottheiten anderer Religionen? Unser Gott hat sich auf unsere menschliche Ebene begeben, alles Leid und jede Not am eigenen Leib erlebt, um das alles zu überwinden und uns zu retten. Aus einer erhabenen Position heraus wäre das viel leichter gewesen. Aber zu wissen, dass Gott uns versteht, mitfühlen kann und dennoch an unserer Seite steht, geht viel besser, wenn wir Jesus vor Augen haben. Sich verletzbar zu machen, scheint auch nicht meine Lieblingstätigkeit zu sein. Und doch hat Jesus uns den Auftrag erteilt, in die ganze Welt zu gehen und die gute Nachricht von ihm zu verkünden. Wieviel Liebe würden wir für die Menschen da draußen aufbringen, wenn wir nicht auch in ihrer Welt leben würden, sondern plötzlich auf einer Ebene der Erhabenheit und Übermacht unterwegs wären. Sicher, das sind wir ja nominell auch! Unseren Dienst werden Zeichen und Wunder begleiten. Ich kann mir aber trotzdem nicht einfach alles nehmen, worauf ich gerade Lust habe. Unsere Haltung sollte zutiefst von Demut geprägt sein, was bedeutet, dass wir nichts können, Jesus hingegen alles kann. Wir sind auf Empfang und können weitergeben. Genau darum geht sie ja in Anbetung! Könnte es sein, dass diese Leidenschaftliche Liebe und dieses Mitgefühl Gottes uns gegenüber auch unseren Dienst enorm beleben würden? Ohne Liebe ist alles nichts! Ich durfte im Übrigen am Sterbebett meiner Großmutter, als alle Ärzte schon längst gesagt hatten, sie sei klinisch tot und könne nichts mehr wahrnehmen, von Gottes Herrlichkeit zu ihr sprechen. Ich sagte ihr, dass sie keine Angst haben müsse, weil in der ewigen direkten Gegenwart Gottes kein Leid mehr vorhanden sein wird und ihr langes Leiden endgültig vorüber sein würde. Ich sprach von der Liebe Gottes und meine Oma hatte für 2 Sekunden einen klaren Blick und drückte meine Hand, bevor sie wieder ins scheinbare Nichts versank. Sein Herz war auch in dieser scheinbar unerträglichsten aller Stunden für sie bis zum Anschlag geöffnet!

Anbetung nach dem Vorbild der Stiftshütte wird unsere Gemeinden verändern, sie wird unser Leben verändern und uns auf andere Ebenen der Begegnung mit Gott führen. Ich sehne mich danach, ja, ich habe unglaublichen Durst nach dieser Gegenwart und der Herrlichkeit Gottes. Ich möchte nicht ständig davon abhängig sein, dass irgendwelche christlichen Superstars mir ihre Gunst erweisen und ich einen Schimmer ihres göttlichen Glanzes abbekomme. Gott will direkte Begegnungen mit dir und mir! Seine Herrlichkeit ist uns zugänglich!  Was, wenn wir diese Ebenen bewusst in die Planung unserer Anbetungszeiten einbauen würden? Wenn wir nicht durch ein paar Lieder hetzen und vor und nach jedem Lied die Gemeinde mit unseren Gedanken überschütten würden, sondern Raum für die echte Begegnung mit Gott lassen würden? Was, wenn wir dem Heiligen Geist die Leitung übertragen würden und das Recht, unser sauber geplantes Programm auf den Kopf zu stellen? Ja, das fordert mich auch heraus! Was, wenn wir das jeden Tag in unserem stillen Kämmerlein erleben können? Ich bin mir sicher, dass genau diese Haltung uns in Redding so tief in Gottes Gegenwart geführt hat. Lass dich einfach mal drauf ein, wenn der Heilige Geist dich führen möchte! Nimm dein Instrument oder starte deine Playlist mit gesalbten Liedern und tritt in diese wundervolle unsichtbare Welt ein. Gott redet in deine Gedankenwelt und deine Phantasie hinein. Seine Stimme ist liebevoll! Seine Worte verbreiten Frieden und haben doch Autorität! Er will dich ermutigen und hat nur Gutes für dich im Sinn! Gott kennt den Ort und die Zeit für deine Durchbrüche! Bitte ihn um Beschleunigung und Verdopplung und mach dich gefasst, es könnte wundervoll werden! Wenn du einen Hinweis von Gott bekommst, ergreife ihn! Wenn Gott dich auffordert, etwas zu tun, mache es! Manchmal ist es auch notwendig, eine geistliche Handlung durchzuführen. Während eines sehr starken prophetischen Gebetes für mich in den Healing-Rooms der Bethel-Church forderte mich der Mitarbeiter plötzlich auf, ein imaginäres Schwert so richtig haitisch vom Boden aufzunehmen. Ich habe mich drauf eingelassen und gespürt, dass eine Veränderung in mir vor sich geht. Erstaunlich! Wenn Gott dir ein Wort zuspricht, nimm es und sprich es laut aus. Manchmal muss es auch in der unsichtbaren Welt gehört werden, damit Dinge in Bewegung kommen. Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig ermutigen, dich danach auszustrecken, in die tieferen Ebenen der Gegenwart Gottes vorzudringen. Ich jedenfalls will mich mit allem was ich bin und habe danach ausstrecken. Ich spreche die Fülle seines Segens über dir aus und spreche auch Schutz für alle Anbeter aus. 

Christian 

Ein neues „Be-wusst-sein“ für 2023

Ein neues „Be-wusst-sein“ für 2023

Alles fing an, als ich einer Freundin kurz vor Weihnachten zum Geburtstag gratulieren wollte. Weil ich gerne den passenden Wunsch schreiben wollte, fragte ich Gott, wie ich gratulieren soll. Ich hörte: „segne sie mit einem neuen Bewusstsein für Freiheit“. Es war der richtige Segen für diesen Tag, und an mir blieb außerdem der Begriff „Bewusstsein“ haften.  So kam der Jahreswechsel immer näher und ich öffnete mich im Geist für die Vision, die Gott mir für das kommende Jahr ins Herz legen wollte. Immer wieder tauchte dieser Begriff auf.

Bewusstsein, was ist das eigentlich? Zuerst fiel mir die Dreiteilung des Begriffs auf. Be- steht immer dafür, dass eine Person oder eine Sache mit etwas versehen wird. Wenn ich etwas Be-lade, wird z.B. ein Fahrzeug mit Ladung versehen. Bei der Be-fruchtung werden Blüten von Bienen mit Pollen versehen. Übermittelt mir jemand eine schlechte Nachricht, kann ich durch die Information be-lastet werden, wodurch ich also mit einer Last versehen werde. Womit werde ich also beim Be-wusst-sein versehen? Im Wortteil „wusst“ steckt offensichtlich „Wissen“. Ich werde also mit einem Wissen oder einer Weisheit versehen. Auch der letzte Wortteil beinhaltet einen wesentlichen Faktor, um das Wort zu verstehen: „sein“. Es deutet ganz klar daraufhin, dass etwas jetzt existiert. Fassen wir also kurz zusammen, was Bewusstsein nach dieser Erklärung bedeutet: „Im Hier und Jetzt mit einem Wissen oder einer Weisheit versehen werden“.

Während im Duden weit gegriffen wird und auch von einem Zustand geistiger Klarheit, der Gesamtheit der Überzeugungen und den psychischen Vorgängen, durch die sich der Mensch seiner Außenwelt und seiner selbst bewusst wird, die Rede ist, bleibe ich hier bei der kompakten Aussage: Im Hier und Jetzt mit einem Wissen oder einer Weisheit versehen werden. Es ist wie, wenn wir am Flughafen sitzen und durch die Halle schauen. Zu wissen, welcher Flug gerade eincheckt, bedarf eindeutig eines bewussten Blickes auf die Anzeigentafel. Ich könnte im selben Moment auch irgendeiner Person hinterherschauen oder einfach nur träumen. Gott hat uns mit derart guten Sensoren versehen, dass wir sogar mit unseren Augen bestimmte Dinge fokussieren und mit den Ohren bestimmte Klänge heraushören können. Bewusst wird mir jeweils aber nur, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, und das hat sehr viel mit meiner persönlichen Motivation zu tun.

Wir befinden uns ja zudem in einem Zeitalter der Informationsflut. Jeder versucht unsere Aufmerksamkeit mit Werbung und Performance zu erregen. Dabei passiert es uns so leicht, vom Wesentlichen abgelenkt zu werden. Ehrlich gesagt fällt es mir, obwohl ich ein Mensch bin, der sich normalerweise gut fokussieren kann, sehr schwer, alles was ich tue auch ganz bewusst zu machen und mich nicht ablenken zu lassen. Neulich habe ich das Hörbuch „Memory Man“ von David Baldacci angehört. Es beschreibt die Geschichte eines Mannes, der durch einen Unfall beim Football an dem sogenannten HSAM Syndrom leidet. Er kann einfach nichts mehr vergessen und ermittelt auf diese Weise sehr erfolgreich in Kriminalfällen. Doch sogar er muss immer erst in all den großartigen Gedächtnisaufzeichnungen seines Gehirns kramen, um sich Zusammenhänge zu erschließen. Nicht alles, was man weiß oder kennt, ist einem automatisch bewusst. Menschen, die bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich genommen haben werden das schmerzlich bestätigen können. Die Flut von Informationen, Eindrücken und Gefühlen kann uns auch ganz einfach überwältigen, sodass wir keinen klaren Gedanken mehr denken können. Insofern stimmt natürlich der „Zustand geistiger Klarheit“ aus dem Duden auch.

Doch, wie werde ich mir mit meinen Gedanken über die richtigen Dinge klar? Zuerst kann ich auf jeden Fall den Zusammenhang mit der Fokussierung erkennen. Wenn ich mich in dieser Welt einfach treiben lasse, wird es vermutlich sehr schwer sein, mich auf die richtigen Dinge zu fokussieren. Perfekt wäre, wenn ich eine Kultur der richtigen Werte und Motivationen etablieren könnte, innerhalb derer ich meine Sinne ganz bewusst schweifen lasse. So etwas kann man einüben. Sicher ist auch das zuweilen ein mühsamer Prozess. Womit ich wieder auf meinen Dialog mit Gott zurückkomme. Was wollte er mir jetzt eigentlich mit dem Begriff Bewusstsein erklären? Paulus hat ja auf den Kampf zwischen Geist und Fleisch hingewiesen. Geistlich sein bedeutet, eine Kultur des Königreichs des Himmels zu etablieren. Es ist eine Kultur der Heiligkeit und des Sieges! Eine Sache, die mir dann plötzlich klar wurde ist, wie sehr sich die Kirche im Verlauf ihrer Geschichte damit schwer getan hat, den Unterschied zwischen dem Alten- und dem Neuen Bund zu erkennen. Immer noch rufen wir in Worshipzeiten: „Komm Heiliger Geist“ und bitten Gott uns zu salben und begaben. Dabei wurde jeder geistlicher Segen bereits für uns freigesetzt. Jesus hat uns die Tür zum Himmel vollständig geöffnet. Sünde ist ein für alle Mal getilgt und die Gaben des Geistes stehen für uns bereit. Wir sind mit ihm versetzt an himmlische Orte! Er spricht uns seine eigene Autorität zu und erwartet, dass wir wie er in dieser Welt agieren. Kann es sein, dass Gott uns schon alles gegeben hat, was wir brauchen, um diese himmlische Kultur zu etablieren? Der Heilige Geist lebt in uns. Er ist der perfekte Berater und weiß bereits, in welcher Bestimmung wir leben und wo der nächste Durchbruch auf uns wartet.

Deshalb brüllt der Feind auch wie ein Löwe, weil er genau das fürchtet, dass wir erkennen, wie siegreich wir eigentlich leben könnten. Sonst hat er ja keine Handhabe gegen uns. Jesus besitzt alle Macht, er keine! Er kann nur dann über uns herrschen, wenn wir unseren Fokus falsch justieren. Was, wenn wir plötzlich ein Bewusstsein für die geistliche Waffenrüstung, ein Bewusstsein für unsere Freiheit, ein Bewusstsein für Gnade und unsere Gerechtigkeit, ein Bewusstsein für unsere wahre Identität, ein Bewusstsein für unsere Autorität und ein Bewusstsein für die Interaktion mit Papa Gott, Jesus, dem Heiligen Geist und seinen Engeln bekommen würden. Bäm!!!!

Vielleicht ist es Zeit, genauer hinzuschauen und zu erkennen, was mit Gott alles möglich ist! Ist dir schon einmal aufgefallen, dass wir in manchen Liedern und Gebeten Aussagen machen, die genau genommen im Neuen Bund anders ausgedrückt werden müssten? Vielleicht lässt du dich einmal darauf ein, mit mir ohne Vorurteile etwas tiefer nachzuempfinden, was da eigentlich steht. Nehmen wir einmal das „Vater unser“, das Gebet, das Jesus seine Jünger lehrte. Was, wenn die deutsche Übersetzung beim Lesen gar nicht die Tiefe, von dem was Jesus sagen wollte, wiedergibt? Gott als meinen Papa zu bezeichnen ist super und das empfinde ich auch genauso. Sein Name ist heilig und sein Reich ist hier, deswegen bete ich ihn an! Eigentlich sollten diese Aussagen Proklamationen sein, die genau genommen sagen: Gott ist heilig und ich rufe aus, dass sich genau hier sein Königreich befindet und sein Wille genau wie im Himmel auch hier auf der Erde geschehen wird! Das deckt sich doch vollkommen mit den Aussagen von Paulus und auch mit denen von Jesus selbst. Gerade bei den folgenden Sätzen des „Vater unsers“ finde ich das besonders wichtig: Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“. Moment mal, er hat uns doch schon alle Schuld vergeben! Viel lieber möchte ich beten: Danke, dass du mich heute versorgst und mir alle meine Schuld – vergangene, gegenwärtige und zukünftige – damals am Kreuz vergeben hast. Ich lebe in dieser unverdienten Gunst und möchte das genauso an andere Menschen weitergeben! Gott wird uns sicher nicht in Versuchung führen, er wird uns wie ein Vater begleiten, er liebt uns wie der perfekte Vater! In jeder schwierigen Lage können wir auf den Rat unseres Freundes, des Heiligen Geistes, vertrauen. Gott will uns von Herrlichkeit zu Herrlichkeit führen, weil „sein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit, Amen“. Du wirst noch einige andere Gebete und Lieder finden, die wir auf die Wahrheiten der Bibel neu durchdenken müssen.

Ich glaube, Gott will uns ein ganz neues Bewusstsein für seine Wahrheit geben. Eine neue Offenbarung, die bei den Erfahrungen der ersten Christen anknüpft. Ich habe ganz stark den Eindruck, es wird ein Jahr der Durchbrüche beginnen, in dem wir viel tiefer in unsere Bestimmung hinein kommen, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit eben. Vielleicht lässt du dich mitnehmen, aus seiner Gegenwart heraus als sein Kind und Bürger des Himmels zu leben. Vielleicht lassen wir einfach gemeinsam zu, dass Gott unsere Erwartungen hochschraubt, unser Denken erneuert und wir dadurch einen echten Unterschied in dieser Welt machen können. Oh wie sehr ich mir das wünsche. Vielleicht möchtest du das jetzt einfach mal laut mitbeten: Jesus, danke dass du der Weg die Wahrheit und das Leben bist! Ich will alles, was durch religiöse Traditionen diese Wahrheit verschleiert und mich blockiert einfach von mir weisen. Heiliger Geist, leite mich tief in diese Wahrheit hinein, schenke mir neue Offenbarungen von deiner Liebe und ein neues Bewusstsein für die Gaben und Möglichkeiten, die du bereits für mich bereithältst. Wirke durch mich, damit ich den Vater ehren kann, Amen!

In diesem Sinne ein neues Bewusstsein für das Jahr 2023,  Christian.

Aus der Gegenwart Gottes heraus leben – mit Soaking

Aus der Gegenwart Gottes heraus leben – mit Soaking

In meinem Seminar am Freundestag von „Einsatz Leben“ am 05.11.22 in Heuchelheim, kam ich mit den Seminarteilnehmern in ein sehr offenes und ehrliches Gespräch. „Es ist nicht immer so leicht, auch im Alltag mit Gott zu connecten, die Liebesbeziehung aktiv zu leben und im Dialog zu bleiben“, konstatierten wir betroffen. Selbst gestandene Anbetungsleiter berichten zuweilen von ihrer lieben Not, wenn die Stürme des Lebens, der Leistungsdruck und die Bedürfnisse der geliebten Menschen einem gerade wieder alles abverlangen. Anbetung scheint eine der meist angefochtenen Herzenshaltungen überhaupt zu sein. Woran könnte das liegen?

Sehr spannend ist in diesem Zusammenhang, wenn wir uns Hesekiel 28 genauer anschauen. Dort wird der König von Tyrus mit dem Stolz Satans verglichen. Hesekiel 28,13b: Deine kunstvoll hergestellten Tamburine und Flöten waren bei dir; am Tag deiner Erschaffung wurden sie bereitet” Aus den Worten “Tamburine” und “Flöten” können wir eine Ahnung davon erlangen, dass Satan als himmlischer Hohepriester diente und dort die Anbetung Gottes leitete. Wenn er als „schützender Cherub“ beschrieben wird, bekommen wir ein Gefühl von seiner damaligen Position und  Macht. Er, der so gerne alle Anbetung für sich selbst beanspruchen möchte, kennt sich mit dem Herzen eines Anbeters viel besser aus, als uns oft bewusst ist. Ablenkung, Stress, emotionale Schieflagen, Angst, Selbstverdammnis und andere selbstzerstörerische Einflüsse auf unser Leben sind sein Geschäft. Er setzt alles daran, dass wir unsern liebenden Gott nicht anbeten, weil er weiß, welche Kraft davon ausgeht. Ich würde behaupten, er fürchtet sich davor – zur Recht! 

Aus diesem Grund kamen wir im Seminar zu der Erkenntnis, dass es von sehr großem Wert sein müsste, einen Lebensstil zu kultivieren, der sich am Königreich Gottes orientiert. Wie David wollen wir gerne in allen Lebenssituationen in der Lage sein, Gott zu danken, uns ihm anzuvertrauen und ihm nahe zu sein. Was war aber Davids Geheimnis? Der Rabbiner Yonathan Eibeschütz kam zu der Erkenntnis: „Davids Geheimnis liegt in der Harfe“. In Psalm 49,5 schreibt er:  Ich selber neige mein Ohr der Spruchrede (Gottes), löse selbst mir mit der Harfe mein Rätsel. Wann immer er tiefer in die Gegenwart Gottes treten wollte, half ihm seine Harfe. Für ihn waren die Zwiesprache mit Gott und prophetisches Handeln scheinbar nahe an Anbetungsmusik geknüpft. So wird in 1. Chronik 25 beschrieben, wie alle seine großen priesterlichen Anbetungsleiter sowohl Propheten oder Seher waren, als auch Musiker, die ihr Amt mit Instrumenten und Gesang ausübten und Lieder zum Lob Gottes schrieben. David hatte einen Lebensstil kultiviert, der seine Kraft aus der Begegnung mit Gott an stillen Orten zog. Musik war ihm dabei stets ein erwünschtes Hilfsmittel, dort im Geist hinzugelangen. Auch Elisa verlangte ja nach dem Saitenspieler, als er auf den dringlichen Wunsch des Königs den Rat Gottes einholen sollte. 

„Soaking“ ist ein moderner Begriff für das Verweilen an diesen stillen Orten. Dort, wo wir uns ganz auf die Gegenwart Gottes konzentrieren und unsere Sinne nach ihm ausstrecken, kann unser Körper ruhen. Im Soaking soll unser Herz in Einklang mit dem Wirken des Heiligen Geistes gelangen. Wir lernen dort, mit den Augen des Herzens zu sehen. Der Heilige Geist möchte so gerne liebevoll in unsere Vorstellungskraft hineinsprechen und uns Visionen, Eindrücke oder Worte schenken, die uns das Herz Gottes zeigen. Soaking bedeutet zu Deutsch: aufsaugen. Wie ein trockener Schwamm wollen wir uns mit der Liebe des Vaters vollsaugen und davon überwältigt sein. Das Ziel von Soaking ist immer die Intimität mit Gott.

Im Folgenden möchte ich kurz eine effektive Methode schildern, wie wir diese Soaking-Zeiten kultivieren können:

1. Komm zur Ruhe 

Wenn David in Psalm 62 schreibt: „meine Seele ist Stille vor Gott“, macht er deutlich, dass er eine meditative Herzenshaltung eingenommen hat, die sich einfach nur nach Gott sehnt. Er schickte alles, was ihn davon ablenken wollte, einfach von sich weg. Genauso wie David können wir uns vom Heiligen Geist tiefer in die Gegenwart Gottes führen lassen. Dazu ist es aber notwendig, alle Ablenkungen, alle Einwände und störenden Gefühle zur Seite zu schieben. In der Ruhe liegt dabei sprichwörtlich die Kraft. 

2. Fokussiere dich 

Für David gab es nichts wichtigeres, als ein Leben lang im Haus des Herrn zu bleiben und seine Schönheit zu meditieren (Ps27). Schönheit meint an dieser Stelle die Heiligkeit und Güte Gottes. Wenn du ruhig vor Gott kommst, kannst du dir einfach vor Augen malen, wie sehr Er dich liebt und was Er alles für dich getan hat. Sinne über seine Namen nach und lasse seine Güte in dir lebendig werden. Dabei solltest du immer frohe Erwartungen haben, denn Gott meint es ja immer gut mit dir! Sei dabei nicht überrascht, wenn der Heilige Geist dir plötzlich tiefe Gefühle, Sehnsüchte, überschwängliche Freude oder einen tiefen Frieden schenken möchte. Erlaube es ihm einfach. 

3. Ausstrecken und suchen 

Jetzt kommt der eigentliche Soaking-Moment: David beschreibt diesen Prozess in Psalm 84: „meine Seele sehnte sich nach den Vorhöfen, nun jubelt mein Herz“. Das Bild des sich vollsaugenden Schwamms wird in der Bibel mit der Wüste, die nach frischem Wasser dürstet, ausgedrückt. Mit dieser frohen Erwartung seines Segens kannst du alles aufsaugen, was Gott dir schenken möchte. Dabei ist es wichtig, dass du dich ihm ganz öffnest. Die Herausforderung könnte an dieser Stelle sein, völlig die Kontrolle abzugeben. Das kannst du auch einfach Stück für Stück erweitern. Wie könnten wir etwas vor Gott zurückhalten. Zwei sich liebende Personen können diese Liebe nur ausleben, wenn sie sich völlig vertrauen und gegenseitig öffnen. Genauso ist es mit Gott. Er will tiefer in die Liebesbeziehung mit dir eintreten, dich sozusagen in die Arme nehmen. Er kennt deine Bestimmung und möchte dich genau an diesen Ort führen. 

4. Auf Gott reagieren 

Häufig wird beim Abendmahl der Psalm 34 zitiert: „schmeckt und sehet, wie freundlich der Herr ist, gesegnet ist, dessen Zuflucht der Herr ist“. Dabei sind Soaking-Begegnungen mit Gott auch geradezu prädestiniert für diesen Ausdruck. Wir dürfen nicht annehmen, dass Gottes Gegenwart immer zu allen Zeiten und an allen Orten gleich intensiv ist. Seine Gegenwart kommt in Wellen. Wenn du in Gottes Gegenwart verharrst und empfindsam für den Fluss des Heiligen Geistes bist, wirst du spüren, wie er all deine Barrieren durchbricht und immer tiefer in dein Herz kommt. Du kannst ruhig mit allem, was du bist (Körper, Seele, Geist) darauf reagieren, wenn Gott dir sein Herz zeigt. Lasse seine Gegenwart in dir lebendig werden. Die Sprache der Liebenden ist oft leise und sehr bildlich. Du kannst nun freudig seine Gegenwart erwidern. 

Worshipsongs oder die Klänge eines Instrumentes können, wie oben bereits geschildert, eine große emotionale Hilfestellung leisten, wenn wir in der Gegenwart Gottes stille werden wollen. Auch das Gebet in Sprachen katapultiert uns dort hin. Wir sollten aber beachten, dass oftmals das Empfangen von Gott bei permanentem Gebet (auch Sprachengebet) unsererseits gehindert werden kann. 

Auch das Wort Gottes hilft uns, tiefer in die Gegenwart Gottes zu gehen. Der Heilige Geist liebt es, wenn er uns Bibelstellen beleuchten kann. Achtung, auch hier ist es wichtig, kein Leistungslesen zu praktizieren. Lieber sollten wir Bibelstellen Wort für Wort auf der Zunge zergehen lassen, sie langsam zerkauen. Vielleicht will dich der Heilige Geist mit in die ursprüngliche Situation nehmen und das Herz der damaligen Autoren zeigen. Wenn er mit bestimmten Wort zu dir spricht, in deine derzeitige Situation hinein, halte sie fest, bleib genau da. 

So, wie wir lernen, uns in das Herz Gottes hinein zu lehnen, synchronisieren wir uns mit dem Rhythmus des Himmels. 

Unser Ziel ist: wie im Himmel so auf Erden! Lehnen bedeutet dabei, sich biegen oder schief machen. Es ist eine Gewichtsverlagerung die auf die Hilfe einer uns stützenden Person angewiesen ist. Dabei entspannen wir im Vertrauen und der Sicherheit unseres Liebenden Vaters.  

Wenn wir uns an sein Herz zurücklehnen, empfangen wir in seiner Herrlichkeit, damit wir uns wieder nach vorne lehnen können und in seiner Autorität wirken. Jesus will dir ein Leben in Fülle geben, du empfängst es in der Intimität mit Gott. Intimität mit ihm führt zum Segen!

Empfange seine geistliche Erfrischung und Erbauung, übernatürliche Kraft und frische Offenbarungen. Höre seine Stimme und lasse dich in seine Geheimnisse einführen. Seine Salbung will deine geistliche Autorität erhöhen, du wirst beim Soaking mit der Kraft Gottes vollgeladen. Daraus können Durchbrüche resultieren, durch die du Hindernisse überwindest. Er hat die Fülle seiner Segnungen für dich, die dich in die Freiheit führen wollen. 

In 1.Petrus 2,9 heißt es: Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation und Personen aus Gottes Eigentum. Dies alles sind wir tatsächlich, damit wir Gottes Exzellenz proklamieren können. In Offenbarung 5 lesen wir, dass das auch bis in alle Ewigkeit so bleiben wird. 

Was ist also unser Auftrag? Wir sollen der Welt die Herrlichkeit und Erhabenheit Gottes zeigen. Wir sind herausgerufen, seine Kraft, Güte und Liebe zu demonstrieren und berufen, den Himmel auf die Erde zu bringen. Wir sind beides zugleich: Könige und Priester. Priester dienen vor Gott mit ihrer Anbetung. In der Stille bringen sie ihre Opfer. Könige konzentrieren sich aufs Herrschen und Regieren, indem sie Verordnungen für ihr Gebiet erlassen. Unsere Identität als königliche Priester ist dabei entscheidend, weil wir immer in Balance dieser beiden Positionen leben müssen. Als Priester dienen wir Gott im Stillen. In der Intimität sehen wir sein Gesicht und hören seine Stimme. Als Könige wissen wir Gott in seiner Autorität und Gunst hinter uns, wir können sein Königreich erweitern. Wir regieren, indem wir den Leuten in Liebe dienen und dabei die Werke des Feindes zerstören. Was wir im Stillen empfangen haben, sollen wir in der Welt freisetzen (den Feind vertreiben und das Königreich ausbauen).

Es ist ein wichtiges Prinzip im Königreich, dass alles empfangen werden muss. Wir können nichts archivieren oder für später aufheben. Wir sehen, dass das Maß, indem wir vom Himmel empfangen, das Maß unserer Regentschaft im Leben steuert. Das ist ein wichtiger Schlüssel für einen Königreich-Gottes-Lebensstil. 

Auszubrennen bedeutet, dass wir oberhalb des  Levels dienen, auf dem wir empfangen! David ging es immer um Intimität mit Gott. Es zog ihn nicht zu seinem eigenen Thron, sondern zu Gottes Thron. So wurde er von Herrlichkeit zu Herrlichkeit geführt. 

Lass dich von Gott durch Erneuerung deines Denkens transformieren. Der stille Ort, ist der Ort der Veränderung. 

Das WorshipNetzwerk war am 05.11.22 am Freundestag von “Einsatz Leben“ zu Gast und leitete in den Hauptveranstaltungen die Besucher im Worship an. Es Spielten A. Weigel, E. Ludwig, D. Marx, S. Marx und C. Weiß. Ich leitete mittags außerdem das Seminar zum Thema. Zur Erarbeitung half mir die Lektüre von: Paul Yadao – Soaking in God’s presence. Am Sonntag , 06.11.22 spielten wir dann außerdem noch im Gottesdienst der Ev. Stadtmission in Butzbach. Dort sprang K. Weiß am Bass ein. Von dort stammt das Titelbild. Es war ein bewegendes Wochenende, danke an alle!

Christian

Hier ein Psalm, den mir Gott heute aufs Herz gelegt hat. Vielleicht möchtest du ihn beten. 

Psalm 

1 Für den Dirigenten. Auf beschwingte Weise zu begleiten. Von den Korachitern. Ein Psalm. 2 Wie schön sind doch deine Wohnungen, allmächtiger HERR! 3 Ich sehne mich von ganzem Herzen, ja, ich verzehre mich vor Verlangen nach den Vorhöfen am Heiligtum des HERRN. Mit Leib und Seele juble ich dem lebendigen Gott zu. 4 Selbst der Spatz hat ein Zuhause gefunden, die Schwalbe ein Nest für sich, wo sie ihre Jungen versteckt hat – nämlich bei deinen Altären, du allmächtiger HERR, mein König und mein Gott. 5 Glücklich zu nennen sind alle, die in deinem Haus wohnen dürfen, sie werden dich für immer preisen. // 6 Glücklich zu nennen ist, wer seine Stärke in dir gefunden hat, alle die, deren Herz erfüllt ist von dem Wunsch, zu deinem Heiligtum zu pilgern. 7 Durchqueren sie das Tal der Dürre, so wird es durch sie zu einem Ort mit Quellen, und auch der Herbstregen schenkt dem Tal wieder Fruchtbarkeit. 8 Sie empfangen auf Schritt und Tritt neue Kraft, bis sie dann vor Gott auf dem Berg Zion stehen. 9 HERR, du allmächtiger Gott, höre mein Gebet, schenk mir ein offenes Ohr, du Gott der Nachkommen Jakobs! // 10 Achte doch auf unseren König, der uns Schutz bietet, o Gott, ja, blicke wohlwollend auf den, der von dir gesalbt wurde! 11 Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als tausend andere sonst. Ich will lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes als dort zu wohnen, wo die Gottlosigkeit herrscht! 12 Denn Gott, der HERR, ist unsere Sonne, er beschützt uns wie ein Schild. Gnade schenkt der HERR, und er lässt uns zu Ehren kommen. Denen, die aufrichtig ihren Weg gehen, enthält er nichts Gutes vor. 13 Allmächtiger HERR, glücklich zu nennen ist der Mensch, der auf dich vertraut!

Was mir Worship bedeutet?

Was mir Worship bedeutet?

Worship, Anbetung, Lobpreis – wir verwenden diese Begriffe immerzu, als wäre uns allen klar, welche Praktiken und inneren Überzeugungen ihnen zugrunde liegen. Gerade nach den nun vergangenen und für Kirchen sehr herausfordernden Jahren lässt sich aber beobachten, dass natürlich überall Gebete gesprochen und Lieder gesungen werden, dem aber durchaus unterschiedliche Herangehensweisen und Erwartungen zugrunde liegen. Und doch besteht ein unglaublicher Schatz darin, wie Gott sich den verschiedenen Menschen und Kirchen gezeigt hat, und wie sie mit ihm kommunizieren und ihn verehren.

Deshalb habe ich mir die Frage gestellt, was für mich eigentlich Worship bedeutet? Es soll ein Anfang sein für einen Austausch, ein Anstoß. Ich behaupte zunächst einmal, ich kann überall Gott anbeten! Worship ist etwas, das ich zuerst alleine praktiziere und doch hat es enorme Power, wenn wir zusammen in Einheit anbeten. Dabei gibt es Zeiten, in denen mich ein Worshipleiter mit Leichtigkeit mit vor den Thron Gottes nimmt und andere, in denen ich, überspitzt gesagt, versuchen muss, das Programm zu ignorieren, damit ich Gott anbeten kann. Ich habe überwältigende Lobpreiszeiten erlebt, kenne aber auch die Situation, dass etwas mich derart abgelenkt hat, dass ich große Mühe hatte, wirklich anzubeten, sogar auf der Bühne. Woran liegt das, welche Zugänge erleichtern mir den Eintritt in die Gegenwart Gottes?

Als ich an einem Tag im Wald spazieren war und mit Gott über diese Frage redete, hörte ich: „komm mit, ich will dir einen Ort zeigen, an dem ich dir heute begegnen will!“. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Versteckt hinter Büschen gelangte ich über einen kleinen Trampelpfad zu einem wunderschönen Pavillon. Ich kannte diesen Ort, doch war jetzt alles so zugewachsen, dass auf eine besondere Art Ruhe und Abgeschiedenheit entstand. Für mich hatte Jesus den perfekten Ort ausgewählt. Dort traf ich mich dann im Geist mit Jesus. Ich stellte fest, dass Anbetung für mich zu allererst einfach Gemeinschaft mit dem Dreieinigen Gott ist. Ich trete ein in diese wunderschöne Gemeinschaft und rufe mir ins Gedächtnis, wie groß er ist, wie schön, und wie sehr er mich liebt. Und dann versuche ich diese Liebe mit all meinen Emotionen zu erwidern. Dabei könnte durchaus auch Musik eine Rolle spielen oder, wie bei Elisa (siehe 2Kön 3,15), eine Hilfe sein, sie ist aber nicht zwingend notwendig. In diesen Zeiten kann es sein, dass mir Beispiele aus der Bibel und meinem eigenen Leben in den Sinn kommen, durch deren Erinnerung mir Gott im Moment etwas mitteilt, häufig kommen mir für die Situation passende Liedtexte in Erinnerung, es kann aber auch sein, dass es einfach nur eine Begegnung mit Gott im hier und jetzt ist. Seine Weisheit kennt genau das, was im Moment dran ist. Jedenfalls versuche ich dann mich selbst, mein Wesen, damit in Einklang zu bringen.

Wenn ich mir also diese Zeit nehme, Papa Gott, Jesus und den Heiligen Geist exklusiv und mit vollem Bewusstsein in den Fokus zu nehmen, will ich immer mehr dem Heiligen Geist die Kontrolle übergeben. Ich frage mich, „Herr, wie kann ich dich heute anbeten?“. So mache ich das ja auch, wenn ich Worshipzeiten plane. Ich frage, Herr, wie möchtest du, dass wir dich anbeten? Er zeigt mir dann Lieder, bei denen mein Herz für ihn höher schlägt und Bibeltexte, die mich nicht mehr loslassen. Ich bekomme Eindrücke für Proklamationen, Gesten oder Gebete. Dabei kann es durchaus sein, dass der Heilige Geist in der Situation dann trotzdem meine gute Planung über den Haufen wirft. Worship hat für mich etwas damit zu tun, Gott so zu begegnen, wie er es sich von mir wünscht. Dazu ist es unbedingt nötig, dass ich für den Heiligen Geist auf empfang bin. Ich glaube, das gilt nicht nur für die Worshipleiter, jeder, Worshipmusiker oder Teilnehmer an einer Worshipveranstaltung oder auch Anbeter im stillen Kämmerlein benötigt diese Offenheit. Ich bilde mir nicht ein, dass mein beschränktes Repertoire oder meine eigenen Gedanken ihm dabei nur ansatzweise genügen könnten, obwohl er es natürlich liebt, wenn wir authentisch zu ihm kommen. Liebe drückt sich zuallererst aber durch Vertrauen und Hingabe aus, deshalb will ich die Kontrolle abgeben.

Indem ich während meiner Anbetung Gott Zugriff auf mein Innerstes gestatte, wird er immer mehr zu meiner DNA. Solche Zeiten sind häufig von einem besonderen Frieden und einer überschwänglichen Freude begleitet. Wenn ich zulasse, dass der herrliche und heilige Gott mir auf seine Weise begegnet, lässt er mich immer mehr an seiner Wahrheit teilhaben. Das ehrt ihn und er liebt es. Ja, ich bin überzeugt davon, er liebt es auch, wenn wir schön für ihn spielen, manchmal ist die Musik aber auch nur die Krücke, die uns hilft, uns emotional auf ihn einzustellen. Dass eine perfekte Performance das ist, was Gott am meisten ehrt, glaube ich hingegen weniger. Im Vergleich zu Gott ist das, was wir anbieten können niemals perfekt. Wir müssen sogar aufpassen, dass wir nicht zu sehr Nachahmer einer bestimmten christlichen Musikkultur werden, die vielleicht zu stark von der Musikindustrie gesteuert wird. Bitte nicht falsch verstehen, mir gefällt manches davon auch gut, ich glaube aber, dass einem auf diesem Weg schnell die Tiefe der Beziehung verloren gehen kann. Es kann passieren, dass wir so sehr damit beschäftigt sind, jedes Detail perfekt zu imitieren, sodass Er plötzlich nicht mehr im Mittelpunkt steht. Gott sucht Anbeter, die ihn Wahrheit und im Geist anbeten (siehe Joh 4,24). Besonders kraftvolle Momente entstehen im Worship immer dann, wenn wir mit dem Willen Gottes im Einklang sind. Papa Gott ist eine Person mit Emotionen, natürlich gibt es grundsätzliche Wahrheiten, er möchte uns aber nicht nach einem bestimmten Schema begegnen. Begegnungen mit ihm sollten einzigartig und unvergesslich sein. Der echte Ort der Anbetung ist unser Herz! Deshalb will ich immer versuchen mit ganzem Herzen anzubeten. Und doch ist es gut, wenn wir uns auch bemühen, ihm zu Ehren die Gaben, die er uns gegeben hat, so gut wir gerade können einzusetzen.

Wir kennen das ja sicher alle, wenn beim Bibellesen oder während wir ein Lied singen plötzlich unser Herz anfängt, für Gott zu brennen und zu lodern. In solchen Momenten kann ich die Entscheidung treffen, mit Seele, Körper und Geist, diesem Gott zu folgen – an den Ort, zu dem er mich führt. Ich öffne mich dann für seine Worte und reagiere positiv darauf und bin gespannt, wass passiert. Manche sagen, „wir können so die Gegenwart Gottes manifestieren”, wir können auch einfach sagen, dass wir so, wie Gott es uns gerade ermöglicht, auf seine Gegenwart reagieren. Wichtig ist, dass wir Gott nicht vorschreiben können, wie er uns zu begegnen hat. Alles, was er tut, geschieht aus purer Liebe. Deshalb kann es auch keinen besseren Worshipleiter geben, als den Heiligen Geist. Er kann die atemberaubende Wahrheit der unsichtbaren Welt Gottes über meine oftmals trügerische sichtbare Welt hereinbrechen lassen und sie erleuchten. Wenn wir in die Atmosphäre seiner Gegenwart eintreten, werden wir mit echtem Leben und echter Liebe konfrontiert. Wenn wir ehrlich sind, stellen wir dann oft fest, dass wir eigentlich Gott dienen und ihn ehren wollten, er uns auf diesem Weg aber so sehr mit seiner Liebe konfrontiert hat, dass wir am Ende als die Gesegneten dastehen.

So ist Worship, Anbetung und Lobpreis für mich durchaus, wenn ich zu Gott bete und ihm Lieder singe, indem ich meine geballten Emotionen ihm gegenüber ausdrücke. Das unterscheidet sich aber deutlich von einer simplen Stimmung! Ich kann meine Emotionen für Gott ausdrücken, wenn ich singe, tanze, springe, ruhe, sinniere, höre, atme, sehe, juble, bekenne, fühle, denke, lese oder proklamiere. Er soll dabei immer im Mittelpunkt stehen. Viel wichtiger als wie wir anbeten ist nämlich, wieso wir anbeten: Um die Liebesbeziehung mit Gott zu pflegen. Anbetung ist übrigens für mich nicht nur diese halbe Stunde im Sonntagsgottesdienst. Alles, was ich tue, sollte möglichst aus dieser Haltung heraus entstehen. Ja, das fordert mich auch heraus! Ich kann dann aber wie die verliebte Braut jeden Tag alle guten Gedanken, Liebesbekenntnisse usw. an Ihn richten. Anbetung könnte der perfekte Lebensstil sein, wenn wir unsere Sinne nicht mehr von diesem wunderbaren Gott lassen können.

So würde ich Worship für mich spontan beschreiben. Eine andere Frage ist natürlich, wie es uns gelingen kann, als Worshipleiter und Musiker, andere Menschen in die Gegenwart Gottes zu führen. Ohne dieser Frage jetzt hier bis ins Detail nachzugehen, will ich mir doch wenigstens einen kurzen Hinweis gestatten: Wenngleich monumentale Soundkulissen große Gefühle und Begeisterung erzeugen können, werden sie alleine doch niemals Menschen in Gottes Gegenwart führen können. Die Mitglieder einer Worshipband sollten geübt darin sein, ohne große Barrieren mit Seele, Körper und Geist in die Gegenwart Gottes einzutreten. Das kann man nur im stillen Kämmerlein einüben. Man kann dann an ihnen beobachten, wie sie mit Gott kommunizieren, ihn lieben. Durch die Anweisungen des Heiligen Geistes führen sie die Gemeinde an das Herz Gottes. Sie können an diesem Punkt keineswegs mit christlichen Floskeln oder nach einem pauschalen Schema agieren. Worshipleiter bieten, wie der Begriff schon zeigt, für diesen Moment Anleitung und Hilfestellung für die Begegnung mit Gott, sie zeigen die Möglichkeiten auf und gehen der Gemeinde an dieser Stelle voran. Das gelingt einmal besser und einmal weniger perfekt. Eine Gemeinde sollte ja im Idealfall nicht hauptsächlich aus unmündigen oder unerfahrenen Gläubigen bestehen, sodass auch jeder Teilnehmer zur Ermutigung, zum Beispiel und Segen für andere werden kann. Ich habe schon mehrmals erlebt, dass es sich bei kleineren Veranstaltungen anfühlte, als würden wir von der Bühne aus gegen eine unsichtbare Wand anspielen. Im Moment, wo bestimmte geisterfüllte Personen den Raum betraten, konnte ich fühlen, wie das, was Gott gerade in mir bewegte, auch auf die Gemeinde überging. Es ist ein Mysterium! Gerade deshalb vertraue ich mich dem Heiligen Geist an und übertrage ihm die Kontrolle. Vielleicht hilft dir dieser Artikel ja, meinen Ansatz vom Kern der Anbetung etwas besser zu verstehen. Was das betrifft, will ich aber immer ein Lernender bleiben und bin gespannt, welche anderen Zugänge Gott bei euch außerdem etabliert hat.

Christian  

Come thou fount of every blessing

Come thou fount of every blessing

Wahrheiten einer alten Hymne neu entdecken!

Robert Robinson (27.09.1735-09.06.1790), der Autor dieser weltbekannten christlichen Hymne, hatte im Laufe seines von Schicksalsschlägen und Herausforderungen geprägten Lebens die Gabe entwickelt, aus festgefahrenen Denkmustern ausbrechen zu können. Dabei machte er das Bibelstudium immer zur Grundlage für seine Entscheidungen. Er entwickelte sich trotz allem im Verlauf seines Lebens immer mehr zum einflussreichen Gelehrten der Antike und des Lebens der ersten Christen und gewann so großen Einfuss in der evangelikalen Welt. Neben anderen bekannten Hymnen schrieb der den Text von “Come thou fount of every blessing” kurz nach einem persönlichen geistlichen Durchbruch und der anschließenden Konvertierung zum Methodismus mit 22 Jahren. Der Musikprofessor Dr. John Randall der Cambridge Universität vertonte den Text später.

Auch für uns heute ist es immer wieder wichtig, biblische Inhalte von ihrer ursprünglichen Bedeutung bei den ersten Christen her zu erkennen und verstehen, auch wenn Gott natürlich zusätzlich durch Bibeltexte und persönliche Inspirationen in unsere konkrete Situation hineinsprechen möchte. Gott widerspricht sich selbst in den grundsätzlichen Aussagen und Offenbarungen nicht. Oftmals wird beim Lesen der Bibel aber nicht unterschieden, wer Aussagen in welcher Situation zu wem getroffen hat. Es ist ein wesentlicher Unterschied, ob wir eine Aussage Gottes zu uns Menschen zitieren und dabei sein Wesen und seinen Charakter erkennen, oder ob wir eine Aussage eines zweifelnden Menschen, dessen Glaube gerade im Keller ist, zitieren. Zu leicht haben sich im Laufe der Kirchengeschichte religiöse Bräuche und Gewohnheiten eingeschlichen, die Deutungen einer bestimmten Zeit oder Resultat einer sehr eigenwilligen Auslegung waren und nicht mehr hinterfragt werden durften. Dabei kann es so befreiend sein, selbständig zu denken und eventuell auch alte Denkmuster zu öffnen. Gott hat uns schließlich mit der Person seines Heiligen Geistes einen ultimativen Helfer gegeben, durch den wir in alle Wahrheit geführt werden können. Oftmals beschleicht uns im Meditieren einer Bibelstelle zu einer Aussage dann auch ein besonderes Gefühl des Friedens oder Unfriedens. Das kann schon einen Hinweis darauf, welche Meinung der Heilige Geist zum Thema hat. Wenn ich keinen Frieden spüre, gehe ich dem eigentlich immer intensiv nach! Mit seiner Hymne lädt Robinson auch uns ein, alte Grundsätze und Überzeugungen in den Blick zu nehmen. Vielleicht gehst du einfach mal mit dem Heiligen Geist in den Dialog über die diversen Aussagen des Liedes?!

Als ich eines Morgens gerade mit Gott im Gespräch war, hatte ich das Gefühl, ein bestimmtes Worshiplied anhören zu sollen. In meinen Playlists blinkte plötzlich „Come thou fount of every blessing” von Celtic Worship auf. Ok, ich mag alte Hymnen, Steph MacLeod ist sowieso ein Musiker, den ich sehr mag, also ließ mich doch gerne darauf ein. Zuerst genoss ich die Musik, die schönen unisono-Melodien von Flöte und Violine mit der Klangfarbe der Stimmen, der Gitarren, Bass und Schlagzeug. Ich hatte einen kurzen Soaking-Moment, in dem ich einfach mit Seele, Körper und Geist in Gottes Gegenwart eintauchen konnte. Es war ein Sich-fallen-lassen, ohne großartige Gedankengebäude, in dem ich Seine Liebe spüren konnte und mich einfach darin wohl fühlen konnte. Beim erneuten hören fiel mir auf, dass der Text zwar nach sehr alten Englisch geklungen hatte, inhaltlich zwar einiges für mich unklar geblieben ist, und doch irgendetwas sehr mein Interesse geweckt hatte. Zuerst konnte ich nicht einmal sagen, was es war, es war nur so ein Eindruck. Ich las den Text nach und nahm später sogar eine deutsche Übersetzung zur Hilfe, um mich tiefer damit auseinandersetzen zu können.

Vielleicht hast du Lust, die Verse des Liedes gemeinsam mit mir durchzugehen und zu entdecken, was Robinson schon vor knapp 300 Jahren für sich erkannt hatte. Glaube mir, es ist erfrischend – für mich war es das jedenfalls!

Stell dir also vor, im Himmel wäre eine riesige Quelle allen Segens. Dort, wo die Engel unaufhörlich Gott anbeten, wäre eine geistliche Fülle, die sich permanent danach aussteckt, unsere Herzen zu füllen! Ich bräuchte diese Substanz von Gottes Herrlichkeit und Liebe nur herein zu lassen, um voller Hingabe Loblieder der Gnade Jesu zu singen. Diese Himmlische Anbetung würde mein Herz derart füllen, dass es für immer reichen würde, dass ich in Wahrheit und im Geist anbete. Klingt das für dich gut? Was, wenn Anbetung oder Worship eigentlich keine Anstrengung erforderte? Was, wenn Gott uns ein Geschenk machte mit himmlischen Segnungen, auf die wir ganz natürlich mit Anbetung antworten könnten. Ich glaube, Anbetung ist zuerst einmal das, was sich in der Beziehung zwischen dem dreieinigen Gott und dir abspielt, auf ganz intime oder persönliche Weise. Liebende kommen zusammen und verbringen Zeit miteinander. Das hatte Robinson erkannt! Da ist zuerst einmal kein Anspruch von Gottes Seite, außer, dass du dein Herz für ihn weit machst. Ich möchte das immer wieder neu lernen, von dieser Quelle allen Segens zu empfangen, lange bevor ich versuche, andere Menschen in die Gegenwart Gottes zu führen. Das muss der Ausgangspunkt für Worship sein! Lies mal Vers 1:

Come, Thou Fount of every blessing,
Komm, du Quelle allen Segens,
Tune my heart to sing Thy grace;
stimme mein Herz ein, um von deiner Gnade zu singen.
Streams of mercy, never ceasing,
Ströme von Erbarmen, die niemals versiegen,
Call for songs of loudest praise.
rufen lauteste Lobpreislieder hervor.

Dass Gott uns Menschen „ein Neues Lied“ schenkt, das besonders in eine bestimmte Zeit hinein ruft, können wir im Verlauf der Kirchengeschichte immer wieder sehen. Was, wenn diese Lieder nicht unserer persönlichen Exzellenz entstammen, sondern bereits vor Gottes Thron gesungen wurden, bevor sie im Geist empfangen und zu Papier gebracht wurden? Was, wenn der Heilige Geist der Worshipleiter vor, auf und hinter der Bühne ist, der uns mitnimmt, um das zu tun, was Gott für eine bestimmte Anbetungszeit vorbereitet hat? Wir könnten in endloser Liebe baden und würden die Auswirkungen seines Handelns auf neue Weise erleben. Lies dazu Vers 2:

Teach me some melodious sonnet,
Lehr mich ein melodiöses Sonnet
Sung by flaming tongues above.
wie’s die flammenden Zungen von oben singen.
Praise the mount, I’m fixed upon it,
Gepriesen sei die Festung, die mir Halt gibt
Mount of Thy redeeming love
Die Festung deiner erlösenden Liebe

Wohin führt uns ein offenes Herz unter der Leitung des Heiligen Geistes in der Gegenwart Gottes? Robinson konnte es klar erkennen. Es führt uns immer zu Jesus, der sein Leben am Kreuz für uns gegeben hat, um dann siegreich aufzuerstehen. Das ist es, was der Heilige Geist uns zeigen will, er will uns von Gnade überführen. Erst in der Erkenntnis und dem erneuten bewusst in-Anspruch-Nehmen dieses Gnadenwerkes, könnten wir Papa-Gott in der rechten Weise anbeten. Lies mit mir Vers 3:

Jesus sought me when a stranger,
Jesus suchte mich, als ich noch ein Fremder war,
Wandering from the fold of God;
vom Schosse Gottes abgeirrt.
He, to rescue me from danger,
Aber, um mich vor Gefahr zu bewahren,
Interposed His precious blood.
hat er sein wertvolles Blut hingegeben.

Und dann kann ich singen, wovon mein liebendes Herz voll ist. Anstatt über uns und unsere Sorgen zu singen, können wir uns der machtvollen Taten Gottes bewusst werden. Samuel stellte sogar einen großen Gedenkstein auf, um sich der gnadenvollen Taten Gottes in seinem Leben immer wieder bewusst zu werden (siehe 1Sam 7,12). Wenn wir uns andauernd unser Versagen und unsere Nöte vor Augen halten, reduzieren wir Gott auf die uns eigenen menschlichen Vorgehensweisen und Möglichkeiten. Doch Gott ist ein übernatürlicher Gott! Für ihn sind unsere Stürme nicht im Geringsten überraschend oder furchterregend! Für ihn gelten unsere Naturgesetze nicht! Er steht immer über unserer Not! Versteh’ mich bitte nicht falsch. Es ist nichts Schlechtes daran, Papa-Gott auch Ängste und Sorgen zu sagen! Auch David, der in zahlreichen Psalmen seinem bebenden Herzen Luft macht, hat in der Regel am Ende eines Psalmes dieses „du aber“ anfügt. Das ist es, was er eigentlich sagen wollte: Die Situation sieht beängstigend aus, aber ich vertraue auf Gott, der mich rettet! Was, wenn unsere Probleme dadurch gelöst würden, dass wir in Situationen der Herausforderung und des Sturmes aus tiefstem Herzen unseren Herrn anbeteten, ohne auf uns selbst zu schauen? Was, wenn er uns mit den richtigen Gebeten segnete, die wir im anbetenden Akt der Fürbitte einfach aussprechen müssten, damit sein Friede und Schutz in unsere Leben fließen kann. An den Zeugnissen seines Handelns sollten wir uns in der Anbetung ausrichten! Lies mal Vers 4:

Here I raise my Ebenezer;
Hier stelle ich meinen Ebenezer-Stein:
Hither by Thy help I’m come;
”Bis hierher hast du mir geholfen”
And I hope, by Thy good pleasure,
Und ich hoffe, dass ich durch dein Wohlgefallen
Safely to arrive at home.
auch sicher zu Hause ankommen werde.

Jetzt nimmt das Lied eine interessante Wendung: anstatt sich durch Sündenbewusstsein ständig an seine Schuld zu ketten, entschied sich Robinson, sich an die Gnade anketten zu lassen. Er hatte verstanden, wodurch er frei werden würde: „Die Gnade wird euch frei machen!“ Ohne, dass wir permanent in der Autorität dieser Gnade laufen, im Bewusstsein des Sieges Jesu, mit der Hoffnung auf Herrlichkeit durch die Anwesenheit des Geistes Christi und des Vaters in uns, wird uns der Feind immer wieder in seine Fänge zu ziehen versuchen. Deshalb ketten wir uns doch einfach an die Gnade Gottes! Was, wenn unsere Anbetung ein Lobgesang der Gnade Gottes wäre? Lies doch mal Vers 5:

O to grace how great a debtor
Was für ein grosser Schuldner bin ich der Gnade gegenüber.
Daily I’m constrained to be!
Täglich bin ich davon abhängig
Let that grace now like a fetter,
Lass mir diese Gnade wie eine Fessel sein
Bind my wandering heart to Thee.
die mein abirrendes Herz zu dir bindet.

Nein, ein Anbeter muss nicht perfekt sein! Das wusste Paulus und das erkannte auch Robinson! Da gibt es einen Kampf und der spielt sich in der geistlichen Welt ab. Es geht dabei nur um unser Herz. Mir fällt ein Satz von John Eldredge ein: „Die Reise meines Lebens ist die Geschichte des erbitterten Kampfes um mein Herz durch den, der weiß was aus mir werden könnte und der dies fürchtet!“. Wie gewinnen wir diesen Kampf? Indem wir unser Herz mit dem füllen lassen, was aus dieser himmlischen Quelle des Segens geflossen kommt. Gott will so viel davon in unser Herz laufen lassen, dass es regelrecht versiegelt wird. Das Herz eines Anbeters treibt den Feind in die Flucht! Deshalb sucht der Herr Menschen, die in Wahrheit und im Geist anbeten. Deshalb wollte David lieber einen Tag in den Vorhöfen der Gegenwart Gottes verbringen als tausende an einem anderen Ort! Lies zum Schluss Vers 6:

Prone to wander, Lord, I feel it,
Ich bin anfällig abzuirren, Herr, das spür ich,
Prone to leave the God I love;
anfällig den Gott, den ich liebe, zu verlassen.
Here’s my heart, O take and seal it,
Hier ist mein Herz, o nimm’s und versiegle es.
Seal it for Thy courts above.
Versiegle es für deine himmlischen Vorhöfe

Ich hoffe, diese alte Hymne konnte dich ein wenig ermutigen. Ich jedenfalls, bin ermutigt, den Heiligen Geist zu meinem persönlichen Worshipleiter zu ernennen. Ich will aufhören zu denken, ich müsste irgend einen Menschen von irgendetwas überzeugen oder ihn auf irgendeine Weise beeindrucken. Ich will einfach mit Gott im Einklang sein – und das bin ich ja, mit Christus in mir! Wenn ich mir zeigen lasse, was gerade dran ist, kann ich aufhören herum zu probieren. Die Erfolgschancen auf echten Segen steigen damit plötzlich ins Unermessliche. Und ja, wir dürfen natürlich auch unsere Worshipmusik schön spielen. Wenn du wüsstest wie sehr ich z.B. die Klänge von tollen Akustikgitarren liebe. Ich habe ja vorhin selbst geschrieben, wie mir dieser Soaking-Moment emotional das Herz öffnete. Don Potter schrieb in seinem Buch „Facing the wall“, dass er seine Exzellenz am Instrument dafür einsetzte, sein Herz zu öffnen, bis er die Salbung des Heiligen Geistes spürte. Danach übernahm der Heilige Geist. Come thou fount of every blessing! Ja, komm du Quelle allen Segens und fülle mein Herz! Versiegele es! Amen!

Christian